Leomar ya Satara

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Leomar ya Satara, geboren 1032 BF, ist das jüngere Kind Nanduriels und Aurelias und der jüngere Bruder Rahjanes. Anders als seine Schwester, deren Zukunft zunehmend mit Gut Valdoro und dem Weinhandel verbunden ist, hat Leomar früh einen anderen Weg eingeschlagen. Seit 1044 BF befindet er sich in ritterlicher Ausbildung bei Efferdina ya Satara.

Leomar ya Satara (SC)
Leomar ya Satara, 1046 BF

Familie: Haus ya Satara
Tsatag: 1032 BF
Größe: 163 Halbfinger
Haare: dunkelbraun
Augenfarbe: braun
Eltern: Nanduriel ya Satara und Aurelia Omiran
Geschwister: Rahjane ya Satara

Kindheit und Ausbildung

Leomar wuchs gemeinsam mit Rahjane auf Gut Valdoro auf. Wie seine Schwester lernte er schon früh die Weinberge, Keller und Arbeiten des Gutes kennen, zeigte jedoch weit weniger Interesse daran, eines Tages selbst Verantwortung für den Betrieb zu übernehmen. Während Rahjane wissen wollte, weshalb ein Fass anders behandelt wurde als ein anderes oder welchen Preis ein Händler für einen Wein zu zahlen bereit war, interessierte Leomar sich eher für Pferde, Waffen und die Geschichten reisender Ritter.

Seine grundlegende Bildung erhielt er zunächst im Umfeld seiner Familie. Zeitweise besuchte er auch den Unterricht seiner Großtante Vittoria in Satara. Dort lernte er Lesen, Schreiben und Rechnen und erhielt jene hesindegefällige Allgemeinbildung, auf die das Haus ya Satara traditionell Wert legt.

Dass Rahjane zunehmend als mögliche Erbin Gut Valdoros betrachtet wurde, ließ Leomar dabei nicht das Gefühl zurück, um etwas gebracht worden zu sein. Im Gegenteil: Die Aussicht, dass seine Schwester eines Tages das Weingut übernehmen könnte, eröffnete ihm die Möglichkeit, einen eigenen Weg einzuschlagen. Seine Begeisterung für das Rittertum blieb in der Familie nicht unbemerkt, und schließlich wurde entschieden, ihn der Obhut Efferdinas anzuvertrauen.

Seit 1044 BF steht Leomar in ihren Diensten und wird im Umfeld des Adlerordens ritterlich ausgebildet. Efferdina vermittelt ihm Waffenhandwerk, Reiten, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein ebenso wie höfische Umgangsformen und die Bedeutung eines gegebenen Wortes. Dass Leomar ihr Verwandter ist, verschafft ihm dabei keinerlei erkennbare Vorteile. Im Gegenteil scheint Efferdina gelegentlich besonderen Wert darauf zu legen, dass niemand glauben könnte, sie behandle ihn bevorzugt.

Die Wirklichkeit des Ritterlebens

Leomar trat seine Ausbildung mit einer deutlich romantischeren Vorstellung vom Ritterleben an, als er sie heute besitzt. Reiten, Waffenübungen und die Aussicht, Efferdina auf Reisen begleiten zu dürfen, entsprechen durchaus dem, was er sich erhofft hatte. Weniger begeistert stellte er fest, wie viel Zeit ein angehender Ritter mit der Pflege von Waffen und Ausrüstung, Arbeiten im Stall, Botengängen und dem wiederholten Üben scheinbar längst beherrschter Abläufe verbringt.

Efferdina zeigt wenig Verständnis für die Vorstellung, manche Arbeiten seien eines zukünftigen Ritters nicht würdig. Gerade jene Pflichten, die Leomar am langweiligsten erscheinen, überträgt sie ihm mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit. Nach und nach beginnt er zu verstehen, was sie ihm damit vermitteln möchte: Rittertum besteht nicht nur darin, im richtigen Augenblick Mut zu beweisen, sondern vor allem darin, auch dann zuverlässig seine Pflicht zu erfüllen, wenn niemand zusieht.

