Briefspiel:Spiel der Füchse/Boltan-Runde

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Städteübergreifendes Briefspiel
Datiert auf: Travia 1047 BF Schauplatz: Palazzo Alentino in der Herrschaft Alentino, Baronie Aldyra Entstehungszeitraum: ab März 2025
Protagonisten: Jucho von Dallenthin und Persanzig Autoren/Beteiligte: Dajin,
Zyklus: Übersicht · Personae Dramatis · Alles zum Spiel · Ein goldener Morgen · Balkongespräche · Willkommen im Palazzo Alentino · Die neunte Stunde · Maskenball · Fuchsband · Zwischen den Spielen · Boltan-Runde · Nachtschwärmer · Das Plädoyer · Allein der Gedanke · Rote und Weiße Kamele · Kunstversteigerung · Der Fuchsbau · Kleinod Einer aus Neun mal Neun · Pferdewetten · Pferderennen · Regelwerke · Intermezzo · Juchos Memoiren (Das Finale)


Die Boltan-Runde

Inzwischen war es dunkel geworden über dem Palazzo Alentino. Draußen klimperten vereinzelt Sterne, wenn sie nicht durch Wolkenfetzen verhangen waren. Es war durchaus kühl geworden, weswegen sich im Garten letztendlich auch keiner mehr aufhielt. Doch warum auch. Die Kapelle spielte weiterhin und der Maskenball hatte noch lange kein Ende genommen. Doch als es schon beinahe Mitternacht war, sollte ein größerer Teil der Feiergesellschaft nach und nach aus dem wuseligen Bereich des grünen Salons in den Rauch- und Spielsalon abgezogen werden. Denn es wurde Zeit für das große Boltan-Turnier.
Für dieses hatten sich satte 24 Spieler angemeldet, diese hätten so alle gar nicht in das Spielzimmer gepasst. So entschied man sich, zunächst Ausscheidungsgruppen zu bilden. Es sollten zunächst nur vier Personen gegeneinander spielen und der Sieger dieser Runde würde ins Finale weiterziehen. Das hatte auch den Vorteil, dass die anderen solange weiter Spaß am Maskenball haben könnten und vor allem die, die am Boltan nicht teilnahmen auch nicht auf einmal sich mit dem Personal begnügen mussten, weil sonst keiner mehr da war. Aber natürlich gab es auch immer wieder Neugierige, die mal spicken wollten, wie es im Spielzimmer voran ging. Das war aber gar nicht nötig, da immer wieder Signora Pamminka von den Räumen hin und her wandelte und der großen Gesellschaft von der Bühne aus die spektakulärsten Runden und Entwicklungen mitteilte.
Dennoch hofften nicht wenige der Teilnehmer, in eine der früheren Runden gelost zu werden… einfach weil auch der Wein hier sehr gut schmeckte und dessen Effekt sicher auch zu unnötiger Risikofreudigkeit führen konnte.
Das Glück des Losentscheids für die erste Runde hatte letztendlich für Spieltisch Eins Grangorion della Carenio, Phexter van Kacheleen, Ernesto Cusorra di Monte Fuori und Avedane saba Festina. Experten zufolge eine talentierte Runde ohne große Favoriten. Das beste Gespür für ein gutes Blatt sagte man Avedane nach, mehr Talent im Positionieren des richtigen Einsatzes hingegen sah man bei den beiden Sewamundern. Genau da wiederum sah man beim Unterfelser eklatante Schwächen.
Der zweite Spieltisch wurde durch Ludo Ollantur, Ippolito Aspoldo, Obsidian vom Stein und Armato della Pena belegt. Der Vorsitzende der Loge der gemeinsamen Freundschaft beider Yaquirien wurde hier klar als Favorit angesehen, während es bei Ippolito Aspoldo wirkte, als hätte man ihm das Spiel erst am Abend zuvor beigebracht. Auch waren der Omonöse vom Stein und auch Ludo Ollantur bekannt dafür, meist viel zu defensiv in die Spiele hinein zu gehen und gute Blätter grundlos wegzuwerfen. Ob Armato diesen Tisch lebendig auffressen würde?

