Rahjane ya Satara
Rahjane ya Satara, geboren 1029 BF, ist das ältere Kind Nanduriels und Aurelias. Sie wird auf dem Weingut Valdoro ausgebildet und gilt als mögliche spätere Nachfolgerin ihres Vaters.
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Mit siebzehn Jahren kennt sie bereits viele der Reben, Keller und Arbeitsabläufe des Gutes. Sie begleitet ihren Vater bei Gesprächen mit Händlern, führt erste Aufzeichnungen über Erträge und Lagerbestände und darf unter Aufsicht eigene Entscheidungen treffen. Nanduriel nimmt ihre Einschätzungen ernst und gewährt ihr mehr Eigenständigkeit, als Tolman ihm selbst in diesem Alter zugestanden hatte.
Von ihrem Vater hat Rahjane die sorgfältige Arbeitsweise und das Verständnis für Reben, Keller und Verwaltung übernommen. Ihre Mutter Aurelia vermittelt ihr dagegen, dass selbst ein hervorragender Wein nicht allein durch seine Qualität erfolgreich wird. Rahjane begleitet sie daher gelegentlich in das Spielhaus ihres Onkels Asrabis Omiran. Dort beobachtet sie, welche Weine von unterschiedlichen Gästen bevorzugt werden, wie sehr Gefäß, Anlass und Präsentation die Wahrnehmung beeinflussen und wie aus einer Verkostung ein dauerhaftes Geschäft entstehen kann.
Diese Erfahrungen haben Rahjanes Wunsch verstärkt, das Weingut behutsam zu modernisieren. Sie möchte neue Rebsorten aus dem Süden erproben, die Kelterung verbessern, Lagerung und Fasspflege weiterentwickeln und die Qualität des Banquiri sowie des weißen und roten Satarers weiter verfeinern. Auch hochwertigere Flaschen und eine bewusstere Präsentation der Weine gehören zu ihren Vorstellungen.
Besonderes Interesse zeigt Rahjane an der Verwertung der bei der Weinherstellung anfallenden Rückstände. Langfristig möchte sie eine eigene kleine Brennerei außerhalb des eigentlichen Gesindebereichs errichten lassen, in der hochwertige Tresterbrände entstehen können. Erste Erzeugnisse sollen zunächst nur in kleiner Menge hergestellt und im Spielhaus der Omiran oder bei ausgewählten Gästen ausgeschenkt werden. So ließe sich ihre Wirkung erproben, ohne den guten Ruf des Weinguts durch ein unausgereiftes Produkt zu gefährden.
Mit der Tolmanseiche, ein edler Weißwein, arbeitet Rahjane bereits an ihrer ersten eigenen Kreation. Noch wird sie nur in wenigen Flaschen abgefüllt und innerhalb der Familie mit einer gewissen Geheimniskrämerei behandelt. Für Rahjane ist sie weniger ein fertiges Produkt als ein Beweis dafür, dass sich die Tradition des Hauses weiterentwickeln lässt, ohne ihren Charakter aufzugeben.
Rahjane besitzt Ehrgeiz und viele eigene Vorstellungen, ist aber klug genug, Veränderungen nicht als Angriff auf die Familientradition darzustellen. Gegenüber Tolman betont sie, dass bessere Arbeitsweisen gerade dazu dienen sollen, die über Generationen erarbeitete Qualität des Banquiri und der Satarer Weine langfristig zu bewahren. Mit ihrer Großmutter Caldria bespricht sie Handelswege, Preise und Absatzmöglichkeiten, während Aurelia sie in Auftreten, Menschenkenntnis und der gesellschaftlichen Präsentation der Weine unterweist.
Zunehmend interessiert sich Rahjane auch dafür, wie sich Wein nicht nur verkaufen, sondern als Mittel zum Aufbau von Beziehungen einsetzen lässt. Bei wichtigen Lieferungen und gesellschaftlichen Anlässen möchte sie deshalb möglichst selbst anwesend sein, um Händler, Wirte und einflussreiche Gäste kennenzulernen und zu beobachten, welche Kreise für das Weingut besonders interessant sein könnten.
olman prüft ihre Fortschritte aufmerksam. Dass gerade seine Enkelin das Talent und den Ehrgeiz zeigt, das Weingut eines Tages zu übernehmen, erfüllt ihn mit Stolz. Sehr viel genauer beobachtet er dagegen ihre zahlreichen Neuerungen. Rahjane muss ihm beweisen, dass ihre Ideen nicht auf Kosten dessen gehen, was die Familie über Generationen aufgebaut hat, sondern dessen Wachstum fördern und die Qualität des Weinguts weiterentwickeln.
