Archiv:Verheerender Brand im Peraine-Tempel zu Falcino (BB 49)

Verheerender Brand im Peraine-Tempel zu Falcino
Tempelvorsteher Phedrino Galetta tot aufgefunden
von Thersion Gedra

Falcino. Mitten in der Nacht vom 11. zum 12. Boron 1047 BF ereignete sich im kleinen, sonst so friedlichen Dorf Falcino eine Katastrophe, die viele Gläubige der gütigen Peraine tief erschüttert hat. Kurz nach der Rondrastunde brach im örtlichen Peraine-Tempel ein Feuer aus, welches das gesamte Gebäude binnen weniger Minuten in ein loderndes Inferno verwandelte. Als die ersten Bewohner den Brand bemerkten und mit Eimern herbeieilten, stand der hölzerne Dachstuhl bereits vollständig in Flammen; jegliche Rettungsbemühungen erwiesen sich als vergeblich.

Am Morgen danach fanden die Büttel in den rauchenden Überresten des Tempels die verkohlte Leiche des allseits geschätzten Tempelvorstehers Phedrino Galetta, der offenbar in den Flammen umkam. Galetta, der in Falcino wie in weiten Teilen der Umgebung als warmherziger, pflichtbewusster Sohn der Göttin Peraine galt, wurde 58 Götterläufe alt. Seine ruhige, freundliche Art, seine heilkundlichen Fähigkeiten und seine unermüdliche Sorge um die Armen und Kranken machten ihn zu einer der prägenden Gestalten des Ortes.
Der schwer gezeichnete Leichnam wurde nahe dem Altar gefunden – dort, wo Galetta, den Berichten zufolge, oft noch spätnachts im Gebet verweilte oder Kräuterkuren vorbereitete. Trotz des verheerenden Zustands der Überreste konnten die Büttel bereits erste Schlussfolgerungen ziehen. Nach derzeitiger Einschätzung spricht alles für ein tragisches Unglück.

„Wir haben keinerlei Hinweise auf äußere Einwirkung“, erklärte Büttel Mesandro Tavaldi am Morgen. „Nach derzeitigem Kenntnisstand dürfte eine umgestürzte Öllampe oder eine unglücklich platzierte Kerze den Brand ausgelöst haben.“ Auch gebe es bislang keine Anzeichen, dass Phedrino Galetta versucht hätte, das Gebäude zu verlassen – ein Umstand, den viele als Hinweis darauf deuten, dass der Priester entweder schlief oder bereits im frühen Stadium der Katastrophe bewusstlos geworden sein könnte.
Dennoch kursieren unter den Dörflern leise Zweifel. Einige Nachbarn wollen gesehen haben, wie Galetta am Abend zuvor einen unbekannten Gast empfangen hatte. Andere berichten, der Tempelvorsteher habe in den letzten Tagen ungewöhnlich erschöpft gewirkt, als trüge er Sorgen mit sich herum, über die er nicht sprechen wollte.

Die Gläubige und Nachbarn, brachten die wenigen aus dem Tempel geretteten Gegenstände in den nächsten Tempel nach Arinken um diese dort sicher zu verwahren bis über den Wiederaufbau entschieden wurde.
Ein Wiederaufbau des Tempels gilt jedoch als wahrscheinlich – doch für die Einwohner Falcinos steht heute zunächst die Trauer um einen Mann im Vordergrund, der sein Leben ganz in den Dienst der Göttin gestellt hatte. Am Abend nach dem Unglück fand ein öffentlicher Gedenkgottesdienst durch den Vorsteher des Arinkener Tempels statt, bei dem Kräuterblüten und Kornbündel in Erinnerung an den Verblichenen niedergelegt wurden.
Ob der Brand tatsächlich nur ein tragisches Unglück war oder ob sich hinter dem nächtlichen Feuer ein dunkleres Geheimnis verbirgt, muss sich noch zeigen. Wie es scheint, will die Perainekirche selbst Untersuchungen hierzu einleiten.

RTH