Briefspiel:Kaiserjagd/Erinnerung an das Tikalener Kochduell: Unterschied zwischen den Versionen
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:Die Vorratshalle war erfüllt gewesen vom dichten Aroma gebräunter Butter, dem rauchigen Duft von Wacholderbeeren und der fruchtigen Süße der Spätsommerernte. Es war ein warmer Nachmittag gewesen, die Fenster standen offen, das Sonnenlicht fiel golden auf die Tische. Sie hatte wie immer keine Schürze getragen, sondern einfach die Ärmel hochgekrempelt und das Haar unter einem Tuch verborgen. | :Die Vorratshalle war erfüllt gewesen vom dichten Aroma gebräunter Butter, dem rauchigen Duft von Wacholderbeeren und der fruchtigen Süße der Spätsommerernte. Es war ein warmer Nachmittag gewesen, die Fenster standen offen, das Sonnenlicht fiel golden auf die Tische. Sie hatte wie immer keine Schürze getragen, sondern einfach die Ärmel hochgekrempelt und das Haar unter einem Tuch verborgen. | ||
:Am gegenüberliegenden Tisch hatte Jorano der Wurstmacher fluchend versucht, seine Wildschweinpastete zu retten, während Mairas Tochter Rieka mit kritischem Blick die Farbe ihres Quittenkompotts beäugte. Es war ein freundlicher Wettbewerb, doch in [[Baronie Tikalen|Tikalen]] nahm man ihn ernst. Ehre, Handwerk, Stolz, das Kochen war hier kein Zeitvertreib, sondern ein Ausdruck von Können und Herkunft. | :Am gegenüberliegenden Tisch hatte [[Jorano der Wurstmacher]] fluchend versucht, seine Wildschweinpastete zu retten, während Mairas Tochter [[Rieka die Köchin|Rieka]] mit kritischem Blick die Farbe ihres Quittenkompotts beäugte. Es war ein freundlicher Wettbewerb, doch in [[Baronie Tikalen|Tikalen]] nahm man ihn ernst. Ehre, Handwerk, Stolz, das Kochen war hier kein Zeitvertreib, sondern ein Ausdruck von Können und Herkunft. | ||
:Leonora erinnerte sich noch gut, wie sie das Reh zerlegt hatte. Mit ruhiger Hand, die sie sich einst am Übungsschwert antrainiert hatte. Wie sie das Fleisch mit Brombeerwein und Rosmarin marinierte, das Ragout mit Zwiebeln und Nelken verfeinerte, die Soße abschmeckte und wie sie am Ende selbst überrascht war, wie rund der Geschmack geworden war. | :Leonora erinnerte sich noch gut, wie sie das Reh zerlegt hatte. Mit ruhiger Hand, die sie sich einst am Übungsschwert antrainiert hatte. Wie sie das Fleisch mit Brombeerwein und Rosmarin marinierte, das Ragout mit Zwiebeln und Nelken verfeinerte, die Soße abschmeckte und wie sie am Ende selbst überrascht war, wie rund der Geschmack geworden war. | ||
:''„Erinnert mich an Vaters Küche, im ersten Jahr nach Mutters Tod“'', hatte sie damals zu Borgo Naritzi gesagt, der am Rande saß und wie immer nicht mit Lob geizte, wenn er es ernst meinte. Und diesmal hatte er genickt. Nur genickt. Das genügte. | :''„Erinnert mich an Vaters Küche, im ersten Jahr nach Mutters Tod“'', hatte sie damals zu Borgo Naritzi gesagt, der am Rande saß und wie immer nicht mit Lob geizte, wenn er es ernst meinte. Und diesmal hatte er genickt. Nur genickt. Das genügte. | ||