Tisch 1

Hier wurde im ersten Spiel gleich von allen vier Spielern ein Einsatz gewagt. Für Ernesto Cusorra und Avedane saba Festina lohnte die Kombination zweier grüner Karten aber nicht, nachdem die Mitte frei gelegt wurde. Grangorion della Carenio und Pexter van Kacheleen jedoch hatten nun beide einen Schwertbruder mit den Fürsten. Es begann das Spiel der Blicke und des gefährlicheren Einsatzes, in dem Phexteer van Kachelen seinen Gegenüber letztendlich überzeugte, seinen Einsatz aufzugeben.
Auch Runde 2 war wieder in voller Belegschaft unterwegs. Die Freude hielt allerdings nicht lang, als in der Mitte gleich drei Weissagerinnen und ein Magier erschienen. Da Avedane saba Festina einen weiteren Magier auf der Hand hatte und den anderen dreien ihre Ritter, Knappen und Fürsten nebst Niete wenig halfen, ging diese Runde sehr eindeutig an die Efferdasi.
In Runde drei waren Phexter und Ernesto sehr vorsichtig und warfen ihre Karten sogleich ab, die Chance für Grangorion und Avedane, den Gegenüber ins Unglück zu stürzen. Grangorion versuchte dabei einen Bluff aus einer Vier und einer Zwei wogegen bei Avedane ein Knappe der Luft und eine Weissagerin des Feuers eigentlich eine solide Kombi darstellten. Als in der mitte dann vier Eiskarten lagen, war für beide wieder klar, dass es auf ihr Boltangesicht ankam. Und das bessere Gesicht hatte dann Grangorion, der tatsächlich das Spiel mit einem zweier-Schwertbruder nach Hause brachte.
Spiel vier brachte wieder ein direktes Duell zwischen Avedane und Grangorion. Grangorion hatte auch erneut eine zwei, allerdings in Grün passend zum Magier des Humus, wogegen Avedane es mit einer 7 und einer Knappin des Erzes versuchte. In beiden fällen waren es die kleineren Karten, die zum Schwertbruder führten und wieder kam es auf das Boltangesicht an. Und da spielte Grangorion seine Gegenüber erneut wie eine Fidel. Es sah entsprechend jetzt schon nicht mehr gut aus für Avedane.
Runde 5 – Ernesto warf zum dritten mal in Folge seine Hand übereilig weg, der Rest jedoch versuchte sein Glück wieder. Grangorion sehr übermütig auf Bluff aus mit Ass und Drei, Phexter mit Ritter der Luft und 4 in Gold und Avedane mit Erzritter und einer Drei in Blau. Mit der Auslage ratterte Grangorion haarscharf an einer Gasse vorbei, während die anderen beiden ihre Ritter trafen. In der anschließenden Verhandlung glaubte niemand mehr den Tricksereien des Grangorion, doch Phex war zumindest auch hier wieder nicht mit der Efferdasierin. Phexter van Kacheleen gewann sein nächstes Spiel.
Runde 6 und Phexter begann taktisch zu spielen und legte die Karten beiseite. Sollten sich doch die anderen aufreiben. Das versuchten sie auch. Ritter und Knappe bei Grangorion, Sechs und Sieben in Erz für Ernesto, Vier und Fünf für Avedane. Auch sie schlidderte sehr knapp an einer Gasse vorbei, sobald die Mitte belegt war, nur eine drei fehlte zum Glück. Grangorion traf immerhin den Knappen, für Ernesto musste derweil das nicht sonderlich ausgeprägte Boltangesicht her halten. Nun, wie Experten schon erahnten, hatte er keins. Und irgendwas schien auch Avedane verkehrt zu machen in diesen Situationen, denn wieder ahnte der Sewamunder, dass sein Knappenzwilling hier völlig ausreichend war. Damit war das Spiel für Avedane saba Festina auch schon beendet. Sie musste den Tisch verlassen.
Runde 7 war der schnellen Natur. Grangorion setzte wie immer den Einsatz, Phexter wollte abwerfen, doch Ernesto tat es ihm einfach nach, um zu zeigen, dass Phexter mit dieser Masche nicht durchkommen würde. So kam es direkt zu Runde 8.
Hier sagte nun Grangorion, dass er passe und so kam es zum Duell des führenden Phexter van Kacheleen mit dem Unterfelser aus dem Hause Monte Fuori. Durch sein gütliches Punktekonto versuchte Phexter natürlich mit miesen Karten erneut sein Glück, Ernesto aber versuchte sein Glück mit einer Weissagerin des Feuers. Die traf er nicht, es gab zwei Ritter im Fluss, aber da Grangorion tatsächlich eine Gasse aus Ass, Zwei, Drei, Vier und Fünf traf, brauchte es kein sonderliches Boltangesicht, um dem armen Ernesto mit solch einer Hand den Garaus zu machen.
Runde 9 sah wieder alle drei Teilnehmer in Aktion. Grangorion mit einem Luftmagier, Phexter mit Drei und Fünf auf Gassenjagd und Ernesto mit einem Ritter. Als die Mitte gelegt wurde, traf Grangorion seinen Ritter, Phexter verfehlte die Gasse erneut um eine Karte und Ernesto hätte sein Spiel mehr genossen, wenn zu Ritter, Weissagerin, Magier und Fürst auch noch ein Knappe dazu gekommen wäre. Der fehlte aber. So musste ein Bluff her, um das Magierpaar des Grangorion nicht durchkommen zu lassen. Es hätte klappen können bei all den Bildern in der Mitte, doch Grangorions Intuition ließ sich nicht trüben. Er ließ aufdecken und nahm somit das nächste Spiel für sich, während Ernesto Cusorra di Monte Fuori nun auch den Tisch verlassen musste. Sein Spiel war in der Tat zu vorsichtig.
Da waren es nur noch zwei. Die taktischen Spiele waren vorbei, hier wurde nur noch gespielt, wenn entweder geblufft wurde oder man eine monströse Hand aufbieten konnte. Ein erstes Spiel brachte das Duell Fürst der Luft plus Lusche gegen Fürst des Erzes und Magier des Erzes. Klang erst verführerisch, doch die Mitte brachte Magier, Knappin und Luschen. Keiner hatte hier etwas, wenngleich der Magier den Vorteil für Phexter brachte. Das beste Verkäuferlächeln in dieser Situation nutzte aber auch nichts, irgendwie war klar, dass keiner was hatte, man schob sich hin bis man aufdecken musste. Und der wilde Gemüseacker ging dann eben an das Haus van Kacheleen.
Spiel 11 konnte bereits das letzte für Grangorion sein. Er versuchte es mit einer Weissagerin des Eises. Phexter derweil setzte wieder zum großen Bluff an mit Zwei und Drei. Wollte er seinen Gegenüber demütigen? Die Mitte gab alle Möglichkeiten für diesen Bluff. Grangorion traf seine Weissagerin, doch zwei Knappinnen und ein Fürst in der Mitte ließen genügend Möglichkeit offen, ein besseres Blatt zu haben. Doch Grangorion hatte seinen Gegenüber inzwischen gut genug kennen gelernt und glaubte ihm gar keine Kartenhand mehr. Die Entscheidung war Weise und Grangorion blieb eine weitere Runde im Spiel.
Runde 12 begrüßte Grangorion mit Ritter und Fürst, Phexter mit Feuerritter. Trotz Fürst, Knappe und Weißsager traf er diesen nicht, dafür das Ass. Grangorion fühlte sich mit dem Fürstenzwilling allerdings wohl, er konnte aber eh nicht aussteigen, da er dann verloren hätte. So kam es zum alles entscheidenden Spiel 13.
Sie begegneten sich letztendlich mit Vier und Fünf in Grün beim Herrn della Carenio und mit einem Knappen des Feuers auf der Gegenseite. Beides dünne Blätter. Doch die Mitte startete ähnlich dünn. Ass, dazu Drei und Fünf in Erz. Noch zwei erzene Karten und Phexter hatte einen Hofstaat, Grangorion benötigte eine Vier zur Gasse. Die vierte Karte war in der Tat eine Erzerne Sechs. Damit hatte Phexteer nun sogar mit einer erzernen Zwei oder Sieben die Chance auf einen Marschallsstab. Eine Sieben würde auch Grangorion eine Gasse gewähren, doch da sie beide dann eine Gasse hätten, ginge das Spiel tatsächlich in Runde 14… es sei denn, die Sieben wäre aus Erz. Der Geber drehte die letzte Karte um und es war… EINE SIEBEN. Aber in Feuerrot. Tatsächlich musste NOCH eine Runde her, um das Spiel zu entscheiden.
Da hieß es nun Eisritter gegen Magier und Weissagerin. Beides vielversprechende Hände. Die ersten drei Karten brachten dann noch einen Ritter hervor. Gut für Grangorion. Doch auch ein Fürst lag in der Mitte, womit ein Knappe mal wieder eine Gasse ermöglichte. Karte vier war noch ein Fürst. Damit hatte Grangorion bereits eine Offiziersmesse auf der Hand. Das sah wirklich so aus, als könne er am Ende einem Stadtkollegen doch noch drei Spiele in Folge abnehmen und gewinnen. Mit Spannung beäugten alle die letzte Karte. Es war eine … Eis-Drei. Tatsächlich. Phex fing stark auf der Seite Phexter van Kacheleens an, aber bisher war keiner Phex so hold wie das Haus della Carenio. Für Grangorion ging es ins Finale.

