Harena Civica
Die Harena Civica (bosp. bürgerlicher Sand), wie man in Sewamund das Seebad des Volkes in Abgrenzung zur Harena Nobilis meist spotthaft nennt, liegt am südlichen Ufer der Sewakmündung, also streng genommen auf dem Land der Baronie Ruthor.
Daher wurden hier schon immer Gespräche geführt, die in Opposition zum Sewamunder Adel oder dem Lilienrat standen, während man die Annehmlichkeiten des Strandes genießen konnte. Bis zur Sturmflut im Travia 1046 BF gab es hier die Strandtaverne Sandbank, ein umgebautes Seeschiff, in dem sich bis zu ihrem Verbot 1037 BF die Freidenkerloge der Bruderschaft vom Geselligen Leben jeden Horastag zum gemeinsamen Umtrunk und zum Schmieden wenig erfolgsversprechender Ränke traf. Die schlauen Leute um Efferdan Fresa treffen sich mittlerweile in der Gerberei Trosseni im Nordosten der Stadt.
Anders als das ehemalige Adelsbad auf der Nordseite Sewamunds entwickelte sich die Harena Civica nie zu einer Ansammlung prunkvoller Paläste. Hier wird weniger flaniert als gefeiert, weniger repräsentiert als gelebt. Der Strand gilt als einer der wenigen Orte in der Umgebung Sewamunds, an dem Handwerker, Fischer, Seeleute und Reisende nebeneinander sitzen können, ohne dass jemand allzu genau auf Rang und Herkunft achtet.
Nach der Sturmflut gewann die Harena Civica sogar an Bedeutung, da die alte Harena Nobilis verschwand und ihr Gelände dem Ausbau des neuen Hafens weichen musste. Das südliche Ufer sah zwar auch nicht mehr so aus wie zuvor, wurde aber nicht bebaut. Einige Sewamunder betrachten dies mit einem gewissen Stolz und behaupten, das einfache Volk hätte den besseren Strand ohnehin schon immer besessen.
Auf der anderen Seiten sollen hier nächtliche Treffen der Freisegler oder der Schleusenschieber beobachtet worden sein. Die meisten Besucher kümmern solche Geschichten aber nur wenig. Für sie bleibt die Harena Civica vor allem das, was sie immer war: ein Ort für Sonne, Wind, Salzluft und ein Getränk nach einem langen Arbeitstag.
