Briefspiel:Alte Werft, neuer Glanz/Begrüßungsrede und Gespräche: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
Zeile 1: Zeile 1:
{{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Alte Werft, neuer Glanz}}
{{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Alte Werft, neuer Glanz}}


== Begrüßungsrede und Gespräche ==
==Begrüßungsrede und Gespräche==
 
Nachdem nun der letzte, der eintreffenden Gäste, persönlich von Phelizzio und Sybilla d’Antara begrüßt worden war, schlug der Schiffsbauer das in Leder gebundene Buch am Stehpult zu, lächelte seiner Frau zu und reichte ihr seinen Arm. Die Aranierin nahm diesen an und nickte dem am Tor stehenden und aufmerksam alle Gäste im Blick haltenden Orelian d’Antara zu. Dieser soll nun die Beiden ankündigen.
Nachdem nun der letzte, der eintreffenden Gäste, persönlich von Phelizzio und Sybilla d’Antara begrüßt worden war, schlug der Schiffsbauer das in Leder gebundene Buch am Stehpult zu, lächelte seiner Frau zu und reichte ihr seinen Arm. Die Aranierin nahm diesen an und nickte dem am Tor stehenden und aufmerksam alle Gäste im Blick haltenden Orelian d’Antara zu. Dieser soll nun die Beiden ankündigen.


Zeile 9: Zeile 8:
Der Hauptmann der [[Palmyramische Wache]], Orelian ging begleitet von zwei weiteren Gardisten in die Mitte des Werftgeländes und schlug ankündigend mit einem schweren Taktstock dreimal auf die Oberfläche des gepflasterten Bodens.
Der Hauptmann der [[Palmyramische Wache]], Orelian ging begleitet von zwei weiteren Gardisten in die Mitte des Werftgeländes und schlug ankündigend mit einem schweren Taktstock dreimal auf die Oberfläche des gepflasterten Bodens.


,,„Geschätzte Gäste, Freunde des Hauses und ehrbare Handwerker. Die Familie d’Antara bittet um eure Aufmerksamkeit. Es spricht nun das Oberhaupt des Hauses zur Eröffnung der Werft, Esquirio Phelizzio d’Antara“. Orelian nahm Haltung an und machte den Weg frei für seinen Bruder und seine Gemahlin.
„Geschätzte Gäste, Freunde des Hauses und ehrbare Handwerker. Die Familie d’Antara bittet um eure Aufmerksamkeit. Es spricht nun das Oberhaupt des Hauses zur Eröffnung der Werft, Esquirio Phelizzio d’Antara“. Orelian nahm Haltung an und machte den Weg frei für seinen Bruder und seine Gemahlin.


Die angekündigten Herrschaften des Hauses d’Antara gingen lächelnd Arm in Arm auf einen mittig gelegenen Stehtisch hinzu und nickte im Vorbeigehen ihren Gästen einzeln nochmals zu. Der Tisch an dem Phelizzio und Sybilla stehen blieben, war mit dem dunkelgrünen Fasanenwappen als herunterhängenden Banner gedeckt, anders als wie die weiteren Stehtische, die mit gelben Tischdecken gedeckt sind.
Die angekündigten Herrschaften des Hauses d’Antara gingen lächelnd Arm in Arm auf einen mittig gelegenen Stehtisch hinzu und nickte im Vorbeigehen ihren Gästen einzeln nochmals zu. Der Tisch an dem Phelizzio und Sybilla stehen blieben, war mit dem dunkelgrünen Fasanenwappen als herunterhängenden Banner gedeckt, anders als wie die weiteren Stehtische, die mit gelben Tischdecken gedeckt sind.
Zeile 16: Zeile 15:




'',,Geschätzte Gäste von Nah und Fern, Freunde des Hauses und der Familie, ehrbare Meister, Gesellen und Weggefährten,''
''"Geschätzte Gäste von Nah und Fern, Freunde des Hauses und der Familie, ehrbare Meister, Gesellen und Weggefährten,''


''ich danke euch allen von Herzen, dass ihr heute den Weg hierher gefunden habt – aus der Nachbarschaft ebenso wie von fern her. Eure Anwesenheit ehrt nicht nur diese Familie, sondern auch diesen Ort, an dem fortan gearbeitet, gebaut und Verantwortung getragen werden soll.''
''ich danke euch allen von Herzen, dass ihr heute den Weg hierher gefunden habt – aus der Nachbarschaft ebenso wie von fern her. Eure Anwesenheit ehrt nicht nur diese Familie, sondern auch diesen Ort, an dem fortan gearbeitet, gebaut und Verantwortung getragen werden soll.''
Zeile 57: Zeile 56:
Ein Diener bot ihr ein Glas an, das sie mit einem knappen Nicken entgegennahm. Was sie von alledem hielt, behielt sie für sich. Ein Gezetti vergisst nichts, pflegte ihr Großvater zu sagen. Und behält alles für sich, ergänzte Onkel Niando stets mit einem Zwinkern.
Ein Diener bot ihr ein Glas an, das sie mit einem knappen Nicken entgegennahm. Was sie von alledem hielt, behielt sie für sich. Ein Gezetti vergisst nichts, pflegte ihr Großvater zu sagen. Und behält alles für sich, ergänzte Onkel Niando stets mit einem Zwinkern.


Fast unauffällig gesellte sich ein gleichaltriger Junge mit einem orangenen Schal mit gestickten Gänsen zu der jungen Gezetti. ,,Ihr beobachtet auch, Signorina? Darf ich Euren Blick kurz auf mein Glas richten und mit Euch anstoßen? Gestattet Ihr? Yuliano d'Antara “(der junge Mann verbeugte sich höflich und gemeinsam beobachteten sie die Gäste und unterhielten sich).
Fast unauffällig gesellte sich ein gleichaltriger Junge mit einem orangenen Schal mit gestickten Gänsen zu der jungen Gezetti. "Ihr beobachtet auch, Signorina? Darf ich Euren Blick kurz auf mein Glas richten und mit Euch anstoßen? Gestattet Ihr? Yuliano d'Antara “(der junge Mann verbeugte sich höflich und gemeinsam beobachteten sie die Gäste und unterhielten sich).


Quenia warf Gwyn einen vielsagenden Blick zu. Amalia blickte ihren Vater fragend an. Der neigte sich etwas dichter zu der Mechanika und Erfinderin.
Quenia warf Gwyn einen vielsagenden Blick zu. Amalia blickte ihren Vater fragend an. Der neigte sich etwas dichter zu der Mechanika und Erfinderin.
Zeile 123: Zeile 122:
'''Gespräch mit Familie di Asuriol'''
'''Gespräch mit Familie di Asuriol'''


Der jüngere di Asuriol, der gerade einen Schluck Wein genommen hatte, verschluckte sich,  als seine Großtante ihm einen Ellenbogen in die Seite stieß. Der entschuldigende Gesichtsausdruck des jungen Mannes, der mit dessen Husten einherging, wurde nur mit eindringlichen Blicken und einem Neigen des Kopfes in Richtung der sich nähernden Gastgeber quittiert. Als er sich gefangen hatte, trat Athaon an die Seite seiner älteren, der Travia geweihten Verwandten.
Der jüngere di Asuriol, der gerade einen Schluck Wein genommen hatte, verschluckte sich, als seine Großtante ihm einen Ellenbogen in die Seite stieß. Der entschuldigende Gesichtsausdruck des jungen Mannes, der mit dessen Husten einherging, wurde nur mit eindringlichen Blicken und einem Neigen des Kopfes in Richtung der sich nähernden Gastgeber quittiert. Als er sich gefangen hatte, trat Athaon an die Seite seiner älteren, der Travia geweihten Verwandten.


