Briefspiel:Spiel der Füchse/Nachtschwärmer

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Städteübergreifendes Briefspiel
Datiert auf: Travia 1047 BF Schauplatz: Palazzo Alentino in der Herrschaft Alentino, Baronie Aldyra Entstehungszeitraum: ab März 2025
Protagonisten: Jucho von Dallenthin und Persanzig Autoren/Beteiligte: Dajin,
Zyklus: Übersicht · Personae Dramatis · Alles zum Spiel · Ein goldener Morgen · Balkongespräche · Willkommen im Palazzo Alentino · Die neunte Stunde · Maskenball · Fuchsband · Zwischen den Spielen · Boltan-Runde · Nachtschwärmer · Das Plädoyer · Allein der Gedanke · Rote und Weiße Kamele · Kunstversteigerung · Der Fuchsbau · Kleinod Einer aus Neun mal Neun · Pferdewetten · Pferderennen · Regelwerke · Intermezzo · Juchos Memoiren (Das Finale)


Im Ballsaal nach dem Boltan-Spiel

Dettmarahja blickte ihre Großtante verwundert an: “Du bist doch eine Illusionsmaga, wie kann es sein, dass du so früh ausgeschieden bist?” Die Tulamidin lächelte verständnisvoll: “Nun siehst du, meine liebe Dettmarahja, es wäre wie mit gezinkten Karten zu spielen, es wäre schlicht Betrug! Ich hätte bereits beim Tanz Magie wirken können und das ein oder andere Paar eine falsche Melodie hören lassen können, auf dass sie gänzlich aus dem Rhythmus sind und disqualifiziert werden oder Carolus und meine Bänder verschleiern und stattdessen Illusionen der Bänder an anderer Stelle erscheinen lassen können, so dass die Griffe unserer Gegenspieler ins Leere gegangen wären, aber das wäre dann kein richtiger Wettstreit mehr. Entweder ich gewinne, weil ich wirklich besser in einer Disziplin bin als meine Kontrahenten oder ich verliere, aber gewinnen, weil ich die anderen hereingelegt habe, wäre sehr ehrlos und würde zudem ein schlechtes Licht auf die Familie Gerber werfen!” Die junge Frau nickte nachdenklich: “Ich verstehe und mir gefällt deine Einstellung!”
Die drei Damen genossen die Zeit, Yoline wurde zweimal zum Tanz aufgefordert und Avedane tanzte einmal mit Dettmarahja. Groß war die Freude, als Carolus verkündete, dass er ins Finale eingezogen war. Auch wenn es am Ende nur für den dritten Platz gereicht hatte, war man zufrieden. Nach dem Desaster beim Tanzwettbewerb könnte man nun doch endlich einige Punkte verzeichnen.

Angetrunken

Mit Sorge beobachtete Phÿllis ya Pirras das Spiel ihrer Schwester, die sich gar merkwürdig verhielt. Diese Nervosität und dieses seltsame Kichern, um diese zu kaschieren. Diese Wesenszüge kannte sie bisher gar nicht von ihr. Ebenso besorgt schaute sie auch auf ihre Mutter Feodora neben ihr, der dieses auch aufgefallen war und ihr deutlich die Stimmung vermieste.
Als Ancalita ihr letztes Blatt verlor und sie damit ausgeschieden war, stand sie auf und erblickte ihre Mutter. Mit einem Schlag wurde sie wieder klar im Kopf und wusste genau, was sie nun erwartete. Niedergeschlagen wie ein geprügelter Hund kam sie auf die beiden zu. Phÿllis trat ihr entgegen und nahm sie in den Arm. Dabei stieg ihr ein Geruch in die Nase. Sie atmete noch einmal ein und fragte leise: “Schwesterherz, hast du getrunken?” “Etwas.”, flüsterte Ancalita als Antwort. “Grundgütiger. Das riecht nicht nach etwas.”, erwiderte die Adepta weiterhin flüsternd. Deswegen auch dieses seltsame Verhalten. Flugs drehte sie sich zu ihrer Mutter um. “Verzeih Mutter, Ancalita fühlt sich nicht, was auch ihr schlechtes Abschneiden beim Boltan erklärt. Ihre Stirn ist warm und ihre Wangen sind schon gerötet. Wir ziehen uns besser zurück. Schau, Cousine Terantina wird gleich Platz nehmen. Die Heitere wird bestimmt ihre schützende Hand über sie halten und ihr mehr Glück bescheren.”
Ohne ihrer Mutter auch nur die Möglichkeit einer Erwiderung zu geben, zog sie ihre Schwester zu den Treppen nach oben. “Meiner Treu, du warst doch nur mit dem jungen von Schreyen zusammen. Wie konnte das passieren. Du weißt doch, dass du….” “Ich weiß, ich weiß. Hör auf mich zu tadeln wie Mutter.” “Ich bin nicht wie Mutter.”
Schweigend gingen die beiden Schwestern zu ihrem Zimmer. Dort angekommen, ließ sich Ancalita schwer auf ihr Bett fallen. “Du hast recht. Erst waren nur wir beide zusammen, aber auf der Suche nach dir und deiner Begleitung trafen wir auf eine junge Dame und ihren Galan. Ollantur hieß sie, glaube ich, so elegant und wunderschön. Wir hatten eine interessante Konversation und ich dieser Runde, nun ja.” Phÿllis lächelte. Schon lange hatte sie ihre Schwester nicht mehr so losgelöst von jeglichen Verpflichtungen gesehen. “Du bist mir keinerlei Rechenschaft schuldig, Schwesterherz. Nun komm, bereiten wir uns auf die Nacht vor. Ich befürchte, morgen wird es genauso weitergehen.”