Briefspiel:Albornsburg/Urbasische Briefe II: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Zeit bis zum Aufbruch erschien [[Phelizzio d'Antara]] wie eine Ewigkeit, doch er musste sich zur Ruhe ermahnen, da er schließlich nun auch eine Pflicht gegenüber seiner Werft und Familie in [[Efferdas]] hatte. Aber nunmehr war der Tag gekommen. Im Hof der [[Covernische Schiffswerft d'Antara|Covernischen Schiffswerft]], nahe des Orangenbaumes, saßen bereits sechs Gardisten der [[Palmyramische Wache|Palmyranischen Wache]] sowie Phelizzio's Sohn [[Timor d'Antara|Timor]] in den Sätteln mehrerer Kaltblut-Pferde. Wie er [[Gardelan de Vere]] angewiesen hatte, waren die Gardisten voll bewaffnet. Auffallend war diesmal, dass jeder der Wachmänner eine Lanze mit dem Fasanen-Banner der d'Antaras trug. Dieses Mal würde Phelizzio über seinen Schatten springen und so maximal (nieder)adlig auftreten, wie er nur konnte und durfte.<br> | Die Zeit bis zum Aufbruch erschien [[Phelizzio d'Antara]] wie eine Ewigkeit, doch er musste sich zur Ruhe ermahnen, da er schließlich nun auch eine Pflicht gegenüber seiner Werft und Familie in [[Efferdas]] hatte. Aber nunmehr war der Tag gekommen. Im Hof der [[Covernische Schiffswerft d'Antara|Covernischen Schiffswerft]], nahe des Orangenbaumes, saßen bereits sechs Gardisten der [[Palmyramische Wache|Palmyranischen Wache]] sowie Phelizzio's Sohn [[Timor d'Antara|Timor]] in den Sätteln mehrerer Kaltblut-Pferde. Wie er [[Gardelan de Vere]] angewiesen hatte, waren die Gardisten voll bewaffnet. Auffallend war diesmal, dass jeder der Wachmänner eine Lanze mit dem Fasanen-Banner der d'Antaras trug. Dieses Mal würde Phelizzio über seinen Schatten springen und so maximal (nieder)adlig auftreten, wie er nur konnte und durfte.<br> | ||
[[Datei:Timor d Antara.jpg| | [[Datei:Timor d Antara.jpg|thumb|150px|right|Sein Sohn Timor begleitet den Vater auf dieser Reise.]] | ||
Timor blickte auf, als sein Vater das Verwaltungshaus der Werft verließ. Dieser trug einen braunen Kaftan mit dunkelgrüner Schärpe, an der die Fasanen- wie [[Donatorier]]-Spange im Licht der Praiosscheibe funkelten. Über seiner Kleidung hatte er sich einen leichten Mantel mit Kaninchenfell-Kragen geworfen und an seinem Gürtel hing der alte Waqqif-Dolch der Familie. So hatte er seinen Vater noch nie gekleidet gesehen, meist nur handwerklich, aber heute strahlte er eine strenge Autorität für den sonst so warmherzigen Mann aus. Phelizzio verabschiedete sich von seiner Frau Sybilla und den anderen Kindern und überreichte dem mit anwesenden Gardelan einen Umschlag mit weiteren Anweisungen bezüglich der Gewährleistung der Sicherheit seiner Familie und der Werft im Falle von Schwierigkeiten. Er stieg auf sein Pferd und zog die Zügel, die das Tier zu seiner Familie drehte.<br> | Timor blickte auf, als sein Vater das Verwaltungshaus der Werft verließ. Dieser trug einen braunen Kaftan mit dunkelgrüner Schärpe, an der die Fasanen- wie [[Donatorier]]-Spange im Licht der Praiosscheibe funkelten. Über seiner Kleidung hatte er sich einen leichten Mantel mit Kaninchenfell-Kragen geworfen und an seinem Gürtel hing der alte Waqqif-Dolch der Familie. So hatte er seinen Vater noch nie gekleidet gesehen, meist nur handwerklich, aber heute strahlte er eine strenge Autorität für den sonst so warmherzigen Mann aus. Phelizzio verabschiedete sich von seiner Frau Sybilla und den anderen Kindern und überreichte dem mit anwesenden Gardelan einen Umschlag mit weiteren Anweisungen bezüglich der Gewährleistung der Sicherheit seiner Familie und der Werft im Falle von Schwierigkeiten. Er stieg auf sein Pferd und zog die Zügel, die das Tier zu seiner Familie drehte.<br> | ||