“Unseren Glückwunsch zur Eröffnung dieser, das heißt Eurer, Werft. Die Göttin blickt sicherlich voller Wohlgefallen auf Eure Unternehmung,” sprach Tilliane di Asuriol, während ihr Großneffe es nicht für nötig zu halten schien, sich zu äußern. “Solche Schiffe, die Wind und Wogen zu trotzen vermögen und ihre Besatzung nicht nur an ihr Ziel bringen, sondern den müden Reisenden auch die sichere Heimkehr ermöglichen, gereichen der Gütigen zum Ruhm.”
“Unseren Glückwunsch zur Eröffnung dieser, das heißt Eurer, Werft. Die Göttin blickt sicherlich voller Wohlgefallen auf Eure Unternehmung,” sprach Tilliane di Asuriol, während ihr Großneffe es nicht für nötig zu halten schien, sich zu äußern. “Solche Schiffe, die Wind und Wogen zu trotzen vermögen und ihre Besatzung nicht nur an ihr Ziel bringen, sondern den müden Reisenden auch die sichere Heimkehr ermöglichen, gereichen der Gütigen zum Ruhm.”
Zeile 131: Zeile 130:
Phelizzio hatte die Blickrichtung von Athaon di Asuriol flüchtig bemerkt und winkte seinen Bruder Orelian heran.
Phelizzio hatte die Blickrichtung von Athaon di Asuriol flüchtig bemerkt und winkte seinen Bruder Orelian heran.


,,Werter Signore Athaon, mein Bruder Orelian wäre gerne bereit Euch unsere Hausgarde näher zu zeigen, wenn Ihr gestattet, Euer Ehrwürden?” (Er schaute freundlich Tiliane di Asuriol an, ehe sie die Frage nickend beantwortet)
"Werter Signore Athaon, mein Bruder Orelian wäre gerne bereit Euch unsere Hausgarde näher zu zeigen, wenn Ihr gestattet, Euer Ehrwürden?” (Er schaute freundlich Tiliane di Asuriol an, ehe sie die Frage nickend beantwortet)


Orelian d’Antara und Athaon di Asuriol verbeugten und wandten sich von den Beiden Gesprächspartner ab und gingen in Richtung der Wache, wo der Hauptmann ihm anfallende Fragen beantwortete und auch einem der Krummsäbel zeigte mit denen die Gardisten der Familie d’Antara zu kämpfen pflegen.
Orelian d’Antara und Athaon di Asuriol verbeugten und wandten sich von den Beiden Gesprächspartner ab und gingen in Richtung der Wache, wo der Hauptmann ihm anfallende Fragen beantwortete und auch einem der Krummsäbel zeigte mit denen die Gardisten der Familie d’Antara zu kämpfen pflegen.
Zeile 137: Zeile 136:
Phelizzio bot mit einem freundlichen Lächeln der Hohen Schwester der Travia-Kirche seinen Arm an und gemeinsam gingen sie zu den ausgestellten Schiffsmodellen.
Phelizzio bot mit einem freundlichen Lächeln der Hohen Schwester der Travia-Kirche seinen Arm an und gemeinsam gingen sie zu den ausgestellten Schiffsmodellen.


,,Verzeiht mir, Euer Ehrwürden, für dieses gewagte Manöver, doch ich wollte Euch alleine sprechen. Bei unserer Begrüßung zeigte sich die Offenheit Eurer Familie zum Thema Handel und Warentransport, da würde ich natürlich gerne meine Hilfe anbieten, was würdet Ihr davon halten?” Er blieb vor dem Modell einer Handelskaravelle stehen.
"Verzeiht mir, Euer Ehrwürden, für dieses gewagte Manöver, doch ich wollte Euch alleine sprechen. Bei unserer Begrüßung zeigte sich die Offenheit Eurer Familie zum Thema Handel und Warentransport, da würde ich natürlich gerne meine Hilfe anbieten, was würdet Ihr davon halten?” Er blieb vor dem Modell einer Handelskaravelle stehen.


Tilliane betrachtete für einen Augenblick die Miniatur des Schiffes, in dessen Bauch viele Zentner verschiedenster Waren Platz finden würden. “Es gibt nichts zu verzeihen”, Tilliane winkte ab. “Meiner Familie ist es in erster Linie ein Anliegen, das Netz unserer Verkaufswege auszuweiten. In diesem Unterfangen möchten wir mehr auf den Seeweg setzen. Ich befürchte allerdings, dass der Bau eines prachtvollen Schiffs wie diesem hier”, Tilliane deutete auf das Modell.  “... außerhalb des Rahmens liegt, der uns an Mitteln zur Verfügung steht. Könnt ihr eine etwas bescheidenere Option anbieten, die unseren Bedürfnissen dennoch entspricht?”
Tilliane betrachtete für einen Augenblick die Miniatur des Schiffes, in dessen Bauch viele Zentner verschiedenster Waren Platz finden würden. “Es gibt nichts zu verzeihen”, Tilliane winkte ab. “Meiner Familie ist es in erster Linie ein Anliegen, das Netz unserer Verkaufswege auszuweiten. In diesem Unterfangen möchten wir mehr auf den Seeweg setzen. Ich befürchte allerdings, dass der Bau eines prachtvollen Schiffs wie diesem hier”, Tilliane deutete auf das Modell.  “... außerhalb des Rahmens liegt, der uns an Mitteln zur Verfügung steht. Könnt ihr eine etwas bescheidenere Option anbieten, die unseren Bedürfnissen dennoch entspricht?”


Der Schiffsbauer überlegte einen Augenblick, ehe er antwortete. ,,Euer Ehrwürden. Was würdet Ihr von Anteilen an einer von mir gebauten Handelskaravelle halten? Sofern ich Euch auch direkt Zahlen anbieten darf, was würdet Ihr im ersten Jahr von 60:40 zu meinen Gunsten aufgrund der Kostentragung des Schiffsbaues und ab dem 2. Handelsjahr das Verhältnis 15:85 zu Euren Gunsten bis zur vollständigen Finanzierung inklusive eines Aufschlages halten? Noch dazu ist mein Verwandter Rahjamir ein vollkommen verlässlicher Kapitän, wenn ich Euch dies ebenfalls anbieten darf?”
Der Schiffsbauer überlegte einen Augenblick, ehe er antwortete. "Euer Ehrwürden. Was würdet Ihr von Anteilen an einer von mir gebauten Handelskaravelle halten? Sofern ich Euch auch direkt Zahlen anbieten darf, was würdet Ihr im ersten Jahr von 60:40 zu meinen Gunsten aufgrund der Kostentragung des Schiffsbaues und ab dem 2. Handelsjahr das Verhältnis 15:85 zu Euren Gunsten bis zur vollständigen Finanzierung inklusive eines Aufschlages halten? Noch dazu ist mein Verwandter Rahjamir ein vollkommen verlässlicher Kapitän, wenn ich Euch dies ebenfalls anbieten darf?”


