Haus Wilde Stute

Das Haus zur Wilden Stute ist ein altes und bekanntes Freudenhaus in Sewamund. Es befindet sich in der einschlägigen Röschengasse unweit des alten Strandtores und ist ein fester Bestandteil des Hafenviertels. Über Generationen hinweg stand das Haus unter dem Schutz der Familie Nardini, deren Name in der Stadt immer noch mit dem Betrieb verbunden wird.
Trotz seines anrüchigen Rufs gilt das Haus als diskret, sicher und gastlich. Unter Seeleuten gilt das Sprichwort: „Wer in Sewamund nicht wenigstens einmal die Wilde Stute geritten hat, war nie wirklich im Hafen.“
Bereits vor Jahrhunderten soll an dieser Stelle ein Schankhaus für Seeleute gestanden haben. Mit dem Aufstieg Sewamunds zum bedeutenden Handelshafen erkannte die Familie Nardini früh das wirtschaftliche Potenzial eines gut geführten Vergnügungshauses für Kapitäne, Matrosen und Händler. Im Laufe der Jahrzehnte erweiterte sich das Angebot der ursprünglich einfachen Hafenschänke mit Schlafkammern immer weiter. Nach dem Niedergang der Familie Nardini infolge der politischen Umwälzungen der 1040er Jahre suchte das Gebäude neues Personal und einen neuen Betreiber, im Volksmund wird das Haus aber weiterhin mit der alten Familie verbunden. Mit der Eröffnung des Hauses Zauberstab im Jahre 1048 BF erhielt die Wilde Stute erstmals seit langer Zeit neue Konkurrenz.
Das kleine Haus schließt unmittelbar an die Stadtmauer an. Hinter der vergleichsweise schlichten Fassade verbirgt sich auf mehreren Stockwerken ein enges Ensemble aus Empfangsraum, privaten Räumen und Gästezimmern verschiedener Größe.
Der Name des Hauses ist älter als das Schiff der Familie Nardini. Als Romualdo Nardini die schnelle Karavelle erbauen ließ, erhielt diese auch den Namen Wilde Stute, was sich rasch als hervorragende Werbung herausstellte, denn Seeleute erzählten mit Vorliebe zweideutige Geschichten darüber, dass sie „mit der Wilden Stute eingelaufen“, „eine Nacht auf der Wilden Stute verbracht“ oder „die Wilde Stute gründlich geritten“ hätten. Die Besitzer förderten diese Verwechslungen mit sichtlichem Vergnügen.
Volkes Stimme
„Wer die Wilde Stute zähmen will, sollte zuerst seinen Geldbeutel satteln.“
— Redensart der Hafenarbeiter
„Die Wilde Stute läuft am besten mit gutem Wind von achtern.“
— Wortspiel unter Seeleuten