Archiv:Unerklärliches Schweigen nach der Mission Alarasruh (BB 49)
Hatte die Vorsitzende des Lilienrates, Baronessa Dimiona della Carenio, vor ihrer Abreise noch vollmundig die Eckpunkte ihrer Agenda mit dem Sewamunder Seewind geteilt, gibt sie sich nach ihrer Rückkehr aus dem garetischen Alarasruh ungewohnt zugeknöpft. Einen einzigen Satz hatte sie für unser Blatt übrig: „Es waren zähe und langwierige Verhandlungen mit den Angroschim.“
Von einigen Mitreisenden erfuhren wir immerhin, dass es der horasischen Delegation, zu der neben dem Oberhaupt des Sewamunder Lilienrates auch der Comto Erlan Sirensteen aus Unterfels, der Comto Proctor Yaquiriae Tilfur della Trezzi, der Baron von Ramaúd Gishtan re Kust nebst Gemahlin Rahjada und auch der zwergische Gesandte Galfasch Sohn des Gurobead, sowie diverse andere Edle zählten, gelungen ist, ihr diplomatisches Geschick dafür zu nutzen, die Angroschim davon zu überzeugen, dass die Horasier den Zwergen grundsätzlich freundlich gesonnen sind. Als „Vasallen des Drachenkaisers“ hatten unsere Diplomaten jedoch der mittelreichischen Delegation gegenüber einen deutlich schwereren Stand. Da halfen offenbar auch die Beteuerung des Mitgefühls mit den heimatlos gewordenen Angroschim und selbst die von der Baronessa ausgestellten Wechsel für die Hügelzwerge vom Schlund wenig.
Über den für die Hafen- und Handelsstadt Sewamund so wichtigen Punkt auf der Agenda, der die stockenden Warenlieferungen der Angroschim an das Horasreich anging, ließ der Sprecher des Lilienrates nur verlauten, dass die alten Verträge verlängert wurden und die Güter und Rohstoffe, die von den Zwergen nicht für ihren Kampf gegen die Drachen, die bereits einige Bingen vernichteten, benötigt würden, ihren Weg wieder ins Liebliche Feld finden würden. Laut der Berichte der Abgesandten hat die horasische Delegation den Angroschim Geleitschutz für die Warenlieferungen angeboten. Darüber hinaus wurde wohl den heimatlos gewordenen Zwergen eine Bleibe im Lieblichen Feld angeboten.
Das kurzangebundene Auftreten der sonst so eloquenten Dimiona della Carenio lässt jedoch den Schluss zu, dass die Vorsitzende des Lilienrates dieses Mal nicht zufrieden mit ihrer diplomatischen Mission ist. Es scheint, als habe sie sich an den dickschädeligen Angroschim die Zähne ausgebissen. Was das für Folgen für Sewamund hat, bleibt abzuwarten.
SZ