Tisch 2

Fast mit einem Gähnen startete Armato della Pena in diese Partie. Ja, er wusste genau, dass man beim Boltan aus jeder schlechten Hand mit etwas Körpersprache ein Meisterstück wandeln konnte. Seine Gegner eher weniger. Gerade Ludo Ollantur und Ippolito Aspoldo spielten am Anfang auch die aussichtslosesten Hände. Nur Obsidian vom Stein hatte schon nach der zweiten Runde ein wenig dafür ein Gefühl entwickelt und warf seine Kartenhand in Runde zwei und drei weg, bevor es bedrohlich werden konnte. Aber mit den anderen beiden spielte Armato della Pena erst einmal Katz und Maus.
In Runde 4 hatte dann auch Ludo Ollantur begriffen, dass man vielleicht besser nicht alles spielen sollte. Ippolito Aspoldo hingegen nicht und so hatte er schon in Runde 4 fast alles verloren, während Armato della Pena gar nicht aus dem Gähnen heraus kam und auch Obsidian vom Stein erst einmal darauf wartete, bis das Fallobst ausgeschieden war.
Eine Runde später stand dann der Sheniloer auch schon vom Tisch auf, mit den Achseln zuckend und nicht wissend, was da gerade passiert war. Das klang doch so einfach zu spielen, aber scheinbar war es schwer zu meistern, denn er hatte in einem atemberaubenden Tempo gerade 200 Dukaten quasi ins Feuer geworfen, ohne Aussicht auf Rückgewinn.
Aber auch bei Ludo Ollantur sah es weiterhin nicht besser aus. Jetzt, da Ippolito Aspoldo ausgeschieden war, schien er nun wieder verleitet, mehr Risiko gehen zu müssen, auch da Obsidian vom Stein weiter früh sich aus den Spielen zurückzog. Armato della Pena kannte keine Gnade, warf mit hohen Umsätzen nur so um sich und strich so den nächsten Gewinn ein.
Etwas Abwechslung erst in Spiel Sieben, als Ludo sich zurückzog, da er erkannte, dass Obsidian vom Stein offensichtlich eine wirklich gute Hand hatte. Und da auch Armato nur sehr zögerlich dem Spiel folgte, wusste, dass Ludos Zeit für eine kurze Atempause gekommen war. Doch auch Obsidian vom Stein musste anerkennen, dass das Boltangesicht von Armato della Pena aus einer anderen Sphäre zu kommen schien. Als er stolz seine Familie aus drei Vieren und zwei Rittern präsentierte, servierte Armato einen feurigen Marschallstab und schickte so auch den Mann aus dem Osten ins Tal der Tränen.
Nach Rache sinnend, eroberte sich Obsidian im Folgespiel gleich noch einmal das Spielrecht, was Ludo die Chance gab, eine weitere Runde nur zuzusehen. Rachehände gewinnen selten und so gewann Armato nun das zehte Spiel in Folge. Was für eine Schau. Ludo erkannte da wohl, wie aussichtslos dieses Spiel geworden war und setzte seine verbliebenen Spieltaler. Auch Obsidian warf deutlich demotivierter seinen Einsatz in die Mitte. Sie wussten wohl, was kommen würde. Eine mittelprächtige Hand wurde von Armato auch das elfte Mal nach Hause geholt, Ludo Ollantur konnte also seine Sachen packen und wanderte mit schüttelndem Kopf nach Hause.
Obsidian vom Stein hatte noch einen Einsatz über, musste aber nun spielen. Vielleicht war im Spiel Kopf gegen Kopf ja mehr raus zu holen… nein, war es nicht. Einen Hof aus Vieren und Rittern später hatte Armato della Pena den Tisch gewischt, ohne auch nur ein einziges Spiel verloren zu haben. Da hatte jemand also bereits Anspruch auf den Sieg am großen Tisch erhoben, eindeutig.

