Rahjane ya Satara
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Rahjane ya Satara, geboren 1029 BF, ist das ältere Kind Nanduriels und Aurelias. Sie wächst auf Gut Valdoro auf und gilt als mögliche spätere Nachfolgerin ihres Vaters.
Ausbildung
Rahjanes Ausbildung ist von Beginn an auf die spätere Führung des Weinguts ausgerichtet. Ihre grundlegende Bildung erhält sie zunächst im Umfeld der Familie auf Gut Valdoro. Lesen, Schreiben und Rechnen gehören ebenso dazu wie Kenntnisse, die für die Verwaltung eines Landgutes und den Umgang mit Händlern und Geschäftspartnern notwendig sind.
Die eigentliche Ausbildung zur Winzerin erfolgt auf Gut Valdoro. Schon als Kind begleitet Rahjane ihren Vater und Großvater durch die Weinberge und Keller. Von ihnen lernt sie, Reben und Böden zu beurteilen, den richtigen Zeitpunkt für Arbeiten im Weinberg einzuschätzen und die Entwicklung eines Weines vom Most bis zur Lagerung im Fass zu verfolgen. Nanduriel legt dabei Wert darauf, dass seine Tochter nicht nur die einzelnen Arbeiten kennt, sondern versteht, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden.
Einen zweiten wichtigen Teil ihrer Ausbildung erhält Rahjane in Arinken bei der Familie ihrer Großmutter Caldria. Die Kelpie gehören zu den bedeutenden Handelsfamilien der Stadt, betreiben die große Kelterei Arinkens und sind seit Generationen im Weinhandel tätig. Dort lernt Rahjane eine Seite des Weingeschäfts kennen, die auf Gut Valdoro weniger im Mittelpunkt steht. Sie erhält Einblick in Preise und Kalkulationen, Lagerhaltung, größere Lieferungen und die Verhandlungen mit Händlern und Wirten. Ebenso lernt sie, dass derselbe Wein abhängig von Käufer, Absatzort und Präsentation sehr unterschiedlich vermarktet werden kann.
Der Aufenthalt bei den Kelpie bringt sie zugleich mit anderen Winzern, Küfern und Weinhändlern Arinkens in Berührung. Für Rahjane ist dies besonders wertvoll, weil sie dadurch andere Arbeitsweisen kennenlernt und die Methoden ihres eigenen Gutes mit denen anderer Betriebe vergleichen kann. Nicht alles, was sie dabei sieht, überzeugt sie. Manches bringt sie jedoch mit nach Valdoro und versucht, ihren Vater für Verbesserungen zu gewinnen.
Mit siebzehn Jahren ist Rahjanes Ausbildung noch keineswegs abgeschlossen. Sie kennt jedoch bereits viele der Reben, Keller und Arbeitsabläufe des Gutes. Sie begleitet ihren Vater bei Gesprächen mit Händlern, führt Aufzeichnungen über Erträge und Lagerbestände und darf unter Aufsicht eigene Entscheidungen treffen. Nanduriel nimmt ihre Einschätzungen ernst und gewährt ihr mehr Eigenständigkeit, als Tolman ihm selbst in diesem Alter zugestanden hatte.
Zwischen Weinberg und Handel
Von ihrem Vater hat Rahjane die sorgfältige Arbeitsweise und das Verständnis für Reben, Keller und Verwaltung übernommen. Ihre Großmutter Caldria und deren Familie haben dagegen ihren Blick für die kaufmännische Seite des Weinbaus geschärft. Ihre Mutter Aurelia vermittelt ihr schließlich, dass selbst ein hervorragender Wein nicht allein durch seine Qualität erfolgreich wird.
Rahjane begleitet Aurelia daher gelegentlich in das Spielhaus ihres Onkels Asrabis Omiran. Dort beobachtet sie, welche Weine von unterschiedlichen Gästen bevorzugt werden, wie sehr Gefäß, Anlass und Präsentation die Wahrnehmung beeinflussen und wie aus einer Verkostung ein dauerhaftes Geschäft entstehen kann.
Zunehmend interessiert sich Rahjane dafür, wie sich Wein nicht nur verkaufen, sondern auch als Mittel zum Aufbau von Beziehungen einsetzen lässt. Bei wichtigen Lieferungen und gesellschaftlichen Anlässen möchte sie deshalb möglichst selbst anwesend sein. Sie sucht bewusst den Kontakt zu Händlern, Wirten und einflussreichen Gästen und versucht herauszufinden, welche Kreise für das Weingut besonders interessant sein könnten.
