Sewamunder Zehnthaus

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Das Zehnthaus ist eines der ältesten Verwaltungsgebäude Sewamunds und erhebt sich an der Südseite des Marktplatzes der Altstadt. Ursprünglich diente es der Erhebung des landesherrlichen Zehnten und der Lagerung von Naturalabgaben aus den umliegenden Dörfern. Mit dem Aufstieg der Stadt wandelte sich seine Funktion, heute beherbergt das Gebäude die Marktverwaltung, Eichmeisterei und Teile der Steuerverwaltung.

Das Sewamunder Zehnthaus am Marktplatz

Das Zehnthaus entstand bereits vor einigen Jahrhunderten, als Sewamund noch eine kleine befestigte Siedlung an der Mündung des Sewaks war. Damals lieferten Bauern aus den umliegenden Ländereien ihren Zehnten in Form von Getreide, Käse, Honig, Wolle und Vieh hier ab. Mit dem Anwachsen des Handels verlor die Naturalbesteuerung an Bedeutung, immer mehr Abgaben wurden in Münzen entrichtet. Die Kornspeicher verschwanden, stattdessen entstanden Schreibstuben, ein Archiv und Waagräume. Heute verbindet das Gebäude Verwaltung, Marktaufsicht und Traditionspflege.

Das Zehnthaus ist ein massiver zweigeschossiger Backsteinbau mit steilem Walmdach. Seine Fassade wirkt älter als die der anderen Häuser am Markt. Auffällig ist das Rundbogentor, durch das einst beladene Ochsenkarren hinein fuhren. Darüber befindet sich ein Relief, das eine Ähre, eine Waage und einen Anker zeigt. Im Inneren befinden sich die Marktverwaltung, das Eichamt, Steuerstuben, das Archiv alter Zehntregister, der Sitzungsraum des Marktvogtes und im Keller ehemalige Korngewölbe, die nun als Lagerräume genutzt werden. Der Keller stammt aus bosparanischer Zeit und hat selbst im Hochsommer eine gleichbleibend kühle Temperatur.

Im Eichamt werden Waagen, Gewichte, Hohlmaße und Ellenstäbe geprüft und mit dem Sewamunder Eichzeichen versehen. Jeder Händler, der auf dem Marktplatz Waren verkauft, muss seine Maße regelmäßig kontrollieren lassen. Wer mit manipulierten Gewichten erwischt wird, darf sich auf Geldstrafen und den Spott der Konkurrenz einstellen.

Im Obergeschoss befindet sich das Registerarchiv, in dessen Büchern seit Generationen Marktpreise, Steuereinnahmen, Handelsabkommen und Besitzverhältnisse verzeichnet werden. Die Schreiber behaupten, niemand habe je alle Register ganz gelesen.

Vor dem Haupteingang ist ein steinernes Kornmaß in den Boden eingelassen. Es diente früher dazu, die Maße für Getreide sichtbar zu machen und Betrug vorzubeugen.

Volkes Stimme

„Im Zehnthaus wird aus jedem Sack Korn irgendwann ein Blatt Pergament.“
— Markthändlerin

„Die Waage lügt nicht. Aber vielleicht der Händler daneben.“
— Eichmeister

„Wer über Steuern schimpft, war noch nie im Registerkeller.“
— Schreiberin