Sewamunder Holzmühle
Die Holzmühle ist ein wasserbetriebenes Sägewerk am östlichen Ende von Corderia in Sewamund. Sie liegt direkt auf der Stadtmauer. Hier werden die aus den Wäldern des Sewaktals und des Phecanowaldes herangeschafften Baumstämme zu Balken, Bohlen, Planken und Brettern verarbeitet. Die Holzmühle zählt zu den wichtigsten Zulieferbetrieben der Degano-Werft, der Torsionswaffenmanufaktur, der Fassbinder, der Zimmermanns- und Schiffsbauerzunft und der Bauvorhaben innerhalb der Stadt.

An der Ostseite der Stadt gab es seit Menschengedenken schon immer einen einfachen Holzplatz. Die günstige Lage erlaubte es, Baumstämme unmittelbar vom Wasser aus anzulanden, ohne sie durch die Straßen der Altstadt antransportieren zu müssen. Nach der Zerstörung der alten Mühle 1019 BF wurde sie durch eine moderne, wasserbetriebene Holzmühle ersetzt. Auch Ingenieure aus Grangor und Bethana brachten Sägetechniken ein, wodurch sich die Verarbeitung beschleunigte. Die Mühle entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt des Sewamunder Handwerks. Viele der heutigen Dächer, Brücken und Kaianlagen Sewamunds bestehen aus Holz, das in der Holzmühle zugeschnitten wurde.
Die Holzmühle ist ein prinzipiell quadratischer Backsteinbau mit Satteldach. Große Tore an der Stirnseite ermöglichen es, Baumstämme direkt in das Gebäude einzuziehen. Zur Wasserseite hin befindet sich ein hölzerner Anlegekai mit Kränen und Winden. Daneben schließen sich Holzlager an, in denen Eichen-, Buchen-, Kiefern- und Tannenstämme nach Herkunft und Qualität sortiert werden. Das Herzstück bildet die Sägehalle, in der mächtige Wasserräder senkrechte Gattersägen antreiben, deren Klappern weithin zu hören ist. Die Holzmühle nutzt die Kraft des ein- und auslaufenden Sewakwassers. Durch Schleusen und Gräben wird der Wasserstrom gezielt auf die Wasserräder geleitet. Mit Hilfe großer Laufwagen werden die Stämme unter den Sägen hindurchgeführt. So entstehen in kurzer Zeit gleichmäßige Bohlen und Schiffsplanken, die dann in den Trockenhöfen gelagert werden.
Vor der Mühle erstreckt sich ein Lagerplatz. Hier liegen Baumstämme oft lange, bevor sie verarbeitet werden. Jeder Stamm erhält das Zeichen seines Besitzers und einen Schlagstempel der Holzmeister. Erfahrene Holzhändler erkennen Herkunft und Qualität eines Stammes bereits am Geruch der Rinde. Unter den Sägemeistern hält sich der Aberglaube, dass der erste Stamm eines jeden Monats niemals ohne ein kurzes Klopfen auf seine Rinde angesägt werden dürfe. Andernfalls würden sämtliche Bretter dieses Tages krumm geraten.
Volkes Stimme
„In der Holzmühle wird aus dem Wald eine Stadt.“
— Zimmermeisterin
„Die Sägen schlafen nie. Höchstens die Gesellen.“
— Hafenarbeiter
„Wer den Klang der Gattersäge nicht mag, sollte keine Werft bauen.“
— Schiffszimmerfrau