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[[Datei:Hesindetta Silbertaler d.J. und Daniello auf der Piazza Palio.jpg|thumb|250px|right|Zwei Kinder füttern eine Graugans auf der Piazza Palio]] | |||
Da drangen in die letzten Töne des Glockenspiels der Tempel hinein drei charakteristische Trompetenrufe. Eine aufgeregte Kinderstimme war durch das offene Fenster zu vernehmen. ''"Guck, guck, [[Daniello Silbertaler|Daniello]], eine Graugans ist auf der Piazza gelandet. Wie schön sie nun schnattert.”'' Eine jüngere Stimme antwortete in die aufkommende Stille hinein, in der das Glucksen der Wildgans zu hören war. ''"Ich gebe ihr meinen Apfel."'' | Da drangen in die letzten Töne des Glockenspiels der Tempel hinein drei charakteristische Trompetenrufe. Eine aufgeregte Kinderstimme war durch das offene Fenster zu vernehmen. ''"Guck, guck, [[Daniello Silbertaler|Daniello]], eine Graugans ist auf der Piazza gelandet. Wie schön sie nun schnattert.”'' Eine jüngere Stimme antwortete in die aufkommende Stille hinein, in der das Glucksen der Wildgans zu hören war. ''"Ich gebe ihr meinen Apfel."'' | ||
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''„Dann hat die Gütige selbst unser Gespräch gehört.“'' | ''„Dann hat die Gütige selbst unser Gespräch gehört.“'' | ||
[[Datei:Phelizzio d´Antara im Traviaschwur vor Efferdita Pechstein.jpg|thumb|250px|left|Ein | [[Datei:Phelizzio d´Antara im Traviaschwur vor Efferdita Pechstein.jpg|thumb|250px|left|Ein heiliger Eid]] | ||
Mit neuer, fast feierlicher Kraft ergriff er Efferditas beringte Hand — nicht flüchtig, sondern wie bei einem Schwur.<br> | Mit neuer, fast feierlicher Kraft ergriff er Efferditas beringte Hand — nicht flüchtig, sondern wie bei einem Schwur.<br> | ||
„So höret mich nun, Signora Efferdita, und mögen Praios und Travia Zeugen sein. Im Zeichen dieser heiligen Botin schwöre ich die Freundschaft des Hauses d’Antara Eurem Hause Silbertaler.“ | ''„So höret mich nun, Signora Efferdita, und mögen Praios und Travia Zeugen sein. Im Zeichen dieser heiligen Botin schwöre ich die Freundschaft des Hauses d’Antara Eurem Hause Silbertaler.“'' | ||
Timor sah seinen Vater an, als höre er einen uralten Eid. | Timor sah seinen Vater an, als höre er einen uralten Eid. | ||
Phelizzio fuhr fort: | Phelizzio fuhr fort: | ||
„Solange ein Fasan auf unserem Banner fliegt, soll kein Silbertaler ohne Freund in Efferdas oder auf den Meeren stehen. | ''„Solange ein Fasan auf unserem Banner fliegt, soll kein Silbertaler ohne Freund in Efferdas oder auf den Meeren stehen. | ||
Wird einer der Euren um Herberge bitten, so soll ihm der Herd meines Hauses offenstehen wie einem Blutsverwandten.“ | Wird einer der Euren um Herberge bitten, so soll ihm der Herd meines Hauses offenstehen wie einem Blutsverwandten.“'' | ||
Er hob die rechte Hand, wie zur Bekräftigung vor göttlichem Gericht. | Er hob die rechte Hand, wie zur Bekräftigung vor göttlichem Gericht. | ||