Nachdem Phelizzio endete, sah er wie die gesagten Worte Tiliane erstmal zum Nachdenken anregten. Er hoffte Ihre Zustimmung zu erhalten, bei diesem direkten und klaren Angebot.
Nachdem Phelizzio endete, sah er wie die gesagten Worte Tiliane erstmal zum Nachdenken anregten. Er hoffte Ihre Zustimmung zu erhalten, bei diesem direkten und klaren Angebot.
Zeile 147: Zeile 146:
Tilliane schwieg für einen Moment. “Auf dieses Angebot könnte ich eingehen. Der Vorschlag, die Baukosten über den Gewinn, welcher in den Folgejahren mit dem Verkauf der Fracht erzielt wird, ist überaus zuvorkommend und ein Aufschlag auf den üblichen Preis erscheint mir angesichts Eurer Kompromissbereitschaft mehr als angemessen. Darüber hinaus soll es Euch vergolten werden, dass Ihr uns die Suche nach einem fähigen und zuverlässigen Kapitän erspart.” Die Geweihte hielt einen Moment inne, bevor sie schließlich die offene Hand ausstreckte. “Im Namen der Familie di Asuriol möchte ich Euch für dieses Geschäft danken.”
Tilliane schwieg für einen Moment. “Auf dieses Angebot könnte ich eingehen. Der Vorschlag, die Baukosten über den Gewinn, welcher in den Folgejahren mit dem Verkauf der Fracht erzielt wird, ist überaus zuvorkommend und ein Aufschlag auf den üblichen Preis erscheint mir angesichts Eurer Kompromissbereitschaft mehr als angemessen. Darüber hinaus soll es Euch vergolten werden, dass Ihr uns die Suche nach einem fähigen und zuverlässigen Kapitän erspart.” Die Geweihte hielt einen Moment inne, bevor sie schließlich die offene Hand ausstreckte. “Im Namen der Familie di Asuriol möchte ich Euch für dieses Geschäft danken.”


Phelizzio d’Antara nahm die ausgestreckte Hand entgegen und somit war das Geschäft besiegelt. ,,Möge die ‘Seegans’, wie ich das Schiff nennen möchte, durch Euch von Travia gesegnet werden! Doch Euer Ehrwürden. (er räusperte sich leicht und kramte unscheinbar und von den Anwesenden nicht bemerkt, zwei versiegelte Briefumschläge aus seiner Jackentasche heraus). Ich bitte Euch den Inhalt beider Briefe wohlwollend und vertrauensvoll zu behandeln”, er verneigte sich spürbar bittend und entschuldigte sich, als er gerufen wurde.
Phelizzio d’Antara nahm die ausgestreckte Hand entgegen und somit war das Geschäft besiegelt. "Möge die ‘Seegans’, wie ich das Schiff nennen möchte, durch Euch von Travia gesegnet werden! Doch Euer Ehrwürden. (er räusperte sich leicht und kramte unscheinbar und von den Anwesenden nicht bemerkt, zwei versiegelte Briefumschläge aus seiner Jackentasche heraus). Ich bitte Euch den Inhalt beider Briefe wohlwollend und vertrauensvoll zu behandeln”, er verneigte sich spürbar bittend und entschuldigte sich, als er gerufen wurde.


Die ältere Travia-Geweihte verweilte noch etwas alleine vor den kleinen Schiffskonstruktionen und las beide Briefe, die der Schiffsbauer vertrauensvoll an sie gegeben hatte.
Die ältere Travia-Geweihte verweilte noch etwas alleine vor den kleinen Schiffskonstruktionen und las beide Briefe, die der Schiffsbauer vertrauensvoll an sie gegeben hatte.
Zeile 156: Zeile 155:
Es war Travileas Rizzi, der Phelizzio zu sich gerufen hatte. Mit einem herzlichen Gesichtsausdruck begab er sich zum Freund seiner Familie sowie zu Signora Traviana Rizzi und nahm auch von diesen dankend ihre Gratulationswünsche entgegen. Bemerkenswerterweise fand er bei den Rizzis eine sofortige Verbundenheit seit dem Tag der ersten Begegnung bei einer kleinen Abendfeier vor kurzer Zeit.  
Es war Travileas Rizzi, der Phelizzio zu sich gerufen hatte. Mit einem herzlichen Gesichtsausdruck begab er sich zum Freund seiner Familie sowie zu Signora Traviana Rizzi und nahm auch von diesen dankend ihre Gratulationswünsche entgegen. Bemerkenswerterweise fand er bei den Rizzis eine sofortige Verbundenheit seit dem Tag der ersten Begegnung bei einer kleinen Abendfeier vor kurzer Zeit.  


,,Euer Ehrwürden, werte Signora, ich hoffe sehr, dass Euch die Feier gefällt?”, begann er freundlich und sogleich waren die beiden Männer in ein herzliches Gespräch vertieft.
"Euer Ehrwürden, werte Signora, ich hoffe sehr, dass Euch die Feier gefällt?”, begann er freundlich und sogleich waren die beiden Männer in ein herzliches Gespräch vertieft.




Zeile 165: Zeile 164:
“Hauptmann, gestattet ihr mir eine Frage nach den Aufgaben Eurer Einheit?”, Athaon wies auf die Bewaffneten, die auf dem Gelände postiert waren.
“Hauptmann, gestattet ihr mir eine Frage nach den Aufgaben Eurer Einheit?”, Athaon wies auf die Bewaffneten, die auf dem Gelände postiert waren.


,,Gewiss doch, Signor Athaon. Die Aufgaben der Palmyramischen Wache sind der Schutz des Eigentums meiner Familie sowie der persönliche Schutz einzelner Familienmitglieder. So wie ich die einzelnen Gesichter bei der Rede meines Bruder interpretiert habe und in baldiger Erwartung, dass einige Familienangehörige, einschließlich meiner Person, öffentliche Ämter bekleiden könnten, wird der Personenschutz wichtiger werden”.
"Gewiss doch, Signor Athaon. Die Aufgaben der Palmyramischen Wache sind der Schutz des Eigentums meiner Familie sowie der persönliche Schutz einzelner Familienmitglieder. So wie ich die einzelnen Gesichter bei der Rede meines Bruder interpretiert habe und in baldiger Erwartung, dass einige Familienangehörige, einschließlich meiner Person, öffentliche Ämter bekleiden könnten, wird der Personenschutz wichtiger werden”.


Orelian d'Antara klopfte väterlich Athaon auf die Schulter.  
Orelian d'Antara klopfte väterlich Athaon auf die Schulter.  