Leomar ist dabei weder besonders widerspenstig noch übermäßig fügsam. Er besitzt Ehrgeiz und möchte Efferdinas Anerkennung gewinnen, ohne dies gerne zuzugeben. Kritik ärgert ihn zunächst häufig mehr, als sie sollte, doch gewöhnlich versucht er anschließend umso verbissener, denselben Fehler nicht noch einmal zu machen. Besonders bei Waffenübungen und im Umgang mit Pferden zeigt er große Ausdauer.

Seinen Humor hat ihm die strenge Ausbildung bislang nicht genommen. Leomar erzählt gerne Geschichten von seinen Erlebnissen, wobei Niederlagen, Stürze und Strafarbeiten in seinen späteren Schilderungen gelegentlich eine bemerkenswerte Wandlung zu wesentlich ruhmreicheren Begebenheiten erfahren. Efferdina ist von diesen Ausschmückungen gewöhnlich weit weniger beeindruckt als seine Altersgenossen.

Innerhalb der Familie besteht die Hoffnung, dass Leomar eines Tages selbst Aufnahme in den Adlerorden finden könnte. Für den Vierzehnjährigen ist dies jedoch noch ein fernes Ziel. Zunächst muss er beweisen, dass hinter seiner Begeisterung für das Ritterleben auch die Ausdauer steckt, dessen weniger glanzvolle Seiten zu ertragen.

Seine Familie

Nanduriel verfolgt die Entwicklung seines Sohnes mit Stolz, auch wenn ihm dessen Weg nicht immer leichtfällt. Während Rahjane zunehmend in die Geschäfte Gut Valdoros hineinwächst und damit weiterhin Teil seines täglichen Lebens bleibt, entfernt Leomar sich mit jedem Jahr stärker von der vertrauten Welt der Weinberge. Nanduriel weiß, dass sein Sohn seinen eigenen Platz finden muss, hätte ihn aber gelegentlich dennoch gerne häufiger auf Valdoro.

Aurelia betrachtet Leomars ritterliche Ausbildung mit größerer Gelassenheit. Sie achtet allerdings darauf, dass über Waffenübungen und Reitkunst seine gesellschaftliche Bildung nicht vernachlässigt wird. Ein Ritter, der bei Tisch nicht weiß, wie er sich zu benehmen hat, oder einen Gastgeber durch unbedachte Worte beleidigt, ist in ihren Augen nur unvollständig ausgebildet. Leomar empfindet ihre Lektionen in Auftreten und Umgangsformen nicht immer als notwendig, hat jedoch bereits festgestellt, dass selbst Efferdina seiner Mutter in diesem Punkt nur selten widerspricht.

Zu seiner älteren Schwester Rahjane besitzt Leomar ein enges Verhältnis. Ihre Begeisterung für Ertragslisten, Fässer und Handelswege ist ihm weitgehend fremd, was ihn nicht daran hindert, sie regelmäßig damit aufzuziehen. Rahjane revanchiert sich gewöhnlich mit Bemerkungen darüber, wie viele Stunden ihr Bruder inzwischen damit verbracht habe, ein Pferd zu striegeln oder Efferdinas Ausrüstung zu reinigen.

Hinter diesen Neckereien steht jedoch wenig echte Rivalität. Leomar weiß, wie wichtig Gut Valdoro seiner Schwester ist, und ist stolz darauf, dass Nanduriel ihr zunehmend Verantwortung überträgt. Umgekehrt verfolgt Rahjane aufmerksam die Fortschritte ihres Bruders und lässt sich regelmäßig von seinen Erlebnissen berichten. Wenn Leomar von unterwegs schreibt, enthalten seine Briefe daher meist weniger Berichte über seine tatsächlichen Übungen als Geschichten über ungewöhnliche Begegnungen, kleine Abenteuer und all jene Ereignisse, von denen er überzeugt ist, dass seine Schwester sie auf Gut Valdoro verpasst.

Für Leomar selbst ist Gut Valdoro trotz seines anderen Lebensweges weiterhin sein Zuhause. Er mag eines Tages Ritter werden und vielleicht sogar dem Adlerorden angehören, doch die Weinberge seiner Kindheit, seine Familie und die vertrauten Keller des Gutes bleiben der Ort, zu dem er zurückkehrt.