„Ich schwöre Schutz nach Kräften, Rat nach Gewissen und Freundschaft über Nutzen hinaus.“ | ''„Ich schwöre Schutz nach Kräften, Rat nach Gewissen und Freundschaft über Nutzen hinaus.“'' | ||
Ein kurzer Blick zum Fenster, wo fern erneut Glocken klangen. | Ein kurzer Blick zum Fenster, wo fern erneut Glocken klangen. | ||
„Und weil Travias Graugans in dieser Stunde erschien, erkläre ich dies nicht nur als Wort eines Mannes, sondern als Eid unter göttlichem Zeichen.“ | ''„Und weil Travias Graugans in dieser Stunde erschien, erkläre ich dies nicht nur als Wort eines Mannes, sondern als Eid unter göttlichem Zeichen.“'' | ||
Die Kuslikerin hatte den Blick ihrer tiefschwarzen Augen vom Fenster zurück in das Gesicht ihres Gastes geworfen. Nun legte sie die zweite Hand auf die seine und erwiderte in großer Ernsthaftigkeit. “Die Chronica wird den Eid Eurer Familie, gegeben vor Euren Blute und unter dem göttlichen Zeichen Traviens, verzeichnen. Ihr seid gebunden, ´solang ein Fasan das Wappen der d´Antara ziert´. Seid gewiss, Signores, die ehrwürdige Familie Silbertaler wird Euren Eid bewahren.” Sie entzog ihm die Hände, drehte einen goldenen Ring mit dem blauen Traviastein vom Mittelfinger und hielt ihn dem Mann hin. “Nehmt von meiner Hand dieses Schmuckstück, das mir stets nah war, und spendet ihn als Zeichen Eures Schwures zu mildtätigem Zwecke und zum Glücke anderer. Denn ich erkenne die Spange an Eurer Brust sehr wohl.” | Die Kuslikerin hatte den Blick ihrer tiefschwarzen Augen vom Fenster zurück in das Gesicht ihres Gastes geworfen. Nun legte sie die zweite Hand auf die seine und erwiderte in großer Ernsthaftigkeit. ''“Die Chronica wird den Eid Eurer Familie, gegeben vor Euren Blute und unter dem göttlichen Zeichen Traviens, verzeichnen. Ihr seid gebunden, '''´solang ein Fasan das Wappen der d´Antara ziert´'''. Seid gewiss, Signores, die ehrwürdige Familie Silbertaler wird Euren Eid bewahren.”'' Sie entzog ihm die Hände, drehte einen goldenen Ring mit dem blauen Traviastein vom Mittelfinger und hielt ihn dem Mann hin. '''“Nehmt von meiner Hand dieses Schmuckstück, das mir stets nah war, und spendet ihn als Zeichen Eures Schwures zu mildtätigem Zwecke und zum Glücke anderer. Denn ich erkenne die Spange an Eurer Brust sehr wohl.”''' | ||
Von draußen her hörte man zufriedenes Geschnatter der Gans und fröhliches Kichern von Kinderstimmen. | Von draußen her hörte man zufriedenes Geschnatter der Gans und fröhliches Kichern von Kinderstimmen. | ||
Phelizzio nahm den Ring mit beiden Händen entgegen, als hielte er ein geweihtes Kleinod. Sein sonst so arbeitsgegerbtes Gesicht war weich geworden. | Phelizzio nahm den Ring mit beiden Händen entgegen, als hielte er ein geweihtes Kleinod. Sein sonst so arbeitsgegerbtes Gesicht war weich geworden.<br> | ||
„Signora… dies ehrt mich mehr als Worte tragen können.“ | ''„Signora… dies ehrt mich mehr als Worte tragen können.“''<br> | ||
Er neigte sich tief und führte den Ring ehrfürchtig an die Stirn. | Er neigte sich tief und führte den Ring ehrfürchtig an die Stirn.<br> | ||
„Ich gelobe, Euer Geschenk werde Armen und Bedürftigen zugutekommen, auf dass unser Schwur Frucht trage, wie Travia es wohlgefällig sein möge.“ | ''„Ich gelobe, Euer Geschenk werde Armen und Bedürftigen zugutekommen, auf dass unser Schwur Frucht trage, wie Travia es wohlgefällig sein möge.“'' | ||