Tisch 3

Da Armato della Pena seinen Tisch in wenigen Minuten leer gefegt hatte, konnte die dritte Begegnung früh gestartet werden. Das Los sah hier nun Ancalita ya Pirras und Carolus Gerber auf Admentos A'Temelon und Zaghîr Tebay treffen. Eine Tulamidin und drei Efferdasi, was sollte da schon schief laufen. Die Experten waren sich vorab einig, dass alle vier nicht mit dem Spiel eines Grangorion della Carenio oder Armato della Pena würden mithalten können. Am ehesten noch die Tulamidin Tebay und der Zyklopäer Admentos. Gerade das Boltangesicht Ancalita ya Pirras wurde als geradezu entlarvend eingeschätzt, da sie dazu tendierte, beim Bluffen nervös zu kichern. Aber auch hier würde am Ende eben Phex entscheiden, wer ins Finale einziehen würde.
Im ersten Spiel versuchten zunächst Ancalita, Admentos A’Temelon und Zaghîr Tebay ihr Glück mit dem Gewinn der Runde. Und schnell wurde klar, wie miserabel Ancalitas Boltangesicht wirklich war. Eine eigentlich gute Hand warf sie unnötig weg, sie war dem Nervenspiel der anderen völlig auf den Leim gegangen. Admentos A’Temelon konnte die erste Runde letztendlich für sich entscheiden, da seine Drillinge etwas über den Drillingen Tebays lagen.
In Runde zwei versuchten nun Carolus Gerber, Admentos A’Temelon und Zaghîr Tebay ein anderes Ergebnis als zuvor zu erzielen. Für Carolus Gerber sollte sich das nicht lohnen, Admentos und Zaghîr hingegen hatten bei der Auflösung die gleiche Hand und konnten sich diese Runde teilen.
So sah auch Runde drei nur leichte Wechsel an der Beteiligung. Ancalita hielt ihre neuere Hand für besser, Carolus Gerber wartete eine Runde, um Wunden zu lecken und Admentos und Zaghîr gönnten sich weiterhin nichts. Aus solchen Runden waren schon Freundschaften entstanden und da diese Partie nun an Zaghîr ging, stand es im persönlichen Duell der beiden nun Eins zu Eins zu Eins, wogegen Ancalita das Kichern langsam verging.
So setzte sie die nächste Runde aus, während es erneut Carolus versuchte, endlich ein Spiel zu gewinnen. Admentos und Zaghîr spielten weiterhin alles, was ihnen auf die Hand kam. Und wieder ging die Hand an den Zyklopäer. Carolus Gerber konnte sein Pech nicht fassen, der Hof sah doch so gut aus.
Die Situation der sechsten Runde fiel auch unter “schon einmal gesehen”. Carolus passte wieder früh und genehmigte sich einen tiefen Schluck seines Arangensaftes. Ancalita kicherte ein gutes Blatt völlig dahin und Zaghîr versuchte, im Duell mit Admentos auf 2-2 auszugleichen. Doch das gelang nicht. Der Zyklopäer zog seine Hand eiskalt durch und gewann eine weitere Runde.
Das führte dazu, dass das Spiel der anderen immer vorsichtiger wurde. Die nächsten beiden Runden wollte gar keiner mehr sich zu einem Spiel trauen und es dauerte eine weile, bis endlich wieder eine spannende Runde zusammenkam. Ancalita und Carolus waren beide diesesmal Zuschauer des ewigen Duells Tebay / A’Temelon. Und nun ging das Rad des Schicksals wieder auf die andere Seite, Sieger Tebay. Etwas überraschend war da der Zwischenstand, dass aktuell Carolus Gerber und Admentos A’Temelon gleich aufwaren, obwohl Admentos ständig gewann und Carolus bisher kein einziges Spiel gewonnen hatte. Er wusste eben aber sehr gut, wann man sich rauszuhalten hatte.
So auch im nächsten Spiel, in dem ausnahmsweise nur Ancalita ya Pirras gegen Admentos A’Temelon heran durfte. Wieder las der Zyklopäer in der Efferdasi wie in einem Buch und erneut warf sie eine gute Hand unnötig weg. Dieses Boltangesicht war ein Desaster. Sie schien innerlich aufgegeben zu haben und spielte in der nächsten Runde ein völlig aussichtsloses Blatt gegen Temelon und Tebay. Dieses ging nun wieder an die Tulamidin, damit war Ancalita ya Pirras allerdings erlöst. Etwas geknickt verließ sie den Spieltisch.
Dafür war aber nun Carolus Gerber der Führende am Tisch. Weiterhin ohne auch nur ein Spiel gewonnen zu haben, sondern einfach nur dadurch, die anderen geschickt sich austoben gelassen zu haben. Jetzt aber sah er seinen Moment gekommen, im nächsten Spiel ging er auf einmal sehr aggressiv zugegen. Da Admentos und Zaghîr beide die Kunst des “mal einmal aus taktischen Gründen aussetzen” ungern wahrnahmen, waren sie dabei und sahen, wie Carolus seine Hand hoffnungslos überschätzte. Admentos ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, räumte ab und nahm damit nicht nur Carolus Gerber den Platz am Kopf des Tisches wieder ab, sondern brachte Zaghîr Tebay an den Rand einer Niederlage.
Höflich wartete Carolus wieder darauf, dass die anderen sich die Köpfe einschlagen und passte. Und in der Tat konnten die anderen beiden es mal wieder nicht lassen, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Doch dann griff Phex persönlich ein und servierte Adentos A’Temelon einen Elementarkreis. Dagegen konnte die Familie von Zaghîr nicht mithalten und so musste die Tulamidin den Tisch tatsächlich verlassen.
Nun hieß es also Kopf an Kopf für Carolus und Admentos. Ob Carlus endlich mal ein Spiel gewinnen würde? Zunächst nicht. Ademtos bekam einen Drilling auf die Hand, wogegen der Gemüseacker Carolans natürlich nichts entgegen setzen konnte. Doch in der darauffolgenden Runde hatten beide so viel Murks auf der Hand, dass Ademtos sich entschied, das Risiko doch zu meiden und seinen Vorsprungspunkt abzugeben.
So kam es auch hier zu einem Finalspiel. Der Sieger dieser Partie würde ins Finale einziehen. Carolus legte dabei einen Pikenwall vor gegen den Admentos tatsächlich überhaupt nichts entgegensetzen konnte. Ungläubig blickte er auf die Hand vor sich. Es sah doch so gut aus. Doch Carolus Taktik, die anderen sich ausspielen zu lassen und dann zuzustechen war aufgegangen. Er zog ins Finale ein.