,,Ihr macht mir einen guten Eindruck. Wenn Ihr Interesse habt, Euch der Hausgarde anzuschließen und fest an die Lehren der Gütigen Göttin glaubt, seid Ihr uns jederzeit stets willkommen!”
"Ihr macht mir einen guten Eindruck. Wenn Ihr Interesse habt, Euch der Hausgarde anzuschließen und fest an die Lehren der Gütigen Göttin glaubt, seid Ihr uns jederzeit stets willkommen!”


“Ich danke Euch für Eure herzlichen Worte. Zur Zeit bin ich allerdings den Unternehmungen meiner eigenen Familie verpflichtet. Auch wenn mich Euer Angebot durchaus reizt, muss ich leider ablehnen. Eure Truppe macht einen fähigen Eindruck und ich kann nicht leugnen, dass ihr in mir die Hoffnung geweckt habt, in der Zukunft mit Palmyramischen Wache Seit an Seit zu stehen. Falls sich unsere Wege also erneut kreuzen sollten, wäre ich darüber sehr erfreut.”
“Ich danke Euch für Eure herzlichen Worte. Zur Zeit bin ich allerdings den Unternehmungen meiner eigenen Familie verpflichtet. Auch wenn mich Euer Angebot durchaus reizt, muss ich leider ablehnen. Eure Truppe macht einen fähigen Eindruck und ich kann nicht leugnen, dass ihr in mir die Hoffnung geweckt habt, in der Zukunft mit Palmyramischen Wache Seit an Seit zu stehen. Falls sich unsere Wege also erneut kreuzen sollten, wäre ich darüber sehr erfreut.”


Orelian nickte verstehend. ,,Habt Dank für Eure Ehrlichkeit, Signor. Die Pflicht gegenüber unseren Familien hat stets immer Vorrang, doch wenn die Pflichten einmal erfüllt sind, wäre es der Palmyramischen Wache eine Ehre Euch an unserer Seite zu wissen! Kommt lasst uns auf den Weg zu Eurer Begleitung und meinem Bruder noch einige Worte wechseln”. Außenstehende konnten im Vorbeigehen lediglich die Worte ,,Travia” und ,,Ritter” vernehmen.
Orelian nickte verstehend. "Habt Dank für Eure Ehrlichkeit, Signor. Die Pflicht gegenüber unseren Familien hat stets immer Vorrang, doch wenn die Pflichten einmal erfüllt sind, wäre es der Palmyramischen Wache eine Ehre Euch an unserer Seite zu wissen! Kommt lasst uns auf den Weg zu Eurer Begleitung und meinem Bruder noch einige Worte wechseln”. Außenstehende konnten im Vorbeigehen lediglich die Worte "Travia” und "Ritter” vernehmen.




Mit einem amüsierten Lächeln schlenderte Mireia ya Papilio durch die Reihen der Gäste und schnappte hier und dort ein Wort, einen Satz oder ein kurzes Gespräch auf, während ihr Mann gelangweilt auf einer der Sitzgelegenheiten seinen Platz gefunden hatte. Mt Interesse hatte sie gerade dem Gespräch der älteren Traviageweihten und dem Gastgeber gelauscht. Alles hat sie nicht verstanden, nur verwunderte es sie sehr, dass eine Geweihte der Travia solcherlei Geschäfte im Namen ihrer Familie einfach so abschließen konnte. Seit wann trug der Fuchs denn orange, dachte sie spöttisch. Aber so eine Ferrara musste ja auch finanziert werden. Hatte sie da richtig gehört?`Di Asuriol? Den Namen hatte sie doch schon einmal vernommen. Als ihre Schwägerin Feodora das letzte Mal in Efferdas weilte. Was würde sie wohl dafür geben zu wissen, dass die di Asuriol hier in Efferdas wilderten. Dann muss sie wohl in naher Zukunft ein Schreiben nach Shenilo aufsetzen. Sie nahm einen weiteren Schluck Wein und er schmeckte wunderbar lieblich.
Mit einem amüsierten Lächeln schlenderte Mireia ya Papilio durch die Reihen der Gäste und schnappte hier und dort ein Wort, einen Satz oder ein kurzes Gespräch auf, während ihr Mann gelangweilt auf einer der Sitzgelegenheiten seinen Platz gefunden hatte. Mt Interesse hatte sie gerade dem Gespräch der älteren Traviageweihten und dem Gastgeber gelauscht. Alles hat sie nicht verstanden, nur verwunderte es sie sehr, dass eine Geweihte der Travia solcherlei Geschäfte im Namen ihrer Familie einfach so abschließen konnte. Seit wann trug der Fuchs denn orange, dachte sie spöttisch. Aber so eine Ferrara musste ja auch finanziert werden. Hatte sie da richtig gehört?`Di Asuriol? Den Namen hatte sie doch schon einmal vernommen. Als ihre Schwägerin Feodora das letzte Mal in Efferdas weilte. Was würde sie wohl dafür geben zu wissen, dass die di Asuriol hier in Efferdas wilderten. Dann muss sie wohl in naher Zukunft ein Schreiben nach Shenilo aufsetzen. Sie nahm einen weiteren Schluck Wein und er schmeckte wunderbar lieblich.


Mit einem Lächeln folgte Sybilla in einer knappen Gesprächspause den Blicken der ya Pirras. ,,Phelizzio hat alles Recht der Welt dieser Sippe zu misstrauen”, dachte sie sich und nahm das Gespräch mit der efferdischen Familie Villestano wieder auf, die durch die kürzliche Hochzeit zwischen Sandro d’Antara und Aniella Villestano nun auch familiär miteinander verbunden waren.  
Mit einem Lächeln folgte Sybilla in einer knappen Gesprächspause den Blicken der ya Pirras. "Phelizzio hat alles Recht der Welt dieser Sippe zu misstrauen”, dachte sie sich und nahm das Gespräch mit der efferdischen Familie Villestano wieder auf, die durch die kürzliche Hochzeit zwischen Sandro d’Antara und Aniella Villestano nun auch familiär miteinander verbunden waren.  


Doch die ya Pirras würde sie diesen Abend noch weiter im Auge behalten, zu offensichtlich sind ihre Meinungen zu einigen Anwesenden. Ob sie diese ungeschickte Art der fehlenden Selbstdisziplin auch hatten, bevor sie aus Belhanka ,,gehen” mussten? Sybilla entschuldigte sich höflich und lud sie zu einer baldigen Abendgesellschaft zwischen beiden Familien ein. Die Einladung wurde überaus freundlich angenommen und man zeigte Verständnis für die Gastgeberin, den anderen Gästen ebenfalls ihre Aufmerksamkeit zollen zu wollen.
Doch die ya Pirras würde sie diesen Abend noch weiter im Auge behalten, zu offensichtlich sind ihre Meinungen zu einigen Anwesenden. Ob sie diese ungeschickte Art der fehlenden Selbstdisziplin auch hatten, bevor sie aus Belhanka "gehen” mussten? Sybilla entschuldigte sich höflich und lud sie zu einer baldigen Abendgesellschaft zwischen beiden Familien ein. Die Einladung wurde überaus freundlich angenommen und man zeigte Verständnis für die Gastgeberin, den anderen Gästen ebenfalls ihre Aufmerksamkeit zollen zu wollen.




