Sewamunder Theater

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Das Theater bildet den nördlichen Abschluss der Theaterstraße und gibt dem Theaterviertel im Osten von Sewamund seinen Namen. Es ist die neueste Schauspielbühne der Vereinigte Sewaklande und insbesondere für Aufführungen der horasischen Typenkomödie berühmt. Während andernorts höfische Dramen oder Opern dominieren, schätzt man in Sewamund scharfzüngige Satire, geistreiche Improvisation und politische Anspielungen, die gelegentlich Mitglieder des Lilienrats erröten lassen. So wird das Theater immer mehr gesellschaftlicher Treffpunkt und zum Sprachrohr der öffentlichen Meinung.

Das Theater von Sewamund

Mit dem jüngsten Ausbau der Neustadt entstand der Wunsch nach einem festen Schauspielhaus. Immer wieder gastierten Gaukler, Possenspieler und wandernde Bühnen auf der Piazza Nodo. Daher beschloss der Lilienrat den Bau eines Theaters am Ende der neuen Theaterstraße. Die aus Grangor stammende Tradition der Stockvish-Bühne fand auch in Sewamund begeisterte Anhänger.

Das Theater erhebt sich auf einem halbkreisförmigen Grundriss, dessen monumentale Front von Säulen und Rundbogenarkaden geprägt wird. Über dem Hauptportal wacht eine vergoldete Maske, flankiert von steinernen Figuren. Der Zuschauerraum fasst über zweihundert Besucher. Er gliedert sich in Parkett, mehrere Ränge, Patrizierlogen, die Fürstenloge und die hochgelegene Möwengalerie, auf der Seeleute und einfache Bürger lautstark ihre Meinung kundtun. Die ausgezeichnete Akustik lobt den Erbauer des Gebäudes.

Das Ensemble besteht meist aus etwa dreißig Schauspielern, Musikern und Bühnenarbeitern. Neben Komödien und Historienstücken stehen Improvisationstheater und Typenkomödien auf dem Spielplan. Viele Darsteller spezialisieren sich auf einzelne Rollen und verkörpern mehrfach dieselbe Figur. Gerade der Kaufmann Stokkvis erfreut sich besonderer Beliebtheit. Seine Wortgefechte mit anderen Patriziern, Kapitänen oder Magistratsbeamten werden regelmäßig mit tosendem Gelächter quittiert. Nicht selten erkennt das Publikum hinter den Figuren Persönlichkeiten der Stadt wieder.

Angrenzend befinden sich Werkstätten. Dort entstehen Kulissen, Bühnenmaschinen und Requisiten. Sie arbeiten mit den Malerwerkstätten des Schilderquartiers zusammen. Gegenüber vom Theater liegt die Maskenbildnerei.

Volkes Stimme

„Im Theater lacht Sewamund zuerst über sich selbst – und danach über andere.“
— Geron Einhand

„Kaufmann Stokkvis verdient an einem Abend mehr Gelächter als mancher Händler Dukaten.“
— Besucherin

„Wenn das Publikum lacht, hat der Schauspieler gewonnen. Wenn der Magistrat nicht lacht, erst recht.“
— Lustige Person

„Die Bühne ist der einzige Ort, an dem ein Thorwaler einen Grangorer überzeugen kann.“
— Direktor

„Zwischen erster und letzter Verbeugung liegt mehr Wahrheit als in einer Lilienratssitzung.“
— Theatergast