Lotsenturm

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Der Lotsenturm erhebt sich am Ende der westlichen Mole des Alten Hafens von Sewamund. Seit vielen Jahren ist er Anlaufstelle für einlaufende Schiffe und obwohl die meisten großen Handelsschiffe inzwischen den Neuen Hafen anlaufen, versehen die Lotsen von hier aus weiterhin ihren Dienst und überwachen die Einfahrt, die er gemeinsam mit dem Grangorellenturm flankiert.

Der Lotsenturm an der Westmole des Alten Hafens

Der Lotsenturm entstand, als die Hafeneinfahrt das letzte Mal dauerhaft befestigt wurde. Schon damals diente er als Wachposten, Signalturm und Unterkunft der Hafenlotsen.

Mit dem zunehmenden Handel in der Bucht von Grangor und in der Sewakmündung wurde das ortskundige Lotsenwesen immer wichtiger, um den tückischen Mündungsbereich des Sewaks zu befahren. Während der Verseuchung des Sewaks seit 1019 BF kontrollieren die Lotsen zusätzlich Schiffe auf mögliche Seuchengefahr. Mit dem Bau des Neuen Hafens verlor der Turm zwar seine Funktion als Leitstelle, blieb aber Sitz der Lotsen.

Der Turm der Lotsen ist ein gedrungener quadratischer Backsteinbau mit drei Geschossen und einem umlaufenden Wehrgang. Seine Mauern sind außergewöhnlich massiv ausgeführt, um Sturmfluten und Stürmen standzuhalten. Das Dach trägt eine Laterne mit kupfergedeckter Haube. Darunter ist die Signalplattform. Ein Wetterhahn in Gestalt einer Möwe zeigt Windrichtung und Wetterwechsel an.

Im Erdgeschoss befindet sich die Lotsenstube. Hier warten die Lotsen auf neue Aufträge, studieren Gezeiten, Windverhältnisse und Wasserstände oder berichten von Veränderungen an Fahrrinnen und Sandbänken. Die Wände sind mit Karten, Pegelständen und Angaben zu historischen Sturmfluten bedeckt. An einem langen Eichentisch werden die Dienstpläne erstellt. Das zweite Geschoss beherbergt die Signalkammer. Von hier werden Signalflaggen aufbewahrt und gesetzt und Laternenzeichen gegeben. Ein großer bronzener Signalgong wird bei außergewöhnlichen Ereignissen angeschlagen. Unter dem Dach liegt die Galerie.

Die im Turm ansässigen Lotsen sind erfahrene Kapitäne mit ausgezeichneten Ortskenntnissen. Neben nautischem Können müssen sie sämtliche Untiefen, Strömungen, Pegel und Windverhältnisse der Sewakmündung auswendig kennen. Neue Lotsen legen ihren Eid auf einem antiken Steuerrad ab, das vor Urzeiten einmal jemand im Schlamm der Mündung fand.

An der Außenseite Turms befindet sich eine Pegelanzeige. Ihre Markierungen dokumentieren die höchsten bekannten Wasserstände der vergangenen Jahre. Frisch markiert ist der Pegel der Sturmflut 1046 BF.

Volkes Stimme

„Ein guter Lotse kennt den Hafen besser als seine eigene Stube.“
— Kapitän der Nordmeer-Compagnie

„Wer den Lotsen ignoriert, lernt den Grund des Sewak kennen.“
— alte Redensart

„Wenn du Grangorellen riechst, weht der Wind von Veliris her.“
— Hafenlotsin

„Jeder Kapitän glaubt, er kenne den Weg. Jeder gute Kapitän nimmt trotzdem einen Lotsen.“
— Matrose