Briefspiel:Spiel der Füchse/Ein goldener Morgen: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Pamminka Plodziejsklis 1.jpg|thumb|180px|Signora Pamminka Plodziejsklis die Rechte Hand des Großherzogs]] | [[Datei:Pamminka Plodziejsklis 1.jpg|thumb|180px|Signora Pamminka Plodziejsklis die Rechte Hand des Großherzogs]] | ||
Und dieser sollte nun heute, an eben jenem 4. Travia sein. Dem 1666sten Todestag des dem [[Phex|Phexe]] heiligen Yarum Horas, welcher die [[Lex Imperia]] entwarf und somit die Steuereintreibung ins Horasreich brachte (neben dazugehörigen ausschweifenden Rauschkrautorgien).<br> | |||
Er wolle als Willkommensgeschenk einige dem Phex würdige Spiele abhalten bis zum großen Finale drei Tage später, dem 7. Travia. 1048 BF, also genau 35 Jahre nach seiner bedeutsamen Entscheidung, ins Horasreich zu ziehen. Zu diesem Finale würde der inzwischen 82 Jahre alte Mann dann nicht nur aus seinen Memoiren vorlesen, sondern auch dem Sieger der Spiele mit einer in Gold gegossene Statue des jeweiligen Siegers belohnen.<br> | |||
Dieser Aufruf hatte schnell den alten Glanz des Palazzo Alentinos zurück gebracht. In Windeseile hatten die Handwerker aus der nahegelegenen [[Alentino|Ortschaft]] die drei Meter hohe Mauer um das Areal (A) wieder auf Vordermann gebracht, sogar die kleine Pforte hoch zu den nördlich gelegenen Treidelpfaden (C), welches auf Grund der Jahrelangen nichtnutzung quasi im Schloss gerostet war, wurde von seiner Patina befreit und durfte wieder für die ein oder andere Zulieferung von Waren geöffnet werden. Und auch die beiden Flügeltore am südlichen Eingang (B) hin zur Via Rondra wurden neu lackiert und golden gestrichen. Endlich konnte man an dieser Stelle wieder von Würde sprechen, wenngleich die beiden kleinen, gemauerten Wachtürmchen rechts und links des 6 Schritt breiten Tores offensichtlich noch nicht ganz fertig wurden und leichte Verwitterungszeichen zeigen.<br> | |||
Und auch im Eingangsbereich wurde gute Arbeit geleistet. Das Stallgebäude (2) zur rechten war blank poliert, das Heu neu ausgelegt und auch die Schäden am Dach behoben, sodass es die Tiere aller Gäste hier wirklich gut haben würden. Das Wachgebäude (4) links am Eingang hingegen wirkte noch etwas ramponiert. Es ist eben ein Zeuge glorreicher Tage, wo es noch 20 Personen benötigte, um für einen dauerhaft sicheren Alltag zu sorgen. Jetzt, wo der Großherzog erst wieder eingezogen ist, wirkt das Haus für das existierende Sicherheitspersonal rund um Corporal Marcello Brutale noch viel zu groß und entsprechend wurde in viele imme noch leere Räume noch keine Arbeit zur Renovierung gesteckt. In Zukunft würde sich das sicher noch ändern, aber für das Fest zum Einzug sollte die Bewachung durch Brutale sowie seine Mannen Saldano Sordonoce, Lando Pescieco und Silas Ditoagile hoffentlich noch ausreichen.<br> | |||
Seit jeher in gutem Zustand war zum Glück der Garten- und Parkbereich der Anlage, sonst hätte das mit dem Fest zum 4. Travia tatsächlich knapp werden können. Vor allem, weil sämtliche Holzbrücken, die über drei kleine, aus dem Wasser des Yaquirs gespeiste und von Ost nach West durch das Gelände laufende Bächlein führen, alle mit einer mechanischen Vorrichtung ausgestattet sind, die sie auf Höhe der jeweiligen Bäche absenken lassen. Dies mag der Anlage bei Bedarf zwar strategisch nützliche Wassergraben verleihen, es ist aber dennoch offensichtlich, dass die Anlage darauf nicht ausgelegt ist. Überall gibt es kleine Pavilions zur Zerstreuung, dazu diverse Kräuterbeete. An der Westmauer findet sich zudem eine nicht gerade kleine Remise (3), die alles beinhaltet, was einen Gärtnerherz vor Freude springen lässt. Wer den neu installierten Gärtner Dariano Falsita sucht, wird ihn aber eher in der riesigen, tulamidischen Arangerie (1) mit Glasdach im Ostbereich finden, wo er mit viel Liebe diverse Zitrusfrüchte pflanzt. <br> | |||
Der Fokus all dieser Bauarbeiten jedoch lag eindeutig auf dem Haupthaus (5), das eigentliche Palazzo Alentino. Seit jeher wird der Haupteingang dabei von zwei riesigen marmornen Drachen flaniert. Zusätzlich wurde nun eine riesige Esse aufgestellt, die bei den bevorstehenden Spielen den Zweck erfüllen soll, seine Dukaten hinein zu werfen und darin zu schmelzen, sodass sie zur Siegerstatue gegossen werden können. So wurde ebenfalls noch ein Zelt aufgestellt, welches ausschließlich der Funktion dienen soll, von jedem Teilnehmer einen Gipsabdruck zu erstellen. Eine für viele Gäste sicher sehr seltenes Vergnügen und es wurden eigens dafür gut aussehende Masseure und Masseusen eingekauft. <br> | |||