Zeile 187: Zeile 186:
Sybilla wandte sich der Familie Gerber zu, die sich in ihrer Nähe aufhielt.
Sybilla wandte sich der Familie Gerber zu, die sich in ihrer Nähe aufhielt.


,,Familie Gerber! Ich möchte Euch im Namen meines Mannes und meiner Familie nochmal unseren Dank aussprechen, dass Ihr gekommen seid! Bitte lasst mich bescheiden nachfragen, ob Euch die Feier bisher gefällt?”
"Familie Gerber! Ich möchte Euch im Namen meines Mannes und meiner Familie nochmal unseren Dank aussprechen, dass Ihr gekommen seid! Bitte lasst mich bescheiden nachfragen, ob Euch die Feier bisher gefällt?”


Die vier Signoras und der Signor waren in eine muntere Unterhaltung vertieft als sie die Gastgeberin ansprach. Quenia blickte sich um und lächelte freundlich. “Signora d’Antara, bislang gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Es herrscht eine gute Atmosphäre, es sind nette Leute anwesend und euer Personal ist wirklich sehr aufmerksam ohne dabei aufdringlich zu sein. Danke der Nachfrage.” Die Begeisterung schien Sybilla aufrichtig zu sein.  
Die vier Signoras und der Signor waren in eine muntere Unterhaltung vertieft als sie die Gastgeberin ansprach. Quenia blickte sich um und lächelte freundlich. “Signora d’Antara, bislang gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Es herrscht eine gute Atmosphäre, es sind nette Leute anwesend und euer Personal ist wirklich sehr aufmerksam ohne dabei aufdringlich zu sein. Danke der Nachfrage.” Die Begeisterung schien Sybilla aufrichtig zu sein.  
Zeile 199: Zeile 198:
Die Aranierin zeigte sich sehr erfreut, dass der ebenfalls bodenständigen Familie Gerber die Feier bisher aufrichtig gefiel, dann wandte sie sich zu Signora Amalia und dankte ihr für das Kompliment hinsichtlich der detailgetreuen Schiffsmodelle.  
Die Aranierin zeigte sich sehr erfreut, dass der ebenfalls bodenständigen Familie Gerber die Feier bisher aufrichtig gefiel, dann wandte sie sich zu Signora Amalia und dankte ihr für das Kompliment hinsichtlich der detailgetreuen Schiffsmodelle.  


,,Diese Modelle ermöglichen jedem einen genauen Blick auf unsere Schiffskunst. Die Werkzeuge, die diese geschaffen haben, werden mit fleißiger Hand und hohem Talent auch größere Schiffe bauen!”, erklärte sie feierlich und der Klang eines festen Versprechens lag darin.
"Diese Modelle ermöglichen jedem einen genauen Blick auf unsere Schiffskunst. Die Werkzeuge, die diese geschaffen haben, werden mit fleißiger Hand und hohem Talent auch größere Schiffe bauen!”, erklärte sie feierlich und der Klang eines festen Versprechens lag darin.


Nun huschte ein Schmunzeln über das Gesicht von Sybilla d'Antara. ,,Ich fürchte, man würde es uns nicht verzeihen, wenn an diesem Abend Musik und Tanz fehlen würden. Beides ist vorbereitet und beginnt in Kürze. Eine Feier wie diese wäre ohne beides gewiss unvollständig”. Sie schaute in die Richtung ihres Mannes, der noch im Gespräch mit Familie Rizzi vertieft war.
Nun huschte ein Schmunzeln über das Gesicht von Sybilla d'Antara. "Ich fürchte, man würde es uns nicht verzeihen, wenn an diesem Abend Musik und Tanz fehlen würden. Beides ist vorbereitet und beginnt in Kürze. Eine Feier wie diese wäre ohne beides gewiss unvollständig”. Sie schaute in die Richtung ihres Mannes, der noch im Gespräch mit Familie Rizzi vertieft war.


Den drei jüngeren Damen war die Freude über die Aussicht auf Musik und Tanz anzumerken. “In der Tat, in Efferdas ein Fest zu feiern ohne Musik und Tanz gilt als Sünde.” Erklärte Linara. “Schön dass es in Belhanka offenbar ebenso gehalten wird!”  
Den drei jüngeren Damen war die Freude über die Aussicht auf Musik und Tanz anzumerken. “In der Tat, in Efferdas ein Fest zu feiern ohne Musik und Tanz gilt als Sünde.” Erklärte Linara. “Schön dass es in Belhanka offenbar ebenso gehalten wird!”  
Zeile 209: Zeile 208:
Gwyn und seine Tochter hatten sich bereits wieder einem der Schiffsmodelle zugewandt. Quenia und Clarizia folgten interessiert dem Gespräch der Schiffsbauergemahlin und der Medica.
Gwyn und seine Tochter hatten sich bereits wieder einem der Schiffsmodelle zugewandt. Quenia und Clarizia folgten interessiert dem Gespräch der Schiffsbauergemahlin und der Medica.


,,Aber gewiss, dürft Ihr fragen, werte Signora. Ich komme aus der edlen wie schönen Stadt Zorgan aus dem Mharanyat Aranien im fernen Osten. Dort bin ich in der Karanwanserei meiner Eltern aufgewachsen. Doch es zog mich später zum Mada Baseri, über den ich dann nach Belhanka ins Liebliche Feld kam”, sie lächelte glücklich und blickte in Richtung ihres Mannes. ,,Und in Belhanka erlag ich dann schließlich dem Werben meines Mannes”, nun strahlte sie. Ihr war erst jetzt aufgefallen, dass sie den tulamidischen Zungenschlag bei ihrer Erzählung verwendet hatte, doch sie akzeptierte das, da sie grade aus dem Herzen gesprochen hatte.
"Aber gewiss, dürft Ihr fragen, werte Signora. Ich komme aus der edlen wie schönen Stadt Zorgan aus dem Mharanyat Aranien im fernen Osten. Dort bin ich in der Karanwanserei meiner Eltern aufgewachsen. Doch es zog mich später zum Mada Baseri, über den ich dann nach Belhanka ins Liebliche Feld kam”, sie lächelte glücklich und blickte in Richtung ihres Mannes. "Und in Belhanka erlag ich dann schließlich dem Werben meines Mannes”, nun strahlte sie. Ihr war erst jetzt aufgefallen, dass sie den tulamidischen Zungenschlag bei ihrer Erzählung verwendet hatte, doch sie akzeptierte das, da sie grade aus dem Herzen gesprochen hatte.


,,Wenn es den Signoras gefällt, würde ich sehr gerne einen Morgenempfang geben zu der Ihr höchst willkommen währt. Natürlich ein echter aranischer Morgenempfang”, lud sie charmant die jungen Damen ein.
"Wenn es den Signoras gefällt, würde ich sehr gerne einen Morgenempfang geben zu der Ihr höchst willkommen währt. Natürlich ein echter aranischer Morgenempfang”, lud sie charmant die jungen Damen ein.