Dann trat Timor einen Schritt vor, verneigte sich tief. | Dann trat Timor einen Schritt vor, verneigte sich tief. | ||
„Signora Efferdita, Ihr habt meinem Vater Hoffnung gegeben, wo Sorge wohnte. Dafür danke ich Euch im Namen unseres Hauses.“ | ''„Signora Efferdita, Ihr habt meinem Vater Hoffnung gegeben, wo Sorge wohnte. Dafür danke ich Euch im Namen unseres Hauses.“'' | ||
Die warme, volle Stimme Efferditas erfüllte den Raum. “Ich wünsche Euch und Euren Nachfahren Friede und Glück, junger Timor. Das Licht eines Herdfeuers möge auch Euer Herz stets wärmen.” Sie deutete auf die Möbel mit der unausgesprochenen Einladung, sich zu Tee und Gebäck wieder zu setzen. | Die warme, volle Stimme Efferditas erfüllte den Raum. ''“Ich wünsche Euch und Euren Nachfahren Friede und Glück, junger Timor. Das Licht eines Herdfeuers möge auch Euer Herz stets wärmen.”'' Sie deutete auf die Möbel mit der unausgesprochenen Einladung, sich zu Tee und Gebäck wieder zu setzen. | ||
“Ich setze Euch den versprochenen Brief sogleich auf. Wohin wenden sich Eure Wege nun?” | ''“Ich setze Euch den versprochenen Brief sogleich auf. Wohin wenden sich Eure Wege nun?”'' | ||
Die beiden Männer nickten dankend und nahmen sogleich wieder Platz. Nun war es der junge Timor,der das Gespräch mit Signora Pechstein führte. | Die beiden Männer nickten dankend und nahmen sogleich wieder Platz. Nun war es der junge Timor,der das Gespräch mit Signora Pechstein führte. | ||
,,Wir haben weitere Freunde hier in Urbasi, die auch gut zu den di Cerranos stehen. Mein Vater und ich werden uns an Familie Solivino wenden. Bei einem Auftrag von Zierbooten hat er den Rahja-Geweihten Rahjalin Solivino kennengelernt und auch dort eine freundschaftliche Verbindung aufgebaut. Wir werden Hilfe für unseren gemeinsamen Freund Verian | '',,Wir haben weitere Freunde hier in Urbasi, die auch gut zu den di Cerranos stehen. Mein Vater und ich werden uns an Familie Solivino wenden. Bei einem Auftrag von Zierbooten hat er den Rahja-Geweihten Rahjalin Solivino kennengelernt und auch dort eine freundschaftliche Verbindung aufgebaut. Wir werden Hilfe für unseren gemeinsamen Freund Verian erbitten."''<br> | ||
Timor blickte zu seinem Vater, der bereits wieder innerlich am arbeiten war. | Timor blickte zu seinem Vater, der bereits wieder innerlich am arbeiten war. | ||
“Ich denke, ein Gesuch dieser Art ist schon an die Familie herangetragen worden. Anders kann ich mir die Reise des Signore Rahjesco nicht erklären, der den ehrwürdigen Advocaten begleitet - in einer der Reisekutschen der Solivino. Doch sicherlich kann ein weiterer Besuch nur die Bande stärken.” Sie nippte am Becher. | ''“Ich denke, ein Gesuch dieser Art ist schon an die Familie herangetragen worden. Anders kann ich mir die Reise des Signore Rahjesco nicht erklären, der den ehrwürdigen Advocaten begleitet - in einer der Reisekutschen der Solivino. Doch sicherlich kann ein weiterer Besuch nur die Bande stärken.”'' Sie nippte am Becher. | ||
