Briefspiel:Kaiserjagd/Kaiserliche Herausforderung II

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Städteübergreifendes Briefspiel
Datiert auf: 1.-6. Firun 1046 BF Schauplatz: von Aldyra in den Wald von Persenciello Entstehungszeitraum: ab März 2024
Protagonisten: Khadan II. Firdayon, etliche Hochadlige und weitere Noble des Reiches Autoren/Beteiligte: Amarinto, Atagon, Bella, Carenio, Cassian, Dajin, Dellapena, Erlan, Flaviora, Fürst Federkiel, Gerberstädter, Gonfaloniere, Horasio, Illumnesto, Kacheleen, Luntfeld, Nebelzweig, OrsinoCarson, Princeps, Rondrastein, Salkyo, Savinya Romeroza, Schatzkanzler, Silberwind, Temelon, Tribec, Vairningen, VivionaYaPirras u.w.

Zyklus:
Übersicht · Teilnehmer · Schauplätze · Regeln · Erster Tag · Zweiter Tag · Dritter Tag · Vierter Tag · Fünfter Tag · Sechster Tag · Individuelle Auswertung · Gerüchteküche


Kaiserliche Herausforderung II

5. Firun 1046 BF vormittags, im Dorf Silvaniesco

 
Das Jagdanwesen Mortecervi liegt direkt östlich von Silvaniesco.

Autor: Gonfaloniere

Auch am Dorf Silvaniesco ging die ins nahe Jagdanwesen Mortecervi gezogene Kaiserjagd am fünften des Firunmonds nicht vorbei. Obschon das winterliche Schneetreiben den Aufenthalt am heimischen Kamin vielfach erstrebenswert erscheinen ließ, siegte ebenso oft die Neugier und trieb die Einheimischen doch wieder nach draußen.
Die große Trosskarawane war schon am Vortag am Dorf vorbeigezogen – nun waren es vor allem noch Gespanne mit Vorräten, Wein, Wildbret und mehr, den schier endlosen Hunger der Jagdgesellschaft zu stillen, die an den kargen Hütten der Silvaniescer vorbeigekarrt wurden. Dazu hatten sich einige Angehörige des Trosses selbst bei den Dörflern eingemietet, um sich eine kältere Nacht im wenige Meilen entfernten Lager zu ersparen.
Der abgelegene Ort hatte so etwas noch nie erlebt – und schien gleichzeitig teilzuhaben an der großen Jagd und doch zugleich von ihr ausgeschlossen zu sein. Ein einzelner Jongleur unterhielt wenigstens die neugierigen Kinder des Dorfes und eine Wahrsagerin las aus den Händen.
Dann erklang noch am Vormittag in der Mitte des Ortes eine laute Stimme, die doch keinem der dort Versammelten zu gehören schien. Und sie sprach:
„Wehe euch, ihr Silvaniescer, die ihr soeben verschenkt wurdet wie die Schweine zu einer Hochzeit. Der Kaiser ist nun euer direkter Herr. Doch sehet, was er tut. Er fordert den Grimmen selbst heraus. Firun könne ihn nicht schrecken, spricht er. Seinen Biancervo will er fangen, erlegen, schlachten! Nichts Gutes ist je dem widerfahren, der den heiligen Hirsch tötete! Nichts Besseres je jenen, die dabei zusahen und applaudierten! Wacht auf, Silvaniescer, denn das Unheil kommt über euch, wenn der Hirsch HIER erlegt wird! Wehe euch, denn dann werdet auch ihr die Schweine sein, die zur Schlachtbank müssen!“
So laut und fürchterlich steigerte sich die Stimme zum Ende hin, dass Kinder zu schreien und selbst die Alten sich ängstlich in Türrahmen zu kauern begannen. Als sie verklang, war außer dem Wind und manchem Ast, der unter der Last vom Schnee sich bog, nichts mehr zu hören. Es war still, für einige Momente jedenfalls.
Dann begannen die Silvaniescer miteinander zu sprechen, erst leise, doch dann immer aufgeregter. Und sie gestikulierten dabei nicht selten in Richtung Mortecervis …