In der Zwischenzeit kündigte Orelian d'Antara wie aufs Stichwort mit dem schweren Taktstock musikalische Unterhaltung an und eine horasisch-tulamidische Musikergruppe begann mit Streich- wie Holzblasinstrumenten den Abend mit angenehmen Klängen zu füllen.
In der Zwischenzeit kündigte Orelian d'Antara wie aufs Stichwort mit dem schweren Taktstock musikalische Unterhaltung an und eine horasisch-tulamidische Musikergruppe begann mit Streich- wie Holzblasinstrumenten den Abend mit angenehmen Klängen zu füllen.
Zeile 237: Zeile 236:
Die Aranierin zeigte einen verständnisvollen Gesichtsausdruck, offenbar war diese Tradition im Westen Aventuriens nicht stark vertreten.  
Die Aranierin zeigte einen verständnisvollen Gesichtsausdruck, offenbar war diese Tradition im Westen Aventuriens nicht stark vertreten.  


,,Aber nicht doch, Signoras. ,,Morgenempfang “ heißt es lediglich. Man würde sich zum späten Vormittag zusammenfinden, eine leichte Mahlzeit einnehmen und sich im Plausch vertiefen. Meine Einladung besteht auf herzlichste weiter”, sie lächelte warmherzig.
"Aber nicht doch, Signoras. "Morgenempfang" heißt es lediglich. Man würde sich zum späten Vormittag zusammenfinden, eine leichte Mahlzeit einnehmen und sich im Plausch vertiefen. Meine Einladung besteht auf herzlichste weiter”, sie lächelte warmherzig.


Linara, die einen aufrichtig bedauernden Eindruck machte sagte nun ebenfalls ab.
Linara, die einen aufrichtig bedauernden Eindruck machte sagte nun ebenfalls ab.
Zeile 247: Zeile 246:
Sybilla zeigte sich erfreut auf Clarizias Zusage. Einen angenehmen Austausch zwischen Kunstinteressierten ist der Aranier immer willkommen und über weitere Gesellschaft freut sie sich ebenfalls.
Sybilla zeigte sich erfreut auf Clarizias Zusage. Einen angenehmen Austausch zwischen Kunstinteressierten ist der Aranier immer willkommen und über weitere Gesellschaft freut sie sich ebenfalls.


,,Es ist mir dann eine große Freude Euch mit Euren Begleiterinnen willkommen zu heißen! Ein Brief mit weiteren Einzelheiten werde ich Euch alsbald zukommen lassen, werte Signora. Doch Ihr müsst mich nun entschuldigen, unsere anderen Gäste erwarten meine Aufwartung. Es war mir eine Freude”, sie verbeugte sich und schenkte jedem der Gerber ein warmes Lächeln.
"Es ist mir dann eine große Freude Euch mit Euren Begleiterinnen willkommen zu heißen! Ein Brief mit weiteren Einzelheiten werde ich Euch alsbald zukommen lassen, werte Signora. Doch Ihr müsst mich nun entschuldigen, unsere anderen Gäste erwarten meine Aufwartung. Es war mir eine Freude”, sie verbeugte sich und schenkte jedem der Gerber ein warmes Lächeln.


Clarizia neigte ebenfalls ihr Haupt etwas: “Die Freude ist ganz auf meiner Seite.”  
Clarizia neigte ebenfalls ihr Haupt etwas: “Die Freude ist ganz auf meiner Seite.”  
Zeile 282: Zeile 281:
“Es gibt nichts zu verzeihen, Signora. Eure Frage ist berechtigt und gerne beantworte ich Euch diese.”, sprach Ferrante als er einem der Bediensteten einen Weinpokal abnahm. Folnor lehnte dankend ab und widmete sich wieder den Gesprächspartnern. Ferrante ließ ebenfalls den Wein in seinem Pokal kreisen. “Die Bande unserer Familie wurden leider erst während des vergangenen Krieges geknüpft, als wir beide gemeinsam dem Horas dienten. Daraus ergaben sich viele Momente, in denen man zusammen etliche Hindernisse und ausweglose Lagen überwinden konnte. Näher ausführen möchte ich dies nicht, da es doch dann ein unpassendes Thema für diesen Abend ist. Mit Verlaub würde ich Euch ebenfalls eine Frage stellen, wenn Ihr erlaubt.”
“Es gibt nichts zu verzeihen, Signora. Eure Frage ist berechtigt und gerne beantworte ich Euch diese.”, sprach Ferrante als er einem der Bediensteten einen Weinpokal abnahm. Folnor lehnte dankend ab und widmete sich wieder den Gesprächspartnern. Ferrante ließ ebenfalls den Wein in seinem Pokal kreisen. “Die Bande unserer Familie wurden leider erst während des vergangenen Krieges geknüpft, als wir beide gemeinsam dem Horas dienten. Daraus ergaben sich viele Momente, in denen man zusammen etliche Hindernisse und ausweglose Lagen überwinden konnte. Näher ausführen möchte ich dies nicht, da es doch dann ein unpassendes Thema für diesen Abend ist. Mit Verlaub würde ich Euch ebenfalls eine Frage stellen, wenn Ihr erlaubt.”


Als der Horas erwähnt wurde, horchte Icaro kurz auf überließ das Gespräch aber weiterhin seiner Frau. Sein Mißtrauen war geweckt und er lauschte jetzt jedem gesprochenen Wort umso deutlicher. Seine Frau lächelte ihren Gegenüber an. “Ihr weicht mir mit einer Frage aus, Signor Ferrante.” Spielerisch tadelnd schüttelte sie den Kopf. “Aber gut, stellt mir eure Frage und lasst uns sehen, ob es mir genehm ist, Rede und Antwort zu stehen.”
Als der Horas erwähnt wurde, horchte Icaro kurz auf überließ das Gespräch aber weiterhin seiner Frau. Sein Misstrauen war geweckt und er lauschte jetzt jedem gesprochenen Wort umso deutlicher. Seine Frau lächelte ihren Gegenüber an. “Ihr weicht mir mit einer Frage aus, Signor Ferrante.” Spielerisch tadelnd schüttelte sie den Kopf. “Aber gut, stellt mir eure Frage und lasst uns sehen, ob es mir genehm ist, Rede und Antwort zu stehen.”