Phelizzio, der bislang schweigend den warmen Austausch zwischen seinem Sohn und Efferdita verfolgt hatte, hob nun wieder den Blick. Die innere Anspannung wich mehr und mehr einer nachdenklichen Sammlung. | Phelizzio, der bislang schweigend den warmen Austausch zwischen seinem Sohn und Efferdita verfolgt hatte, hob nun wieder den Blick. Die innere Anspannung wich mehr und mehr einer nachdenklichen Sammlung.<br> | ||
Er nahm den einfachen Tonbecher in beide Hände, als suche er in dessen Wärme Halt. | Er nahm den einfachen Tonbecher in beide Hände, als suche er in dessen Wärme Halt.<br> | ||
„Dann also ist hierin bereits ein Netz guter Hände gewoben,“ sagte er langsam, fast mehr zu sich selbst als in den Raum hinein. „Praios lenkt oft mehr Fäden, als ein einzelner Blick erkennt.“ | ''„Dann also ist hierin bereits ein Netz guter Hände gewoben,“'' sagte er langsam, fast mehr zu sich selbst als in den Raum hinein. ''„Praios lenkt oft mehr Fäden, als ein einzelner Blick erkennt.“''<br> | ||
Efferdita nickte zustimmend und strich mit einer feinen Bewegung eine lose Strähne unter ihr Tuch. | Efferdita nickte zustimmend und strich mit einer feinen Bewegung eine lose Strähne unter ihr Tuch.<br> | ||
Timor lächelte leicht. | Timor lächelte leicht.<br> | ||
„Es tut gut zu hören, dass Signore Rahjesco schon handelt”, sagte der junge Mann. | ''„Es tut gut zu hören, dass Signore Rahjesco schon handelt”'', sagte der junge Mann. | ||
Phelizzio wandte sich nun wieder direkt an Efferdita. | Phelizzio wandte sich nun wieder direkt an Efferdita. | ||
„Die Solivino bleiben dennoch unser nächster Weg. Ein Freund besucht einen Freund nicht allein, um Hilfe zu erbitten, sondern auch, um Dank vorwegzunehmen.“ | ''„Die Solivino bleiben dennoch unser nächster Weg. Ein Freund besucht einen Freund nicht allein, um Hilfe zu erbitten, sondern auch, um Dank vorwegzunehmen.“'' | ||
Ein Schimmer alten Humors trat in seine Augen zurück. | Ein Schimmer alten Humors trat in seine Augen zurück. | ||
„Und ich kenne Rahjalin Solivino — wenn er mich sieht, wird er eher ein Gastmahl als ein Rechtsgespräch eröffnen.“ | „Und ich kenne [[Rahjalin Solivino]] — wenn er mich sieht, wird er eher ein Gastmahl als ein Rechtsgespräch eröffnen.“''<br> | ||
Efferdita lachte leise; selbst Timor musste schmunzeln. | Efferdita lachte leise; selbst Timor musste schmunzeln.<br> | ||
Dann wurde Phelizzio wieder ernst. | Dann wurde Phelizzio wieder ernst. | ||
„Nach den Solivino,“ sagte er und blickte kurz zu seinem Sohn, „werden wir, sofern möglich, dem Haus Urbet unsere Aufwartung machen. Nicht, um Unruhe zu streuen, sondern um Fürsprache aus mehreren ehrbaren Mündern zu gewinnen.“ | ''„Nach den Solivino,“'' sagte er und blickte kurz zu seinem Sohn, ''„werden wir, sofern möglich, dem Haus Urbet unsere Aufwartung machen. Nicht, um Unruhe zu streuen, sondern um Fürsprache aus mehreren ehrbaren Mündern zu gewinnen.“'' | ||
“So will ich Euch nicht aufhalten. Lasst mich - von eigener Hand - die Note verfassen, mit der Ihr im einfachen Haus des urbasischen Delegierten Heim finden werdet. Es liegt in Alt-Vinsalt im Süden der Erleuchtung, direkt an der Stadtmauer. Folgt beiden Wappen von Silbertaler und fürstlicher Gemeinde.” | ''“So will ich Euch nicht aufhalten. Lasst mich - von eigener Hand - die Note verfassen, mit der Ihr im einfachen Haus des urbasischen Delegierten Heim finden werdet. Es liegt in Alt-Vinsalt im Süden der Erleuchtung, direkt an der Stadtmauer. Folgt beiden Wappen von Silbertaler und fürstlicher Gemeinde.”''<br> | ||
