Archiv:Fürstliche Schule der Zwölfe zum Sikram gegründet (BB 50)

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Quelle: Bosparanisches Blatt Nr. 50, Seite 44 Datiert auf: Ingerimm 1047 BF


Fürstliche Schule der Zwölfe zum Sikram gegründet

Leerstehende Paläste neuer Nutzung zugeführt

von Sinjara Acciaioli


Rangkrone
Wappen

Wappen der Schule der Zwölfe mit dem gewählten Motto "Meliora"

Urbasi. Das Fest des Stadtheiligen Agreppo ist stets ein kalendarischer Höhepunkt, war es in diesem 1047. Götterlauf nach dem Fall Bosparans jedoch umso mehr. Das Patriziat der Silberstadt feierte im Süden der Oberstadt Magistralia nämlich nicht weniger als die Gründung einer ambitionierten neuen Schule. Die Bildung, auch die Volksbildung, ist nun einmal ein hehres Anliegen unseres amtierenden Prioriums – und in dieser Sache schon im ersten Amtsjahr greifbare Fortschritte zu machen, war manchem Magistrat besonders wichtig. Dieses Ziel wurde erreicht.

Zum feierlichen Anlass reiste aus Vinsalt gar Prinz Alborn von Firdayon-Bethana an – schon zum zweiten Mal in diesem Götterlauf – um der Fürstlichen Schule der Zwölfe zum Sikram den fürstlichen Segen seines Vaters zu erteilen. Und er war nicht der einzige Vertreter des Hochadels, da Comtessa Findualia als Repräsentantin der Grafenseite gleichermaßen anwesend war. Sie wohnten dabei der Vereidigung der ersten Magister und Scholaren bei, die vom Priore curatoris Haldan Dalidion selbst durchgeführt wurde. In den Teilschulen Praios', Rondras, Travias, Hesindes, Tsas, Peraines, Ingerimms und Rahjas sollen die Urbasier und Agrepparer fortan weiterführende Studien nach dem Geschmack der Zwölfe betreiben können.

Gefeiert wurde die Schulgründung vor allem im umgebauten Palazzo d'Argento, dem ehemaligen Palast der Familie dell'Arbiato, dessen neue Nutzung – „zum Wohle der Gemeinde“, wie Gonfaloniera Sanjana betonte – damit sichergestellt ist. Über diese großzügige Geste der Stadt an die Bildung freute sich nicht nur die Hohe Provisorin, die der ganzen Schule nun vorsteht, Signora Lucrezia ya Scalior – nein, sie fand gar Nachahmer, denn an der Seite Sanjanas trat auch Baron Fevon vom Rauhen Berg den seit vielen Jahren nicht mehr genutzten Palast seiner Familie an die Schule ab. Im alten Palazzo Marudret, der fortan zu Ehren des Vaters Fevons Macrin-Kolleg genannt werden soll, kommt vor allem das aus Sikramargino umgezogene Conservatorium unter.

Neben den Patriziern ließen sich auch weitere Vertreter der Tempel und der Zünfte die Festlichkeit nicht entgehen, schon weil sie selbst im Wesentlichen das der Hohen Provisorin von nun an beratend zur Seite stehende Curatorium bilden. Unter den Patriziern hingegen ließen sich einige mit als erste vereidigen, um fortan auch in der Lehre tätig zu sein, darunter die langjährige Protocollaria Selina Deraccini oder Signora Traviane, die Gemahlin des Priore ruris. Sie wollen ihr Wissen in den Schulen Praios' respektive Rahjas mit den bislang weniger begüterten Talenten der Silberstadt teilen.

Welche Sogwirkung die neue Schule über die Grenzen Urbasis hinaus hat, zeigte sich indes an einem ihrer anderen führenden Dozenten: Colmar Luntfeld, der als Sewamunder Condottiere zur Zeit der Marudreter Fehde noch gegen die Gemeinde und auch Baron Macrin im Felde stand, stellte dem anwesenden Adel sein Seminar der Kampfeskunst zu Ehren Gräfin Tharindas vor, das selbst ständiger Teil der Rondra-Schule, wahrscheinlich gar deren Kern sein wird. In diesem soll dabei – was Vertreter der Nachbarschaften ob des anstehenden Palios della Balestra zum Jahresende hin aufhorchen ließ – auch der Umgang mit der Armbrust nicht zu kurz kommen.

Ob all dieser versammelten Fachkompetenz kann es um die künftige Bildung in der Silberstadt an sich nur gut bestellt sein, den bereits vernommenen Unkenrufen aus der Universitätsstadt Methumis, wo manche in Urbasis Schule der Zwölfe nur einen Abklatsch der Zwölfgöttlichen Schule Herzog Eolans sehen wollen, zum ausdrücklichen Trotz!

Armin Bundt