“Vielen Dank, Signora. Anscheinend habe ich nun Eure Aufmerksamkeit gewonnen, Signor Icaro.”, bemerkte leicht amüsiert Ferrante, der das Spiel der Familien aus Vinsalt nur allzu gut kannte, “Aufmerksamkeit wie Misstrauen wie mir scheint. Verzeiht, wenn ich Euch einen Anlass gegeben haben.”  
“Vielen Dank, Signora. Anscheinend habe ich nun Eure Aufmerksamkeit gewonnen, Signor Icaro.”, bemerkte leicht amüsiert Ferrante, der das Spiel der Familien aus Vinsalt nur allzu gut kannte, “Aufmerksamkeit wie Misstrauen wie mir scheint. Verzeiht, wenn ich Euch einen Anlass gegeben haben.”  
Zeile 296: Zeile 295:
Zu den ya Pirras und den di Cerranos gesellte sich ein junger Mann, der an seiner dunkelgrünen Weste eine Fasanenspange befestigt hatte. Es war Timor d'Antara, der Sohn der Gastgeber und anders als sein Vater, teilt er die Adelsfreundlichkeit seines Onkels Orelian. Er verbeugte sich höflich und grinste freundlich.
Zu den ya Pirras und den di Cerranos gesellte sich ein junger Mann, der an seiner dunkelgrünen Weste eine Fasanenspange befestigt hatte. Es war Timor d'Antara, der Sohn der Gastgeber und anders als sein Vater, teilt er die Adelsfreundlichkeit seines Onkels Orelian. Er verbeugte sich höflich und grinste freundlich.


,,Werte Signora, werte Signori (er blickte jedem kurz in die Augen). Ich hoffe sehr, dass das Fest Euren Erwartungen entspricht?” Er zauberte ein entwaffnendes Lächeln in sein Gesicht, sodass auch der immer vorhandene Gram der ya Pirras kurzzeitig aus dem Gesicht wich.
"Werte Signora, werte Signori (er blickte jedem kurz in die Augen). Ich hoffe sehr, dass das Fest Euren Erwartungen entspricht?” Er zauberte ein entwaffnendes Lächeln in sein Gesicht, sodass auch der immer vorhandene Gram der ya Pirras kurzzeitig aus dem Gesicht wich.


Aber nur sehr kurz und Icaro setzte wieder seine stoische Miene auf, als er dem jungen d'Antara antwortete. “Ah, Signor Timor, oder wollt ihr eher Secretario genannt werden? Das Fest ist, wie soll ich sagen, ja…..recht zufriedenstellend. Die Canapés sind etwas gewöhnungsbedürftig,  was aber wohl an dem aranischen Einflüssen Eurer Küche liegen wird, sind unsere Gaumen doch eher maritime Freuden gewöhnt. Aber sagt, können wir Euch in irgendeiner Form weiterhelfen? Meine Frau war gerade damit beschäftigt, dem  werten Signor Ferrante tiefgründige Geheimnisse zu entlocken.”
Aber nur sehr kurz und Icaro setzte wieder seine stoische Miene auf, als er dem jungen d'Antara antwortete. “Ah, Signor Timor, oder wollt ihr eher Secretario genannt werden? Das Fest ist, wie soll ich sagen, ja…..recht zufriedenstellend. Die Canapés sind etwas gewöhnungsbedürftig,  was aber wohl an dem aranischen Einflüssen Eurer Küche liegen wird, sind unsere Gaumen doch eher maritime Freuden gewöhnt. Aber sagt, können wir Euch in irgendeiner Form weiterhelfen? Meine Frau war gerade damit beschäftigt, dem  werten Signor Ferrante tiefgründige Geheimnisse zu entlocken.”
Zeile 320: Zeile 319:
“Unsere Familie ist seit langem im Heilig-Blut-Orden vertreten und nutzt jede Gelegenheit, um Gemeinden oder Wehranlagen die Einrichtung eines Horasschreins zu ermöglichen. Denn der Horas selbst führte uns in eine praiosgefällige Ordnung und darum sollte man ihn besonders würdigen. Durch unser Erbe aus bosparanischen Zeiten bringt unsere Familie zudem auch Rechtsgelehrte hervor. Ein paar von ihnen dienen dem Reich bereits im Justizwesen. Uns verwundert es überhaupt nicht, dass Eure Familie die unsere noch nicht kennt. Eure Geschäfte in dieser Stadt sowie in der Coverna selbst nehmen viel Zeit in Anspruch.”, lächelte Ferrante seinem Gegenüber und Folnor nahm den seltenen Moment wahr, in dem sein Vetter mit Autorität gepaart mit Charme auftrat.
“Unsere Familie ist seit langem im Heilig-Blut-Orden vertreten und nutzt jede Gelegenheit, um Gemeinden oder Wehranlagen die Einrichtung eines Horasschreins zu ermöglichen. Denn der Horas selbst führte uns in eine praiosgefällige Ordnung und darum sollte man ihn besonders würdigen. Durch unser Erbe aus bosparanischen Zeiten bringt unsere Familie zudem auch Rechtsgelehrte hervor. Ein paar von ihnen dienen dem Reich bereits im Justizwesen. Uns verwundert es überhaupt nicht, dass Eure Familie die unsere noch nicht kennt. Eure Geschäfte in dieser Stadt sowie in der Coverna selbst nehmen viel Zeit in Anspruch.”, lächelte Ferrante seinem Gegenüber und Folnor nahm den seltenen Moment wahr, in dem sein Vetter mit Autorität gepaart mit Charme auftrat.


Wieder machte Icaro eine kleine Pause, bevor er antwortete. “Nun, das Feld der Justicia ist auch meine Profession. Vielleicht ergibt sich ja eines Tages die Möglichkeit, einem Mitglied Eurer werten Familie vor Gericht gegenüberzustehen. Ich muß zugeben, diese Vorstellung würde mich sehr reizen.”  
Wieder machte Icaro eine kleine Pause, bevor er antwortete. “Nun, das Feld der Justicia ist auch meine Profession. Vielleicht ergibt sich ja eines Tages die Möglichkeit, einem Mitglied Eurer werten Familie vor Gericht gegenüberzustehen. Ich muss zugeben, diese Vorstellung würde mich sehr reizen.”


“Dies wäre auf jeden Fall interessant! Jedoch bevor wir im Gerichtssaal die Klingen kreuzen, würde sich unsere Familie sehr freuen, Eure in Valbeno zu exquisiten Wein empfangen zu dürfen. Seid versichert, dass dieser all die … bescheidenen Getränke von Haus d'Antara in den Schatten stellt. Ein, zwei Erstausgaben aus dem Bereich Recht würde auch auf Euch warten, sofern Ihr interessiert seid.”, entgegnete Ferrante in seiner üblichen Seelenruhe.  
“Dies wäre auf jeden Fall interessant! Jedoch bevor wir im Gerichtssaal die Klingen kreuzen, würde sich unsere Familie sehr freuen, Eure in Valbeno zu exquisiten Wein empfangen zu dürfen. Seid versichert, dass dieser all die … bescheidenen Getränke von Haus d'Antara in den Schatten stellt. Ein, zwei Erstausgaben aus dem Bereich Recht würde auch auf Euch warten, sofern Ihr interessiert seid.”, entgegnete Ferrante in seiner üblichen Seelenruhe.  
Zeile 329: Zeile 328:
Nachdem die Gastgeber ihre Gespräche mit den Rizzi und Gerber beendet hatten, begab sich Sybilla zu ihrem Mann und sah ihm überdeutlich seine frohe Stimmung an.
Nachdem die Gastgeber ihre Gespräche mit den Rizzi und Gerber beendet hatten, begab sich Sybilla zu ihrem Mann und sah ihm überdeutlich seine frohe Stimmung an.


,,Du wirkst überglücklich, mein Lieber.”
"Du wirkst überglücklich, mein Lieber.”