Tisch 4

Auch hier versammelten sich laut Experten per Losentscheid eher Spieler der zweiten Reihe. Aurelia di Asuriol und Vittoria ter Braken galten als eher durchschnittliche Boltanspieler, Avesio Dalidion als sehr defensivfreudig und Alvinia Solivino wusste zwar sehr genau, was ein gutes Blatt war und was nicht, war aber nicht so geschult darin, es nach Hause zu bringen. Einen wirklichen Favoriten konnte man hier also im Vorfeld nicht ausmachen.
Es begann gleich mal sehr sinnbildlich, die sehr offensiv spielende Alvinia Solivino legte vor und alle anderen drei warfen ab, sodass es gar nicht zu einem Spiel kam. Man wünschte sich als Zuschauer ein wenig die Spielfreudigkeit von Admentos A'Temelon oder Zaghîr Tebay daher.
Danach versuchte sich Vittoria ter Braken immerhin in einer ersten Partie gegen die Urbasierin und konnte diese tatsächlich für sich entscheiden.
Auch im nächsten Spiel trauten nur zwei Spieler ihren Karten, wie immer Alvinia und dieses Mal Aurelia di Asuriol. Und schnell wurde klar, so vorsichtig Aurelia auch war, ihr Boltangesicht war spitzenklasse. Obwohl Alvinia eine gute Hand hatte, warf sie diese dann doch weg, ohne je zu erfahren, was Aurelia eigentlich auf der Hand hatte. Avesio Dalidion haben wir derweil nicht vergessen, er warf nur einfach konsequent all seine Hände ab. Offensichtlich war er in die Carolus-Gerber-Schule für erfolgreiche Boltan-Taktik gegangen.
Auch in der nächsten Runde hieß es wieder “nur” Alvinia gegen Vittoria. Und erneut war Alvinia Phex einfach nicht hold. Karte um Karte machte aus ihrem Wahrsagerinnenpaar auf der Hand eine Enttäuschung und tatsächlich gewann Vittoria diese Runde dann mit einem Dreier-Dreizack.
In der nächsten Runde erschraken Alvinia und Vittoria fast, als Avesio Dalidion auf einmal ins Spiel mit einstieg. Hatte er auf einmal eine gute Hand? Die Antwort lautete ja. Vittoria hatte eigentlich einen Bluff mit Zwei und Fünf vorbereitet, hatte nicht damit gerechnet, dass der Dalidion aus seiner Ruhephase je austreten würde und stand recht schlecht da. Und auch Alvinia schien völlig von Phex verlassen zu sein. Tatsächlich ging die Runde an den Urbasier.
Alvinias offensive Taktik hatte sie damit an den Rand der Niederlage gebracht. Doch sie blieb sich treu und versuchte auch im nächsten Spiel irgendwie noch das Spiel zu machen. Und dieses Mal waren alle vier Spieler mit von der Partie. Dummerweise schmälerte das die Chance Alvinias mit einem Spiel irgendwie durchzukommen und in der Tat hatte am Ende Vittoria ter Braken die besseren Karten und die Dame aus dem Hause Solivino musste den Tisch früh verlassen. Eine Offensivspielerin gegen drei Duckmäuser, die nur spielen, wenn sie eine gute Hand hatten… was sollte man da schon groß tun? Jetzt aber waren nur noch Defensivspieler anwesend. Das sollte dem Spiel einen ganz anderen Anstrich geben. Natürlich brauchten die Spieler ein wenig, um sich daran zu gewöhnen, und es kam einige Runden lang zu einer wahren “ich passe”-Orgie.
Irgendwann trauten sich aber Aurelia di Asuriol und Vittoria ter Braken wieder, die Karten zum Einsatz zu bringen. Mit dem besseren Ende für Aurelia di Asuriol. Doch irgendwann musste der Croupier die Einsätze erhöhen, um diesem passiven Trauerspiel ein Ende zu setzen. Das brachte dann ein Duell zwischen Vittoria ter Braken und Avesio Dalidion. Und auch hier blieb Vittoria wieder glücklos.
Eine Runde später versuchte sich Aurelia di Asuriol mit einer eigentlich aussichtslosen Hand, was aber Avesio Dalidion sofort erkannte. Er hätte mit ihr fast den Fußboden gewischt, doch in der Mittelhand wurden dann auf einmal vier Siebener gelegt, womit Aurelia noch einmal mit einem blauen Auge davon kam - geteilter Sieg. Den holte sich Avesio Dalidion aber dann in der nächsten Runde gegen Vittoria ter Braken, womit die Sewamunderin auch bereits mit dem Rücken zur Wand stand. Daher setzte sie die nächste Runde lieber noch einmal aus und sah, wie Aurelia di Asuriol erneut eine desaströse Hand ins Feld rief und Avesio Dalidion diesen Köder nicht zu schlucken bereit war. Diesersmal rettete die Sheniloerin aber nicht das Glück, die Hand ging an Avesio Dalidion. Sofort wurde Aurelia wieder defensiver, während Avesio immer dominanter antrat. Nun stand ihm also Vittoria ter Braken noch einmal vor der Hand. Der Dalidion war bereit, das Spiel ins Kopf gegen Kopf zu wandeln, doch noch wehrte sich die Sewamunderin, ihr Blatt war zu gut und so sprang sie dem Ausscheiden noch einmal von der Kippe.
Auffällig jedoch auch, dass Aurelia,zu mehr Offensive gezwungen, immer mehr völlig aussichtslose Hände spielte. Das hatte nun auch Vittoria erkannt und hielt gegen, ebenso Avesio Dalidion. War auch dies Taktik? Avesio gewann diese Partie. Noch eine Niederlage und auch für Vittoria wäre das Boltanspiel vorbei.
In der Tat waren auch in der nächsten Runde wieder alle drei Spieler mit einer guten Hand dabei. Die beste Hand blieb aber die von Vittoria ter Braken. Eiserner Wille und eine Sippe brachten ihr dieses Spiel ein. Damit galt allerdings auch für Aurelia di Asuriol, eine weitere Niederlage und das wars. Avesio Dalidion hingegen konnte sich noch eine Niederlage leisten.
Natürlich begann wieder eine “Ich-Passe”-Phase, bis Aurelia di Asuriol zwei Fürsten auf die Hand bekam und Avesio mit zwei Rittern dagegen halten wollte. Welch Tragödie als als fünfte Karte doch noch ein dritter Ritter auftauchte und somit sich Phex gerade für den Urbasier entschieden hatte. Jetzt hieß es also Kopf gegen Kopf. Endlich dachte sich Avesio und legte gleich mit einer guten Hand vor. Vittoria schien mit Bluffen dagegen anzugehen, aber nicht mit Avesio Dalidion. Der hatte den Braten gerochen und zog sein Spiel durch, um damit auch ins Finale einzuziehen!

