Orban Vistelli: Unterschied zwischen den Versionen
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Seiner Jugendliebe [[Preciosa d'Auspizzi]], einer Adelstochter aus der Nachbarsignorie seiner Heimat [[Montarena]], versprach Orban einst, niemanden außer sie heiraten zu wollen. Dieses Versprechen wurde von der zwischenzeitlich bereits vermählten Preciosa unmittelbar vor der Hochzeit Orbans mit Rahjane jedoch aufgehoben. | Seiner Jugendliebe [[Preciosa d'Auspizzi]], einer Adelstochter aus der Nachbarsignorie seiner Heimat [[Montarena]], versprach Orban einst, niemanden außer sie heiraten zu wollen. Dieses Versprechen wurde von der zwischenzeitlich bereits vermählten Preciosa unmittelbar vor der Hochzeit Orbans mit Rahjane jedoch aufgehoben. | ||
Seitdem wohnt Orban im Palazzo Vistelli in [[Sewamund]]. Während seiner Zeit dort erhielt Orban bei [[Amaldo di Piastinza]] einen Einblick in die Arbeit eines Justiziars. | Seitdem wohnt Orban im [[Palazzo Vistelli]] in [[Sewamund]]. Während seiner Zeit dort erhielt Orban bei [[Amaldo di Piastinza]] einen Einblick in die Arbeit eines Justiziars. | ||
Die Jahre nach [[1030 BF]] hinterließen sichtbar Spuren an Orban. Sein Gesicht wirkt nun etwas schmaler und ernster als in jungen Jahren. Feine Linien um Augen und Mund verleihen ihm einen fast dauerhaft nachdenklichen Ausdruck. Sein jugendliches Auftreten wich einer ruhigen, kontrollierten Präsenz, die viele Menschen verstummen lässt. Entgegen seinem unscheinbaren Wuchs besitzt Orban eine bemerkenswerte Ausstrahlung. Besonders seine blauen Augen werden häufig erwähnt: kühl, aufmerksam und oft von Melancholie und Müdigkeit erfüllt. Während er zu offiziellen Anlässen dem Adel entsprechend elegant horasisch auftritt, unternimmt er immer wieder Reisen in schlichter Kleidung und Turnierteilnahmen in unauffälligen Rüstungen ohne heraldische Zeichen. | Die Jahre nach [[1030 BF]] hinterließen sichtbar Spuren an Orban. Sein Gesicht wirkt nun etwas schmaler und ernster als in jungen Jahren. Feine Linien um Augen und Mund verleihen ihm einen fast dauerhaft nachdenklichen Ausdruck. Sein jugendliches Auftreten wich einer ruhigen, kontrollierten Präsenz, die viele Menschen verstummen lässt. Entgegen seinem unscheinbaren Wuchs besitzt Orban eine bemerkenswerte Ausstrahlung. Besonders seine blauen Augen werden häufig erwähnt: kühl, aufmerksam und oft von Melancholie und Müdigkeit erfüllt. Während er zu offiziellen Anlässen dem Adel entsprechend elegant horasisch auftritt, unternimmt er immer wieder Reisen in schlichter Kleidung und Turnierteilnahmen in unauffälligen Rüstungen ohne heraldische Zeichen. | ||
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Das Verhältnis zwischen Orban und [[Gerodan Vistelli]] gilt seit vielen Jahren als angespannt und von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Bereits kurz nach dem Tod [[Lorion III. Vistelli|Lorions]] traten Unterschiede zwischen beiden offen zutage. Während Gerodan einen energischen, machtbewussten Kurs für das [[Haus Vistelli]] bevorzugte, zeigte sich Orban als zögerlich, nachdenklich und zurückhaltend. Gerodan betrachtete Orbans lange Abwesenheiten nach [[1030 BF]] als Schwäche und Gefahr für die Stabilität der Familie. Hinter vorgehaltener Hand soll er angedeutet haben, ein Oberhaupt dürfe nicht wie ein fahrender Ritter durch die Lande streifen, während es in Sewamund politische Entschlossenheit verlange. Orban wiederum empfindet Gerodans kalten Ehrgeiz als zu berechnend. Besonders Gerodans Einflussnahme auf andere Familienmitglieder missfiel ihm. Mehrfach gerieten beide bei Versammlungen der Familie aneinander, wobei Orban aber nur selten laut wurde: seine scharf formulierten Antworten waren umso verletzender. Dennoch erkennen beide die Fähigkeiten des anderen an. Gerodan weiß, dass Orbans wohlklingender Name und seine Ausstrahlung vor allem das [[Haus Tribêc]] an das [[Haus Vistelli]] binden. Orban wiederum versteht, dass Gerodan über einige gesellschaftliche und