Damit verbindet Rahjane zunehmend drei unterschiedliche Bereiche miteinander: das Wissen um Reben und Keller ihres Vaters, die kaufmännische Erfahrung der Kelpie und das gesellschaftliche Gespür ihrer Mutter.
Eigene Pläne
Diese Erfahrungen haben Rahjanes Wunsch verstärkt, das Weingut behutsam zu modernisieren. Sie möchte neue Rebsorten aus dem Süden erproben, die Kelterung verbessern, Lagerung und Fasspflege weiterentwickeln und die Qualität des Banquiri sowie des weißen und roten Satarers weiter verfeinern. Auch hochwertigere Flaschen und eine bewusstere Präsentation der Weine gehören zu ihren Vorstellungen.
Besonderes Interesse zeigt Rahjane an der Verwertung der bei der Weinherstellung anfallenden Rückstände. Langfristig möchte sie eine eigene kleine Brennerei außerhalb des eigentlichen Gesindebereichs errichten lassen, in der hochwertige Tresterbrände entstehen können. Erste Erzeugnisse sollen zunächst nur in kleiner Menge hergestellt und im Spielhaus der Omiran oder bei ausgewählten Gästen ausgeschenkt werden. So ließe sich ihre Wirkung erproben, ohne den guten Ruf des Weinguts durch ein unausgereiftes Produkt zu gefährden.
Mit der **Tolmanseiche**, einem edlen Weißwein, arbeitet Rahjane bereits an ihrer ersten eigenen Kreation. Noch wird sie nur in wenigen Flaschen abgefüllt und innerhalb der Familie mit einer gewissen Geheimniskrämerei behandelt. Für Rahjane ist sie weniger ein fertiges Produkt als ein Beweis dafür, dass sich die Tradition des Hauses weiterentwickeln lässt, ohne ihren Charakter aufzugeben.
Rahjane und ihre Familie
Rahjane besitzt Ehrgeiz und viele eigene Vorstellungen, ist aber klug genug, Veränderungen nicht als Angriff auf die Familientradition darzustellen. Gegenüber Tolman betont sie, dass bessere Arbeitsweisen gerade dazu dienen sollen, die über Generationen erarbeitete Qualität des Banquiri und der Satarer Weine langfristig zu bewahren.
Mit ihrer Großmutter Caldria bespricht sie Handelswege, Preise und Absatzmöglichkeiten. Die Verbindung zu den Kelpie hat für Rahjane deshalb eine besondere Bedeutung. Sie betrachtet ihre Verwandten in Arinken nicht nur als Handelspartner des Gutes, sondern auch als wichtige Lehrer. Gleichzeitig möchte sie sich nicht darauf beschränken, deren bestehende Handelswege zu übernehmen. Langfristig strebt sie für Gut Valdoro mehrere voneinander unabhängige Absatzmöglichkeiten an.
Aurelia unterweist ihre Tochter dagegen in Auftreten, Menschenkenntnis und der gesellschaftlichen Präsentation der Weine. Rahjane lernt von ihr, dass ein Geschäftsabschluss nicht immer am Verhandlungstisch beginnt und persönliche Beziehungen manchmal ebenso wertvoll sein können wie ein günstiger Preis.
Tolman prüft die Fortschritte seiner Enkelin aufmerksam. Dass gerade Rahjane das Talent und den Ehrgeiz zeigt, das Weingut eines Tages zu übernehmen, erfüllt ihn mit Stolz. Sehr viel genauer beobachtet er dagegen ihre zahlreichen Neuerungen. Rahjane muss ihm immer wieder beweisen, dass ihre Ideen nicht auf Kosten dessen gehen, was die Familie über Generationen aufgebaut hat, sondern dessen Wachstum fördern und die Qualität des Weinguts weiterentwickeln.
Gerade diese Auseinandersetzungen haben Rahjane früh gelehrt, ihre Ideen nicht nur mit Begeisterung vorzutragen, sondern mit Zahlen, Erfahrungen und Ergebnissen zu begründen. Sie weiß inzwischen: Eine Neuerung auf Gut Valdoro gilt erst dann wirklich als gelungen, wenn selbst Tolman keinen vernünftigen Einwand mehr dagegen findet.