Tisch 5

Inzwischen war es doch späte Nacht geworden. Das Los hatte noch einmal zwei Tische ausgemacht und die Juroren waren der Meinung, dass dieses die besten Boltanspieler vereinte. Den ersten Tisch machten dabei nun Eronia Zorgazo, Rondrajane von Veliris, Terantina ya Pirras und Mythraela Varducchio unter sich aus. Die letzte Hoffnung zu Unterfels, eineinhalb mal Efferdas, ein halbes mal Shenilo und einmal Urbasi also. Die Experten waren sich ziemlich sicher, dass kaum jemand hier Eronia Zorgazo würde besiegen können, man war aber auch darauf gespannt, wie offensiv das Spiel der Rondrajane wohl werden würde, die dafür bekannt war, fast jedes Blatt zu spielen.
Und tatsächlich spielte Rondrajane gleich einmal auf, was Eronia defensiv spielend gewähren ließ, nur Terantina ya Pirras meinte, das Spiel annehmen zu müssen. Am Ende aber viel heiße Luft. In die Mitte gerieten drei Magier, was das Spiel für beide zum Unentschieden machte. Nichts geschehen.
Doch schon in der nächsten Runde standen sich die beiden wieder gegenüber. Beides schienen sehr offensive Spieler zu sein. Doch die Efferdanerin konnte nicht jedesmal durch die Mitte gerettet werden, der erste Sieg ging an Rondrajane.
Eine Runde später ging dann auch Eronia Zorgazo ins Spiel, offensichtlich mit dem Plan, direkt mal mit einem Bluff auf die anderen loszugehen. In der Tat schien das die beiden Efferdier etwas einzuschüchtern, nicht aber Rondrajane. Sie hielt gegen und musste entgeistert zusehen, wie die Mitte Eronia auf einmal eine Gasse bescherte. Ganz glücklicher Sieg für die Urbasierin.
Die nächste Runde zeigte sich dann wieder wie gewohnt. Rondrajane spielte gegen Terantina, Eronia schaute zu und die vierte Dame hatte das Spiel ebenso offensichtlich von Carolus Gerber gelernt. Der Ausgang war der gleiche. Rondrajane hatte das bessere Blatt und Terantina erneut das Nachsehen. Lief nicht gut für die Zweiflingerin. Doch das schien sie nicht von ihrem Offensiven Spiel abzuhalten.
Auch in der nächsten Runde passten sich Eronia und Mythraela genüsslich umher und ließen Rondrajane und Terantina sich selbst ausschalten. Dieses Mal mit dem besseren Ende für Terantina.
In der nächsten Runde traute sich dann auch Mythraela Varducchio eine Hand gegen Rondrajane zu spielen. Auch sie musste nun erfahren, dass Rondrajane nicht einfach nur jedes Mal drauf los spielt, sondern eben auch eine gute Hand hat, um das Herauskommen zu rechtfertigen. Eine Offiziersmesse war mehr, als sie Gegenhalten konnte.
Eine Runde weiter dachten nun drei der vier Damen, dass ihr Blatt den Sieg bringen würde. Nur Eronia hielt sich weiterhin völlig raus und trank genüsslich einen Wein nach dem nächsten. Das war scheinbar zu einfach. In der Tat ging diese Runde an die defensiv agierende Mythraela und brachte so Rondrajane wie Terantina eine weitere bittere Niederlage bei.
Weiter gings. Auch jetzt waren drei Personen am Start, doch diesmal war es nicht Mythraela, sondern Eronia, die sich zu den Offensivspielern reihte. Hatte sie auf einmal etwas auf der Hand? Es war… nicht berauschend, ein mittlerer Dreizack langte aber dennoch aus, um beide Gegnerinnen an den Rand der Niederlage zu setzen. Es schien, als wollten beide Defensivspieler nun dafür sorgen, dass der Tisch gleich von zwei Personen gleichzeitig geräumt wird. Woher Eronia daraufhin die Ballistra auspackte, war kaum zu glauben, aber es stellte den Gnadenschuss für Rondrajane von Veliris und Terantina ya Pirras dar.
Entsprechend hieß es nun Kopf-gegen-Kopf und es wurde klar, wo der Unterschied war zwischen einem eiskalten Boltangesicht und einfach nur zu passen, bis keiner mehr übrig war. Die erste Runde gewann Mythraela noch mit einem wohl von Phex persönlich entsandten Elementarkreis, aber deswegen geriet die Urbasierin noch lange nicht aus der Ruhe. Die nächsten zwei Partie gewann sie sicher. Bei der dritten Partie hatte sie ein wenig Glück und gewann wegen dem höheren Gemüseacker, doch dann machte sie mit einer Serie von vier Spielen in Folge den Sack zu und zog ein wenig erwartet ins Finale ein.