'''Im Palazzo Alentino'''<br> | |||
Wer in das rechteckige Palazzo eintritt, wird sofort die Mohagon getäfelte Eingangshalle bemerken, hier wurde darauf geachtet, dass alles glänzt, als wäre es neu. Geschwungene Treppen führen zudem ins Obergeschoss. Zentral hängt ein riesiger Kronleuchter und erhellt den vornehmen Raum.<br> | |||
Im Gang lässt sich dann erahnen, wo die Renovierung bereits durchgeführt wurde und wo nicht. Die komplette Südseite des Gebäudes ist für repräsentative Zwecke. Hier ist alles auf das Fest vorbereitet. Sei es das Musikzimmer, dessen eindrucksvolles Spinett fast ein Viertel des Raumes einnimmt, sei es der Goldgrüne Salon mit seiner verschiebbaren Wand, die bei offener Wand bis zu zweihundert Gästen den Tanz ermöglicht oder im Westen das Speisezimmer mit seiner langen Tafel oder der dahinter liegende Rauch- und Spielsalon. Sie alle bieten kunstfertige Deckengemälde von [[Daria Vindest]]. Einzig die Bibliothek ganz im Westen scheint noch nicht ganz auf seinem alten Stand zu sein, offensichtlich war der vorherige Besitzer kein Freund von Büchern.<br> | |||
Sämtliche Räume im Norden der Anlage hingegen scheinen darauf ausgelegt zu sein, von den Gästen nicht gesehen zu werden. Hier, wo die Bediensteten Küche, Weinkeller, Vorratsräume und Waschräume bedienen, ist noch recht viel des Verfalls der letzten Jahre festzustellen.<br> | |||
Da ist auch die erste Etage kein Unterschied. Zwar existiert auch hier ein Gang von Ost nach West, aber es ist die Südseite, die für die Gäste vorbereitet zu sein scheint. Hier findet sich ein Frühstückszimmer, ein tulamidischer Teeraum und ein Wintergarten voller Schalenpflanzen, alle auch mit einem langen Balkon verbunden, der sich einmal von Osten nach Westen zieht und viele Sitzgelegenheiten anbietet. Im kühleren Nordbereich hingegen finden sich dann eben die Gästebetten, alle nicht nur mit schönem Blick über die Mauer hinweg auf den [[Yaquir]], sondern auch auf rahjanische Deckenmalereien. Das ein oder andere Zimmer hat sogar ein Himmelbett. Am Ostrand findet sich dann auch noch ein Erker, welcher offiziell zur Himmelsbeobachtung genutzt wird, das dazu passende Okular ist scheinbar noch nicht fertig. Dafür finden sich hier diverse phexische Objekte und auch eine kleine Opferschale. Als könne man hier dem Handelsgott Opfer darlegen. Vielleicht erklärt das auch einige Zinken, die überall im Haus an gut versteckten Stellen zu finden sind und vermuten lassen, dass für alle phexwissenden an diesem Erker eine Versammlung zur dritten Stunde der Nacht stattfinden könnte.<br> | |||
Aber Phexisch war dieser Palazzo ja schon immer. Früher war es berühmt dafür, dass jeder Raum irgendwo eine versteckte zweite Tür hatte, genauso für seine Geheimgänge, die vom Keller aus bis zu einigen Liebesnestern im Park oder gar bis zum Bootsanleger am Yaquir führen oder genauso für seine diversen Schussfallen, die verhindern sollen, dass jemand einem auf seinen geheimen Wegen folgt. Man hat zwar niemanden gesehen, der an diesen Dingen in letzter Zeit gearbeitet hatte, aber da vor allem der letzte Besitzer großen Wert auf “Fallen” gelegt hatte, kann man irgendwie davon ausgehen, dass diese alle noch in Schuss sein dürften.<br> | |||
Auch wenn nicht, der Palazzo Alentino würde bereit sein für das bevorstehende Fest. Und wahrlich, viele noble Gäste hatten sich für die Rückkehr des Großherzogs angekündigt. Bis hoch zu Juchos indirekter Verwandtschaft, in Form des Horas-Paladins Folnor von Firdayon-Bethana. So lungerten natürlich einige neugierige Kinder auch im Eingangsbereich herum, hoffend, einen Blick auf die hohen Herren und Damen werfen zu können und ein wenig davon zu träumen, wie es wohl wäre, wenn sie selbst Ritter oder Prinzessin wären. Sie waren noch nicht alt genug um zu wissen, dass die Erntedankfeste in Madadâl und Dorash vielleicht etwas mehr auf ihre persönlichen Freuden zugeschnitten war. Und gleichermaßen stand eine alte Dame auf dem Balkon des Palazzos und blickte auf die große Parkanlage vor sich, auf die neugierigen Kinder, die jeden Lieferanten aufmerksam nach jeder kleinsten Feinheit ihrer Luxuslieferung fragten und auf den Gärtner, der noch einmal die Funktion der mechanischen Holzbrücken überprüfte. Selig lächelte sie, während eine Zofe ihr ein Tablett mit einem dampfenden Frühstückstee reichte. Was ein wunderschöner Morgen. Hier gehörte sie hin.<br> | |||