,,Aber ja, endlich können wir anfangen. Mir kribbelt es bereits in den Fingerspitzen. Nach dem heutigen Abend werden wir ein gut gefülltes Auftragsbuch haben “, erklärte er erfreut und mit großem Optimismus in der Stimme.  
"Aber ja, endlich können wir anfangen. Mir kribbelt es bereits in den Fingerspitzen. Nach dem heutigen Abend werden wir ein gut gefülltes Auftragsbuch haben“, erklärte er erfreut und mit großem Optimismus in der Stimme.  




Zeile 342: Zeile 341:
Phelizzio nahm währenddessen Lucians Gratulationswünsche entgegen und sie stießen mit ihren Gläsern an.  
Phelizzio nahm währenddessen Lucians Gratulationswünsche entgegen und sie stießen mit ihren Gläsern an.  


,,Nachdem unsere Frauen uns wieder verstoßen haben, haben wir vielleicht die Möglichkeit über Geschäftliches zu sprechen. Ihr habt  in Eurem Brief angedeutet, dass Euer Seidenhandel möglicherweise einen Seeweg aufbauen möchte”.
"Nachdem unsere Frauen uns wieder verstoßen haben, haben wir vielleicht die Möglichkeit über Geschäftliches zu sprechen. Ihr habt  in Eurem Brief angedeutet, dass Euer Seidenhandel möglicherweise einen Seeweg aufbauen möchte”.


Phelizzio bemerkte plötzlich, dass das Gespräch der Frauen elegant ausklang und sie sich nun interessiert dem Gespräch zwischen ihm und Lucian zu wandten. Mit einer einladenden Geste und einem freundlichen Lächeln begrüßte er die weiteren Gesprächsteilnehmer, ehe er ernst wurde. ,, Wie kann ich Euch behilflich sein, meine Freunde?”, die Frage war sowohl nochmal an Lucian und Sherieth gestellt.  
Phelizzio bemerkte plötzlich, dass das Gespräch der Frauen elegant ausklang und sie sich nun interessiert dem Gespräch zwischen ihm und Lucian zu wandten. Mit einer einladenden Geste und einem freundlichen Lächeln begrüßte er die weiteren Gesprächsteilnehmer, ehe er ernst wurde. "Wie kann ich Euch behilflich sein, meine Freunde?”, die Frage war sowohl nochmal an Lucian und Sherieth gestellt.  




Zeile 358: Zeile 357:
'''Gespräch mit Familie di Solano'''
'''Gespräch mit Familie di Solano'''


Während Nicandra noch in Gedanken verweilte ,trat der Gastgeber lächelnd an sie heran und bot ihr ein Glas Wein an. ,,Oh, verzeiht, dass ich Euch aus Euren Gedanken reiße, Signora, doch darf ich Euch auf ein Glas Wein einladen? Senator Silem scheint im Umfang seiner Verantwortungsvollen Aufgaben heute Abend verhindert zu sein. Bitte richtet ihm unsere Grüße aus und die Einladung eines gemeinsamen Familienessen". Seine charismatische Ausstrahlung duldete keine Absage und damit erhob er das Glas zum Prost.
Während Nicandra noch in Gedanken verweilte ,trat der Gastgeber lächelnd an sie heran und bot ihr ein Glas Wein an. "Oh, verzeiht, dass ich Euch aus Euren Gedanken reiße, Signora, doch darf ich Euch auf ein Glas Wein einladen? Senator Silem scheint im Umfang seiner Verantwortungsvollen Aufgaben heute Abend verhindert zu sein. Bitte richtet ihm unsere Grüße aus und die Einladung eines gemeinsamen Familienessen". Seine charismatische Ausstrahlung duldete keine Absage und damit erhob er das Glas zum Prost.


„Verzeiht, die anderen di Solanos, wären auch gerne erschienen, jedoch sind sie verhindert. Besonders meine Tochter hatte sich gefreut, aber sie sucht nach einer Sekundärausbildung. Alleine Staats- und Fechtkunst, macht noch keine Frau von Welt, sagt sie immer. Sie will auch den Handel meistern. So ist die Jugend nunmal.“ schloss sie mit einem Seufzen ab.
„Verzeiht, die anderen di Solanos, wären auch gerne erschienen, jedoch sind sie verhindert. Besonders meine Tochter hatte sich gefreut, aber sie sucht nach einer Sekundärausbildung. Alleine Staats- und Fechtkunst, macht noch keine Frau von Welt, sagt sie immer. Sie will auch den Handel meistern. So ist die Jugend nunmal.“ schloss sie mit einem Seufzen ab.


,,Ah, wenn Eure Tochter die Kunst des Handels und Kontoristik erlernen möchte, Signora. Dann würden wir ihr mit Freude eine Lehre dazu anbieten. "
"Ah, wenn Eure Tochter die Kunst des Handels und Kontoristik erlernen möchte, Signora. Dann würden wir ihr mit Freude eine Lehre dazu anbieten."


„Ich danke für das Angebot, ich bin mir sicher, dass sie hocherfreut sein wird, von einer Familie mit Verbindungen zum Mondkontor zu lernen. Ich denke, ich kann für sie sprechen, in der Annahme der Lehre. Jedoch, würde ich wohl wissen wollen, was die genaue Gegenleistung für ein so schönes Angebot ist.“
„Ich danke für das Angebot, ich bin mir sicher, dass sie hocherfreut sein wird, von einer Familie mit Verbindungen zum Mondkontor zu lernen. Ich denke, ich kann für sie sprechen, in der Annahme der Lehre. Jedoch, würde ich wohl wissen wollen, was die genaue Gegenleistung für ein so schönes Angebot ist.“
Zeile 368: Zeile 367:
Phelizzio nahm eine ernste Miene an, ehe er antwortete.  
Phelizzio nahm eine ernste Miene an, ehe er antwortete.  


,,Aufrichtigkeit. Zuverlässigkeit. Fleiß. In der Lehre. Doch das allein werdet Ihr als Antwort bestimmt nicht durchgehen lassen, Signora. Meine Schwester Viana, Geweihte der gütigen Göttin, hilft im Stadtteil Miseria, wo sie nur kann. Dazu würde sie Euch und dem Signor Senator gerne Ihre Aufwartung machen. Ich hoffe, Ihr seid damit einverstanden, Euch mit Viana zu treffen?”, der Schiffsbauer verneigte sich höflich.  
"Aufrichtigkeit. Zuverlässigkeit. Fleiß. In der Lehre. Doch das allein werdet Ihr als Antwort bestimmt nicht durchgehen lassen, Signora. Meine Schwester Viana, Geweihte der gütigen Göttin, hilft im Stadtteil Miseria, wo sie nur kann. Dazu würde sie Euch und dem Signor Senator gerne Ihre Aufwartung machen. Ich hoffe, Ihr seid damit einverstanden, Euch mit Viana zu treffen?”, der Schiffsbauer verneigte sich höflich.  
 
[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas|Alte Werft, neuer Glanz]]
[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas|Alte Werft, neuer Glanz]]