Briefspiel:Der Kunst einen Hof/Von Pinsel und Meißel: Unterschied zwischen den Versionen
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Niccolo begann das Bild wieder vorsichtig in das Leder einzuwickeln. ''“Natürlich finde ich es schade, dass sie dies uns nicht direkt so ausdrücken kann, aber auf eine gewisse Art und Weise hat sie mir uns kommuniziert, aber leider damit noch mehr Fragen aufgeworfen.”'' | Niccolo begann das Bild wieder vorsichtig in das Leder einzuwickeln. ''“Natürlich finde ich es schade, dass sie dies uns nicht direkt so ausdrücken kann, aber auf eine gewisse Art und Weise hat sie mir uns kommuniziert, aber leider damit noch mehr Fragen aufgeworfen.”'' | ||
Vorsichtig hob er das Bild an und klemmt es sich unter den Arm. ''“Wenn nichts dagegen spricht, würde ich es gerne in meinem Atellier aufbewahren, bis wir eine befriedigende Antwort haben und Signora Liaiell die Zeit geben, die sie benötigt.”'' Eine gewisse Enttäuschung war Niccolo schon anzusehen. ''“Ich werde ihr aber eine entsprechende Antwort durch die Blume zukommen lassen.”''<br> | Vorsichtig hob er das Bild an und klemmt es sich unter den Arm. ''“Wenn nichts dagegen spricht, würde ich es gerne in meinem Atellier aufbewahren, bis wir eine befriedigende Antwort haben und Signora Liaiell die Zeit geben, die sie benötigt.”'' Eine gewisse Enttäuschung war Niccolo schon anzusehen. ''“Ich werde ihr aber eine entsprechende Antwort durch die Blume zukommen lassen.”''<br> | ||
Es vergingen wieder einige Tage und Liaiell war ein weiteres Mal mit ihren Büchern beschäftigt, als es an der Tür zum Archiv klopfte.<br> | |||
Ohne eine Anfwort abzuwarten, öffnete ein junger Novize schwungvoll die Tür. ''“Li, das hier ist für dich. Von dem Signor, der vor einigen Tagen hier war.”'' Er stellte ihr eine kunstvoll mit Wellenmustern verzierte Blumenschale auf den Tisch. ''“Ich gehe dann wieder.”'', sprach der Junge und ließ Liaiell mit ihren Gedanken allein.<br> | |||
Da saß sie nun mit einem offenen Folianten, daneben das Pergament mit den von ihr niedergeschrieben Notizen, auf das jetzt die Tinte von der Spitze des Federkiels tropfte. Eine Blumenschale bestehend aus Ritterstern, Pfirsichblüte, Brunnenkresse und Jonquille. Flor Falar, sie hatte damit angefangen. <br> | |||
Kurz legte sie die Feder beiseite und betrachtete die Schale genauer. Sie ahnte schon beim Blick auf den Ritterstern, wer diese Person sein konnte. ''“Schön, doch scheu und still.”'' Der Herr schien Freude daran zu haben, das Offensichtliche zu wiederholen. ''“Ein Blumenplauderer”'' seufzte sie, bevor sie sich die anderen Blumen genauer ansah. Auch die Pfirsichblüte war nichts neues. Ja, sie hatte begriffen, dass er sie bezaubernd fand. Sie fand ihn ja auch niedlich. Aber die Pfirsichblüte mit anderen Blumen auf einem Teller zu servieren, machte aus diesem Kompliment automatisch ein ''“Du bist bezaubernd. ABER…”'' und die Brunnenkresse war auch gleich schon wie ein Luft holen zu verstehen. ''“Du entscheidest über mein Glück.”'' Darin lag auch eine Drohung. Noch finde ich dich bezaubernd, aber es liegt in deiner Hand, ob das so bleibt. Die vierte Blume würde normalerweise nun zeigen, ob er dann nur traurig oder wütend würde. So, wie sie die Menschen, die sich immer wieder ihren Rat für ihre persönlichen Probleme einholten, studieren konnte, so bemerkte sie auch, dass es immer das gleiche Muster war. Es kam meist auf jede Trauer die Wut, bevor daraus ein Verhandeln und schließlich irgendwann endlich die Akzeptanz wurde. Wohlan. Die Jonquille sollte entscheiden, ob sie Niccolo nun los war oder nicht. ''"Erwidere bitte meine Zuneigung.”''<br> | |||
Sie seufzte. Er war so niedlich, aber auch irgendwie… unerträglich devot. Was dachte er sich nur? Einmal am Strand gesehen und schon tat er, als sei er unsterblich verliebt und dem Untergang nahe, sollte diese Sache nicht erwidert werden. Ja, er hatte sich offensichtlich sehr bemüht, sie bereits kennenzulernen, das Bild war der Beweis dafür. Sicher meinte er es ernst. Aber dieses Geflehe wirkte schon etwas Weltfremd. Nun gut… es waren auch nur Blumen, die Möglichkeit, sich da auszudrücken, ist zugegeben beschränkt. Aber dennoch, Liaiell gefiel überhaupt nicht, auf welchen Sockel er sie da gerade stellte. Sie war keine Göttin. Auch wenn sie ihn wie auch immer verzaubert haben mochte, sah sie nicht, wie das für ihn gut enden könnte. <br> | |||
Sie dachte lange nach. Sie konnte ihn nun auch nicht einfach so in seinem Unglück schmoren lassen. Nachher würde das wirklich noch zur Wut. Sie musste irgendwie antworten. Aber da weder Worte, noch Blumen, noch Briefe angemessen schienen, um ihn irgendwie etwas zu norden, grübelte sie, was stattdessen wohl tun könnte, damit sie irgendwie seine Sprache sprechen konnte und ihm helfen könnte. Sie blickte auf die Folianten, das Tintenfässchen neben ihr. Den Artikel über die Physiologie des Manati, den sie gerade schrieb und die vielen leeren Blätter daneben. Dann griff sie zu Feder und einem leeren Blatt. <br> | |||
Einige Zeit später erreicht ein Bote Niccolo ya Pirras. Er erhält ein zusammengerolltes Stück Papier, auf dem nichts weiteres wie eine ziemlich gruselig amateurhafte Kritzelei und ein einzelner Satz zu sehen ist. | |||
[[Bild:Am gleichen Tisch sitzen.jpg|thumb|right|150px|Ein Denkanstoss von Liaiell di Camaro]] | |||
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