Archiv:Ein neuer Baron für Sewakien (BB 49)

Ein neuer Baron fur Sewakien!
Khadan-Horas bestatigt Dareius Amarinto als Baron von Sewamund
von Rodeman ter Hoever

Castello Mortecervi - Die diesjährige Kaiserjagd, ohnehin ein gesellschaftliches Großereignis ersten Ranges, bot an dessen Rande so manchen politischen Höhepunkt, darunter einen in Phecadien sehnlichst erwarteten: Khadan-Horas bestätigte Dareius Amarinto als neuen Baron von Sewamund – der reichen Baronie, die seit dem Sewamunder Resolutionsaufstand und der Absetzung des vormaligen Barons Irion von Streitebeck ohne Herrn gewesen war.
Damit endet eine Übergangszeit von zwei Monden in der die Lande am Sewak von der vom Herzog ernannten Protektorin Amelthona d'Illumnesto verwaltet wurden. Die Protektorin hatte in dieser Zeit Ordnung, Recht und praiosgefällige Verwaltung wiederhergestellt und die Baronie für eine neue Herrschaft vorbereitet.

Kaum ein anderer Landstrich im Horasreich war in den vergangenen Monden so umkämpft, wie Sewakien an der Grenze zwischen der Septimana und dem Yaquirbruch. In den Jagdlagern, Zelten und Ballsälen Vinsalts kursierten im Vorfeld der Kaiserjagd die kühnsten Vermutungen: Rondrarich von Streitebeck, dem Adoptivsohn des gestürzten Barons, wurden von vielen gute Chancen ausgerechnet, da er sich im Konflikt offen gegen seinen Vater gestellt hatte.

Manche erwarteten auch einen direkten Kandidaten aus der Familie des Herzogs Cusimo Garlischgrötz, welche die Baronie bereits von 962 bis 1028 BF regiert hatte. Ja, selbst von einer mysteriösen, „nun plötzlich wieder aufgetauchten“ Nachfahrin des als ausgestorben geltenden alten Hauses „von Sewamund“ war hinter vorgehaltener Hand die Rede.

Doch der Herzog des Westens entschied anders – und aus Sicht vieler Beobachter klug:
Die Wahl fiel auf Cavalliere Dareius Amarinto, dem Oberhaupt eines der alten phecadischen Kriegeradelshäuser, erfolgreicher Heerführer des Lilienrats und seiner Verbündeten, dessen Truppen im Götterurteil am Norderkoog den alten Baron bezwungen hatten.
Die Wahl des Ritters, berühmten Turnierstreiters und Ordensritters der Famerlorianer gilt als politisches Signal des Herzogs: Stabilität, Loyalität und Frieden in Sewakien.

Die Zeremonie: Ein Schauspiel horasischer Macht und Tradition

Im großen Saal des Castello Mortecervi, eingerahmt von Bannern der Provinzen und dem Drachenbanner des Hauses Firdayon, sowie dem Banner des Horasreichs, fand die Ernennung statt. Unzählige Gäste aus den Reihen der Jagdteilnehmer wohnten der feierlichen Zeremonie bei, vor allem natürlich Vertreter des Herzogtums Grangorien.

Zunächst trat Cusimo Garlischgrötz, Herzog von Grangor, Markgraf des Windhag und Graf von Phecadien, vor die Versammlung. Mit fester Stimme erklärte er:

„Die alte Baronie Sewamund ist ohne Herrn, mein Horas! Dieser Missstand soll nun ein Ende haben. Ich nominiere hiermit Cavalliere Dareius Rondraion Amarinto, Sieger des Götterurteils am Norderkoog, Ritter des Roten Drachen, als neuen Baron von Sewamund – auf dass Frieden, Ordnung und Ehre nach Phecadien zurückkehren mögen. Wie sich beim intensiven Studium der Adelsrolle des Herzogtums Grangorien herausstellte ist Cavalliere Dareius zudem ein Nachfahr des alten Hauses Sewamund und das Blut der Barone vom Sewak fließt in seinen Adern. Tretet nun vor, Cavalliere.“

Der Applaus der Anwesenden bestätigte, dass die Entscheidung breite Zustimmung fand, obwohl die Wahl sicher für manche überraschend war.

Sodann trat der künftige Baron vor den Kaiser Khadan-Horas.

Unbewaffnet, wie es die Tradition gebietet, kniete Dareius Amarinto vor dem Horas nieder und legte seine Hände in die Hände des Kaisers – ein Moment, der im Saal vollkommene Stille erzeugte.

Homagium. Der Akt der persönlichen Bindung, tief verwurzelt im Bosparanischen Reich. Seine Imperiale Majestät Khadan-Horas neigte das Haupt und sagte:

„Empfangt mein Geleit, Signor. Wie Ihr mir dient, so schütze ich Euch.“

Fidelitas. Dareius Amarinto sprach den Treueeid mit fester, klarer Stimme:

„Beim Götterfürsten Praios, seinen göttlichen Geschwistern in Alveran und dem Heiligen Horas schwöre ich, Euch keinen Schaden zuzufügen, Euer Recht zu achten und die Pflicht meines Dienstes redlich zu erfüllen – im Frieden wie im Krieg.“

Gütig neigte der Kaiser sein Haupt und nahm den Eid damit an.

Der Schlusspunkt der Zeremonie folgte mit der Investitur. Herzog Cusimo Garlischgrötz überreichte Dareius Amarinto den Sewamunder Gerichtshandschuh, einen schneeweißen Ziegenlederhandschuh, kunstvoll verziert mit einer dunkelblauen Lilie am Handrücken und sprach:

„Dieser Handschuh steht für die Herrschaft über die Baronie Sewamund, die richterliche Autorität des Barons und den Segen der Götter für den, der gerecht und weise herrscht.“

Während Dareius den Handschuh empfing, traten zwei Männer vor und legten ihre Hände auf seine Schultern. Der eine war Darion Amarinto, Paladin des Horas und Vater des neuen Barons, der andere Rondradan von Neetha, Großmeister der Famerlorianer, dessen Orden Dareius als Ritter dient.

Dieser Akt verlieh der Szene ein geradezu ikonisches Bild von Ordnung und Neubeginn.
Mit dem Schlusswort des Kaisers:

„Sewamund hat wieder einen Herrn – bereit, das Land zu heilen. Erhebt Euch nun, Baron Dareius I. von Sewamund!“

erhob sich Dareius Amarinto als Baron.

Protektorin Amelthona d'Illumnesto, die der Zeremonie im Kreis der kaiserlichen Beamten beiwohnte, wurde von Herzog Cusimo für ihre Treue und straffe Übergangsverwaltung gelobt. Viele erwarten, dass sie weiterhin eine einflussreiche Stimme in Sewamund bleiben wird. Die Baronie Sewamund dagegen hat nun einen Baron, der vom Herzog gewünscht, vom Kaiser bestätigt und vom Volk erwartet wird.

RTH