Die Gerberei Trosseni ist die größte Gerberei Sewamunds und einer der bedeutendsten lederverarbeitenden Betriebe der Stadt. Sie liegt außerhalb des Mühlentors am nordöstlichen Rand der Stadt und markiert zugleich den Übergang zum Umland.

Die Gerberei Trosseni am Weg vom Mühlentor

Die Gerberei gehört der Familie Trosseni, die seit Generationen Leder für Schiffahrt, Militär und Handwerksbetriebe der Stadt herstellt.

Die Anfänge der Gerberei reichen in die Zeit vor dem Ausbau der Neustadt zurück. Schon damals nutzte die Familie Trosseni die Lage außerhalb, da Gerbereien wegen ihres Geruchs traditionell möglichst weit von Wohngebieten entfernt errichtet sein sollten.

Mit der Erweiterung Sewamunds ist die Gerberei fast in das neue Stadtgebiet integriert und liegt nur wenig unterhalb der nordöstlichen Verteidigungsschanzen. So kann die Gerberei von Fuhrwerken mit frischen Häuten aus dem Contado erreicht werden, ohne die Stadt zu passieren.

Das Anwesen besteht aus einer langgestreckten Werkhalle mit Trockenräumen und Lager, die an einem Wirtschaftshof liegt, und dem Wohn- und Handwerksgebäude der Familie. Charakteristisch sind die Trockenrahmen, an denen gegerbte Häute unter freiem Himmel gespannt werden. Hinter dem Grundstück befinden sich Gerbgruben und Wasserbecken. Überdachte Arbeitsplätze dienen dem Zuschneiden und Fetten der Leder.

Der Geruch nach Eichenlohe, Rauch, Fett und gegerbten Häuten ist weithin wahrnehmbar und gilt beim regelmäßigen Westwind Reisenden von Osten als untrügliches Zeichen dafür, dass sie sich dem Mühlentor nähern.

Besonders geschätzt wird das ölbehandelte Schiffsleder der Trossenis, das auf Handelsschiffen der Nordmeer-Compagnie Verwendung findet. Die Gerberei arbeitet so eng mit anderen Betrieben zusammen, z.B. der Degano-Werft, der Seilerei, Schmieden, der Phecadischen Flotte, verschiedenen Sattlern und Schuhmachern und mit Händlern der Nordmeer-Compagnie.

Die Bruderschaft vom Geselligen Leben

Seit dem Verbot der Bruderschaft vom Geselligen Leben im Jahr 1037 BF und der (erneuten) Havarie der Strandtaverne Sandbank gilt die Gerberei als einer ihrer mutmaßlichen Treffpunkte. Offiziell finden dort lediglich gemeinsame Kochabende der Belegschaft und philosophische Gesprächsrunden statt. Dennoch berichten Passanten regelmäßig von ungewöhnlich langen Zusammenkünften nach Einbruch der Dunkelheit. Besucher sollen Körbe mit Gemüse, Wein und Kochgeschirr hineintragen und erst Stunden später mit deutlich lebhafteren Diskussionen wieder verlassen. Besonders oft fällt der Name des Gelehrten Efferdan Fresa, dessen Vorträge über Metaphysik, Gesellschaft oder angebliche Geheimnisse der Geschichte unter den Arbeitern inzwischen legendär geworden sind. Die Stadtbüttel konnten bislang keinen strafbaren Tatbestand feststellen.

Volkes Stimme

„Man riecht die Trossenis schon, bevor man ihre Dächer sieht.“
— Fuhrfrau aus Kosgarten

„Wenn dort gekocht wird, riecht es erstaunlicherweise besser als beim Gerben.“
— Anwohner der Neustadt

„Bei den Trossenis wird aus jeder Kuh noch ein Schiff gemacht.“
— alte Schiffszimmerfrau