Sie stellte den Becher zurück, erhob sich und trat ans Schreibpult. Die Feder begann über das emblemierte Papier zu kratzen. | Sie stellte den Becher zurück, erhob sich und trat ans Schreibpult. Die Feder begann über das emblemierte Papier zu kratzen. | ||
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“[[Alessandro Silbertaler|Hochverehrter Signor]], | |||
lieber Vetter, | lieber Vetter, | ||
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gez. | gez. | ||
Efferdita | [[Efferdita Pechstein]]” | ||
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Da die beiden Efferdier die Gastfreundschaft von Efferdita Pechstein nicht überreizten wollten, bedankten sich beide für das Schreiben sowie für den Tee und die Freundschaft und verabschiedeten sich von ihrer Gastgeberin. | Da die beiden Efferdier die Gastfreundschaft von Efferdita Pechstein nicht überreizten wollten, bedankten sich beide für das Schreiben sowie für den Tee und die Freundschaft und verabschiedeten sich von ihrer Gastgeberin. | ||
==Auf der Piazza Palio== | |||
Draußen angekommen, hielt Timor seinen Vater für einen Moment zurück, ehe sie sich zum Rahja-Tempel aufmachen würden. | Draußen angekommen, hielt Timor seinen Vater für einen Moment zurück, ehe sie sich zum Rahja-Tempel aufmachen würden. | ||
,,Vater, ich weiß, das der Kniefall dich Überwindung gekostet hat, zumal du stets erklärt hast, dass ein d'Antara niemals vor Menschen kniet. Nur vor dem Horas und den Göttern. Doch ich bin stolz auf dich”. | '',,Vater, ich weiß, das der Kniefall dich Überwindung gekostet hat, zumal du stets erklärt hast, dass ein d'Antara niemals vor Menschen kniet. Nur vor dem Horas und den Göttern. Doch ich bin stolz auf dich”.'' | ||
Der Schiffsbauer zeigte sich bewegt von den einfachen und doch tiefen Worten seines Sohnes. Er legte Timor die Hand auf die Schulter. | Der Schiffsbauer zeigte sich bewegt von den einfachen und doch tiefen Worten seines Sohnes. Er legte Timor die Hand auf die Schulter. | ||
,,Timor, Stolz ist etwas, was niemals unser Handeln lenken darf. Das ist eher was für verkrustete Adelshäuser wie die ya Pirras oder sonst wen, der uns wieder auf den Feldern sehen möchte. Travia war bei uns in diesem Moment, als würde sie diesen Schwur bei den Silbertalern persönlich begrüßen. Wer weiß, was die Zukunft bringt, aber diesem Haus würde ich trotz meiner republikanischen Gesinnung den Lehnseid schwören”, er nickte bestätigend, auch eher zu sich selbst bevor er sich nun mit Timor und den Gardisten zum Tempel der Liebholden aufmachte. | '',,Timor, Stolz ist etwas, was niemals unser Handeln lenken darf. Das ist eher was für verkrustete Adelshäuser wie die [[Haus ya Pirras|ya Pirras]] oder sonst wen, der uns wieder auf den Feldern sehen möchte. Travia war bei uns in diesem Moment, als würde sie diesen Schwur bei den Silbertalern persönlich begrüßen. Wer weiß, was die Zukunft bringt, aber diesem Haus würde ich trotz meiner republikanischen Gesinnung den Lehnseid schwören”'', er nickte bestätigend, auch eher zu sich selbst bevor er sich nun mit Timor und den Gardisten zum Tempel der Liebholden aufmachte. | ||
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