Das Finale

Und da waren sie nun, die sechs Finalisten. Tief in der Nacht, teilweise müde oder angetrunken, doch deswegen noch lange nicht bereit, das Spiel deswegen aufzugeben. Grangorion della Carenio aus Sewamund, Armato della Pena aus Urbasi, Carolus Gerber aus Efferdas, Avesio Dalidion aus Urbasi, Eronia Zorgazo aus Urbasi und Larona Vinarii aus Efferdas. Man konnte meinen, dass man im Süden des Landes das Boltanspiel etwas ernster nahm als im Norden.
Ab hier ließ sich auch nicht mehr sagen, wer hier die großen Favoriten sein sollten. Ja, Carolus Gerbers Spiel mochte etwas abfallen, während Armato della Pena und Eronia Zorgazo sicher die großen Favoriten waren, aber sich festlegen wollte sich keiner. Vielleicht würde die erste Runde ja schon verraten, wohin die Reise ginge. Und in der Tat zeigte sich wieder, wo die defensiven Spieler waren und wo die offensiven. Grangorion, Armato und Larona stiegen mit ihren Händen sofort ins Spiel ein, während Carolus, Avesio und Eronia erst einmal zusahen. Das war fast so zu erwarten gewesen. Alle drei Hände waren nicht so besonders, die Hand von Larona Vinarii war aber etwas besonderer als die anderen, so stand ihr der erste Punkt in der Finalrunde zu.
Grangorion gönnte sich daraufhin sofort eine Pause, dafür gönnte sich auch Avesio Dalidion eine Runde mitzuspielen. Seine Gegner waren auch hier die offensiv spielenden Armato della Pena und Larona Vinarii. Avesio wusste warum, seine Gasse war nicht zu schlagen und so kassierten die anderen beiden eine Niederlage. Armato verlor damit zum zweiten mal in Folge, damit doppelt so oft als in der kompletten ersten Runde. Das schien ihn durchaus etwas zu wurmen.
Die nächste Runde sah dann die erste Viel-Spieler-Runde. Nur Grangorion della Carenio war der Meinung, mit seiner Hand nichts gewinnen zu können, der Rest hatte jeweils ein Bild auf der Hand und sah damit große Chancen. Doch am Ende sollte Eronia Zorgazo ihre erste Duftmarke setzen, mit einem krachenden Vierling gelang ihr ein erstes Achtungszeichen. Armato della Pena, derweil fluchte immer lauter. Wo war nur sein Glück hin, er verlor Spiel um Spiel. Gregorion mischte danach wieder mit, dafür zeigten sich Avesio, Carolus, Eronia und auch Larona dieses mal defensiver und passten früh. Der Punkt ging dann doch nach Sewamund an den Herren Grangorion della Carenio, auch weil der Mittelteil aus Armato della Penas vielversprechendes Fürstenpaar ein völlig nutzloses Gekröse machte. Unglaublich aber wahr, der so heiß Favorisierte Armato della Pena war eine Niederlage vom frühen Ende entfernt. Ein wenig Trotz floss so in Armatos Entscheidung ein, auch das nächste Spiel zu spielen. Grangorion und Larona stellten sich ihm entgegen, vielleicht ja wirklich, um ihn aus seiner Pein zu erlösen. Und so kam es auch, Grangorion warf einen satten Pikenwall auf den Tisch und machte Armatos Niederlage so sehr deutlich. Keine Punkte für den Herren aus Urbasi.
In der nächsten Runde hieß die Paarung Grangorion della Carenio gegen Eronia Zorgazo und Larona Vinarii. Und es kam zu einer wahren Monsterrunde. Larona tischte stolz einen Hof auf, den Grangorion jubelnd mit einem Vierling konzerte, nur um dann dabei zuzusehen, wie Erona Zorgazo einen noch höheren Vierling aus Rittern platzierte. Unfassbares Glück für die Frau aus Urbasi. Larona Vinarii derweil wusste, dass auch sie sich keine Niederlage mehr leisten konnte. Eronia hingegen hatte noch gar kein Spiel verloren. Sie schien ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Wohl deswegen mischte sie auch im nächsten Spiel mit, während Larona erst einmal passte. Grangorian della Carenio und Avesio Dalidion versuchten sich dafür nun, Eronia im Spiel ankommen zu lassen. Doch was geschah hier nur. Avesio Dalidion tischte nun Elementaren Kreis auf und selbst den ließ Eronia nicht in Verlegenheit geraten. Ein elementarer Pfeil landete vor ihrer Hand. Was für ein Glück hatte diese Frau bitte? Carolus Gerber hingegen atmete erleichtert aus. Seine über defensive Spielweise hatte ihm bisher viel Schaden erspart. Weiter gings. Grangorion und Larona versuchten erneut Eronias Glück auszureizen. Irgendwann musste diese Kartenmagie doch aufhören. Aber nein. Grangorion konnte nicht mehr als einen Doppelzwilling servieren und Laronas Gemüseacker bedeuteten ihr endgültiges Ende. Denn Erona hatte einen Drilling und konnte sich damit erneut durchsetzen. Wie unbesiegbar erschien die Urbasierin in diesem Moment. Auch für den Sewamunder hieß es nun eine weitere Niederlage und die Nummer wäre beendet.
Dennoch wollte er weiter spielen mit dem, was er hatte. Der dritte Platz würde zwar in der Gesamtwertung durchaus Punkte bringen, aber es ging ihm längst ums Prinzip. Irgendwie musste man dieser Urbasierin doch bei kommen. Tatsächlich nahm sich auch Carolus Gerber vor, sein Glück zu probieren. Avesio Dalidion nicht und tatsächlich passte auch Eronia und entschied sich wieder für ein defensiveres Spiel. Clever aus taktiert konnte man sagen, denn wer weiß, ob Grangorion und Carolus mit diesen Händen sonst gespielt hätten. Zumindest Grangorion hätte dies, seiner Familie konnte der Efferdier nichts entgegensetzen.