politische Fähigkeiten verfügt, die ihm selbst fehlen. Beide wissen, dass ein öffentlich zerstrittenes Haus Vistelli für alle Beteiligten ein Verlust wäre. | Das Verhältnis zwischen Orban und [[Gerodan Vistelli]] gilt seit vielen Jahren als angespannt und von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Bereits kurz nach dem Tod [[Lorion III. Vistelli|Lorions]] traten Unterschiede zwischen beiden offen zutage. Während Gerodan einen energischen, machtbewussten Kurs für das [[Haus Vistelli]] bevorzugte, zeigte sich Orban als zögerlich, nachdenklich und zurückhaltend. Gerodan betrachtete Orbans lange Abwesenheiten nach [[1030 BF]] als Schwäche und Gefahr für die Stabilität der Familie. Hinter vorgehaltener Hand soll er angedeutet haben, ein Oberhaupt dürfe nicht wie ein fahrender Ritter durch die Lande streifen, während es in Sewamund politische Entschlossenheit verlange. Orban wiederum empfindet Gerodans kalten Ehrgeiz als zu berechnend. Besonders Gerodans Einflussnahme auf andere Familienmitglieder missfiel ihm. Mehrfach gerieten beide bei Versammlungen der Familie aneinander, wobei Orban aber nur selten laut wurde: seine scharf formulierten Antworten waren umso verletzender. Dennoch erkennen beide die Fähigkeiten des anderen an. Gerodan weiß, dass Orbans wohlklingender Name und seine Ausstrahlung vor allem das [[Haus Tribêc]] an das [[Haus Vistelli]] binden. Orban wiederum versteht, dass Gerodan über einige gesellschaftliche und politische Fähigkeiten verfügt, die ihm selbst fehlen. Beide wissen, dass ein öffentlich zerstrittenes Haus Vistelli für alle Beteiligten ein Verlust wäre. | ||
Von allen Angehörigen seiner Familie ist Orban seiner Zwillingsschwester [[Alissa Vistelli|Alissa]] am engsten verbunden. Während andere Alissas unstete Art belächeln oder misstrauisch betrachten, begegnet Orban ihr mit Geduld, die nur wenige an ihm kennen. Alissa gehört zu den wenigen Menschen, denen gegenüber Orban seine melancholische Fassade fallen lässt. In stillen Stunden des Palazzo Vistelli führen beide oft bis tief in die Nacht Gespräche – über Familie, Schuld, Kunst und die Frage, ob ein Mensch seinem vorgezeichneten Leben je entkommen könne. | Von allen Angehörigen seiner Familie ist Orban seiner Zwillingsschwester [[Alissa Vistelli|Alissa]] am engsten verbunden. Während andere Alissas unstete Art belächeln oder misstrauisch betrachten, begegnet Orban ihr mit Geduld, die nur wenige an ihm kennen. Alissa gehört zu den wenigen Menschen, denen gegenüber Orban seine melancholische Fassade fallen lässt. In stillen Stunden des [[Palazzo Vistelli]] führen beide oft bis tief in die Nacht Gespräche – über Familie, Schuld, Kunst und die Frage, ob ein Mensch seinem vorgezeichneten Leben je entkommen könne. | ||
Die Ehe zwischen Orban und [[Rahjane Tribêc]] entwickelte sich nicht zu einer innigen Verbindung. Zwar begegneten beide einander mit Respekt und höfischer Disziplin, doch die langen Jahre von Orbans Abwesenheit und innerer Distanz ermöglichten keine tiefere Bindung der Eheleute. Rahjane soll mehrfach versucht haben, ihren Gemahl stärker an Familie und Haus zu binden, während Orban sich in Pflichten, Reisen und Ordensangelegenheiten verlor. Dies scheint erst seit [[1040 BF]] von allmählichem Erfolg gekrönt sein, was Rahjane vor allem sich selbst zuschreibt und Orban manchmal rückblickend selbst verwundert. | Die Ehe zwischen Orban und [[Rahjane Tribêc]] entwickelte sich nicht zu einer innigen Verbindung. Zwar begegneten beide einander mit Respekt und höfischer Disziplin, doch die langen Jahre von Orbans Abwesenheit und innerer Distanz ermöglichten keine tiefere Bindung der Eheleute. Rahjane soll mehrfach versucht haben, ihren Gemahl stärker an Familie und Haus zu binden, während Orban sich in Pflichten, Reisen und Ordensangelegenheiten verlor. Dies scheint erst seit [[1040 BF]] von allmählichem Erfolg gekrönt sein, was Rahjane vor allem sich selbst zuschreibt und Orban manchmal rückblickend selbst verwundert. | ||