Briefspiel:Spiel der Füchse/Ein goldener Morgen: Unterschied zwischen den Versionen
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Das kleine Örtchen im Schatten des großen Aldyras zählte keine zweihundert Einwohner. Ähnlich wie die Via Rondra schien auch Alentino schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Wen wunderte es, die meisten, die hier lebten, taten dies aus der Aufgabe heraus, das nahe gelegene Palazzo Alentino zu bewirten. Die ältesten unter ihnen erinnerten sich noch daran, wie das [[Haus Firdayon]] hier einst eine kleine Burg aus den Zeiten der [[Theaterritter]] hielt. <br> | Das kleine Örtchen im Schatten des großen Aldyras zählte keine zweihundert Einwohner. Ähnlich wie die Via Rondra schien auch Alentino schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Wen wunderte es, die meisten, die hier lebten, taten dies aus der Aufgabe heraus, das nahe gelegene Palazzo Alentino zu bewirten. Die ältesten unter ihnen erinnerten sich noch daran, wie das [[Haus Firdayon]] hier einst eine kleine Burg aus den Zeiten der [[Theaterritter]] hielt. <br> | ||
Geradezu schicksalhaft war da der 7. Travia 1013 BF, als im weit entfernten Bornland der dortige Adelsmarschall [[Jucho von Dallenthin|Jucho von Dallenthin und Persanzig in seinem Amt abgewählt und als “Sonderbotschafter auf Lebenszeit” ins [[Horasreich]] komplimentiert wurde. Er kaufte die kleine Burg, ließ sie niederbauen und erstellte stattdessen auf dessen Boden eben jenes Yaquirschlösschen, unweit der Treidelpfade des Yaquirs. <br> | Geradezu schicksalhaft war da der 7. Travia 1013 BF, als im weit entfernten Bornland der dortige Adelsmarschall [[Jucho von Dallenthin|Jucho von Dallenthin und Persanzig in seinem Amt abgewählt und als “Sonderbotschafter auf Lebenszeit” ins [[Horasreich]] komplimentiert wurde. Er kaufte die kleine Burg, ließ sie niederbauen und erstellte stattdessen auf dessen Boden eben jenes Yaquirschlösschen, unweit der Treidelpfade des Yaquirs. <br> | ||
Jucho ließ es sich an diesem Ort dann wahrlich gut gehen. Bald schon wandelte er seinen bornischen Herzogentitel selbstgefällig in “Granduco” ab. Sein Palazzo Alentino wurde zum Sinnbild rauschender und überschwänglicher Feste und wahrlich wirkte es, als hätte die spätbosparanische Dekadenz Einzug in das kleine Dorf erhalten. Im Jahr 1028 dann hatte das Lotterleben des “Großherzogs” ein vorübergehendes Ende gefunden. Jucho, welcher sich seither dann auch von d’Alentino-Firdayon nannte, schien durch den Tod Kaiserin [[Amene III. Firdayon|Amene III]]. einen großen Befürworter seines Treibens verloren zu haben und verkaufte noch im gleichen Jahr das Palazzo an eine bis dato völlig unbekannte Frau namens Auriphasane dyr Alantinos, nur um danach ins Bornland zurück zu kehren.<br> | |||
Die ganze Aktion wirkte arg dubios. Wie aus dem Nichts aufgetaucht, zahlte sie ihrem ‘entfernten Verwandten’ einen ungenannten Preis, um den Palazzo übernehmen zu können – und wurde dabei von ihm wohl recht übers Ohr gehauen. Doch das schien die lebenslustige Exzentrikerin wenig zu kümmern, die | |||
ihr Gesicht tagaus tagein unter einer reich mit Saphiren und Rubinen geschmückten Maske versteckte, als wäre sie ein unablässiger Mummenschanz. Dazu gehörte auch ein überaus protzig geschmückter Stab, als wäre sie eine Magierin. Diskrete Nachfragen ergaben aber, dass sie keinerlei Ahnung von Magietheorie oder Praxis hatte. Es war sehr viel Schein bei Auriphasane, offensichtlich nur mit dem Ziel, sich nach und nach weiter hoch in die Hierarchie des Adels zu turteln.<br> | |||
Die Frau pflegte entsprechend über einen kurzen Zeitraum die ein oder andere Affäre mit Mitgliedern der hohen Gesellschaft, bis die [[Perucetten-Verschwörung]] nur ein Jahr später alle Träume der Signora in Luft aufgehen ließ. Wieder wechselte der Palazzo den Besitzer, hin zu einem der Helden des Thronfolgekrieges im Jahr 1030 BF. <br> | |||
Von hieran wurde es ruhiger und bodenständiger im Palazzo Alentino. Der neue Besitzer war kaum anwesend, da er weiter dem Heldenleben nachging. Immer wieder gab es Gerüchte, der neue Herr von Alentino hätte bei Paavi einen Drachen erschlagen oder auf [[Benbukkula]] gegen eine Achtköpfige Schlange gekämpft, in [[Uthuria]] mit einem Eloko gerungen oder im [[Reichsforst]] die Elfenstadt Simyala erkundet. Doch am Ende verklangen auch diese Gerüchte und man hörte vom Helden überhaupt gar nichts mehr. Bald vergaß man, dass der Palazzo überhaupt einen Besitzer hatte. Die Bewohner von Alentino taten nur noch das notwendigste, um das Yaquirschlösschen vor dem Verfall zu erhalten, doch alles sah danach aus, als würde Palazzo Alentino nicht mehr viel mehr als eine fast in Vergessenheit geratene Fußnote der Geschichte. <br> | |||
Bis eine Nachricht Anfang des Jahres 1048 BF wie Donnerhall in der Region einschlug. Jucho von Dallenthin war zurück! Seit dem Jahr 1040 BF galt er eigentlich als irgendwo im Walsach verschollen, nun aber wäre er wieder da und wolle er in seine Wahlheimat zurückkehren und dort seine Memoiren veröffentlichen! Bald schon stand eine alte Signora vor den Toren der Anlage und stellte sich als Signora [[Pamminka Plodziejsklis]] aus Plötzingen bei Rivilauken vor, ihres Zeichens die Rechte Hand des Großherzogs und schon mal vorab her gesendet, um seine feierliche Rückkehr vorzubereiten. | |||
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