“Läuft doch.” sagte sich Grangorion und versuchte auch das nächste Spiel zu gewinnen. Und auch Carolus Gerber hatte wieder Vertrauen in seine Hand. Natürlich passte Avesio, aber ein Zucken ging durch die beiden Herren, als auch Eronia Zorgazo wieder die Kartenhand an sich reißen wollte. Da musste doch irgendwann mal ein Bluff kommen. Nicht ganz. Der Dreizack Eronias war sicher mehr als Carolus Doppelzwilling, aber Grangorion feierte seine Rückkehr mit einer Familie und konnte so endlich beweisen, dass die Urbasierin zumindest verletzlich war.
Fast nicht überraschend sah die nächste Runde die drei gleichen Personen wieder. Die beiden Herren mussten aber feststellen, dass ein Bluff von der Urbasierin eiskalt erkannt und aufgedeckt wird. Wie ein echter Boltanprofi schickte sie damit Grangorion della Carenio ins Bett. Und das Gesamtclassement kannte nun drei neue Namen. Eronia Zorgazo, Carolus Gerber und Avesio Dalidion. Einer der drei würde Neun Punkte bekommen, ein weiterer sechs Punkte und noch einer drei. Es sei denn, einer Person würde es gelingen, gleich zwei Personen gleichzeitig vom Tisch zu fegen, dann würden die beiden sich jeweils 4 Punkte teilen. Dass Armato della Pena und Larona Vinarii so früh ausscheiden, wird beide im Nachgang wohl auch etwas wurmen, denn Larona hatte schon beim Fuchsband im Finale gestanden und Armato dort sogar den zweiten Platz belegt. Auf der Jagd nach Dimiona della Carenio hätten ihm weitere Punkte in der Gesamtwertung wohl gut zu Gesicht gestanden.
Jetzt aber war das schummrige, durch Rauchschwaden diverser Zigarillos genießender Zuschauer in Scheiben geschnittene Licht auf eben drei ganz andere Personen gerichtet. Carolus Gerber, selbst wohl eigentlich schon in einer “Alles-ist-egal” Laune wollte das Spiel gleich wieder an sich reißen, doch die beiden Defensivspieler taten ihm den Gefallen nicht und passten sogleich wieder. Was für den Croupier Anlass genug war, auch hier die Einsätze wieder zu erhöhen.
Sofort waren alle drei Spieler in einer Runde versammelt. Carolus hatte immerhin ein Fürstenpaar, das konnte Avesio jedoch mit einem Dreizack überbieten. Da kam auch Eronia nicht mit und so zoge Avesio mit Eronia gleich, während Carolus Gerber mit drei Punkten in der Gesamtwertung sicher sehr zufrieden vom Tisch aufstand und dem Rest höflich gratulierte.
Aber tatsächlich, Boltan war damit nun offiziell Urbasisches Hoheitsgebiet. Wer würde das Duell nun im Kopf-an-Kopf für sich entscheiden? Die erste Runde ging tatsächlich an Avesio Dalidion. Ein wenig kamen Erinnerungen an Eronias Erste Runde hoch, bei der sie auch das erste Spiel verlor und dann ihre Gegner kein Land mehr sehen ließ. Doch Avesio war eindeutig ein besserer Spieler als die Gegner der ersten Runde. Doch die nächste Runde ging schon wieder sehr deutlich an Eronia Zorgazo. Wieder Unentschieden. In der Folgerunde hatten beide nur einen Gemüseacker, zwei Paare in der Mitte jedoch ließen sie ihre Einsätze zurückerhalten. Kein Durchmarsch also, aber auch immernoch keine Entscheidung. Die nächste Runde ging auch wieder Haarknapp an Eronia, die gerade mal das höhere Paar rettete. Das setzte aber Avesio unter Druck. Er musste nun zweimal gewinnen. Doch Phex hatte heute noch etwas vor. Wieder hatten beide ein fast identisches Blatt mit jeweils einem Hof. Doch ein Hof aus zwei Weissagerin und zwei Rittern ist eben höher als ein Hof aus zwei Weissagerin und zwei Knappen. Somit stand es tatsächlich wieder ausgeglichen und es war klar. Wer die nächste Partie gewinnt, der würde die komplette Partie Boltan gewinnen. Neun Punkte im Gesamtclassement und sehr viel Ruhm und Ansehen, was ja in Urbasi besonders wichtig war.
Die Karten wurden aufgedeckt. Avesio Dalidion mit Weissagerin der Luft und Fürst des Wassers. Was für ein Brett. Eronia mit Magier des Erzes und einem Ass in Gold. Die ersten drei Karten wurden aufgedeckt. Magier des Humis, ein Ass und ein Fürst des Erzes! Damit hatte Avesio zwar nun einen Fürsten-Maraskaner, doch Eronia eben einen Hof aus Assen und Magiern. Avesio brauchte einen weiteren Fürst oder eine Weissagerin, kum hier noch etwas erreichen zu können.
Karte Nr. 4. Knappin des Feuers. Für Avesio weiterhin unverändert, nur dass auch ein Ritter nun für ihn interessant werden könnte, denn er hätte dann eine Gasse, die eben über Eronias Maraskaner stände. Die letzte Karte wurde gezogen und es war…ein MooʻIIagier des Wassers. Das bedeutete für Eronia eine Familie und den Endsieg. Und großen Jubel von den immer mehr werdenden, umherstehenden Schaulustigen.

Endclassement

Platzierung Gesamt Teilnehmer
1 Erona Zorgazo
2 Avesio Dalidion
3 Carolus Gerber
4 Grangorion della Carenio
5 Larona Vinarii
6 Armato della Pena

Gesamtclassement

Platzierung Gesamt Teilnehmer Punkte
1 Tsabella della Carenio 9
1 Eronia Zorgazo 9
3 Avesio Dalidion 6
4 Daria Legari 4
4 Armato della Pena 4
5 Carolus Gerber 3