Briefspiel:Spiel der Füchse/Das Plädoyer
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Der frühe Morgen. Er begann für Calliopa Grisetti, Phexter van Kacheleen, Dalia Ollantur, Armato della Pena, Sanjana ya Malachis und Mythraela Varducchio sowie Niando Gezetti, Ernesto Cusorra di Monte Fuori, Admentos A'Temelon, Avedane saba Festina, Diego del Fuego und Ippolito Aspoldo sogar noch etwas früher als für den Rest, denn sie hatten sich für ein Spiel gemeldet, welches sich da „Das Plädoyer“ nannte. Sie alle erhielten einen Rechtsfall mit politischem Hintergrund. Ihre Aufgabe war es nun, ein Plädoyer vorzubereiten und abzuhalten, in dem Sie einen Richter – in diesem Falle Signora Plodziejsklis – davon überzeugen sollten, im Recht zu sein. Also der ewige Kampf Kläger gegen Verteidiger. Gewinnen konnte nur einer und damit eine Runde weiterziehen. Entsprechend sollte es einen Gewinner geben, einen zweiten und zwei dritte Plätze. Genauer gesagt, der Gewinner hätte garantierte 9 Punkte, ein Einzug ins Finale würde sechs Punkte bedeuten und wer zwei Pladoyer gewinnen würde, hätte zumindest einen Punkt sicher.
Doch wer durfte Kläger und wer durfte Verteidiger sein, Beziehungsweise seine Position wählen? Tatsächlich hätte es eine Extrazahlung mit sich gebracht, dass man seinen Gegner hätte fordern können und dann seine Position hätte selber wählen können, doch diese Option wurde im Rausche des Maskenballes wohl schlicht vergessen. Also sollte das Los entscheiden. Auffällig dabei, als Signora Pamminka die Teilnehmer in den immer noch von Putzkräften bearbeiteten Schlachtfeld von einem Ballsaal zusammenrief und eine große Lostrommel präsentierte, waren in diesem Topf vier weitere Lose enthalten. Es gab offensichtlich zwei Freilose sowie zwei „Schwarze Anwälte“, von denen jetzt noch niemand wissen sollte, wer es war. Doch man konnte davon ausgehen, dass sie sehr talentiert sein durften.
Pamminka drehte an einer Kurbel und die Trommel gab friedliche, rasselnde Geräusche von sich, bis eine Kugel sich auf einmal löste, durch eine Bahn in Richtung eines Auffangbeckens rollte und letztendlich eine Zahl offenbarte. Die Eins. Pamminka überprüfte kurz die Teilnehmerliste und gab an, dass damit der Efferdasi Niando Gezetti den Start machen durfte. Sein Gegner war… eine Nummer 13. Ein schwarzer Anwalt. Sofort war Gemurmel unter den Teilnehmern und Zuschauern zu entnehmen. Doch die Kugel hielt nicht inne. Sie loste danach ein Freilos mit der Nummer 15. Entsprechend große Freude brachte die Kugel danach für die Urbasierin Sanjana ya Malachis, die damit schon mal kampflos ins Viertelfinale einzog.
Das erste Duell zweier bekannter Teilnehmer gab es dann in der dritten Partie, als klar wurde, dass Calliopa Grisetti aus Unterfels sich mit Mythraela Varduccio aus Efferdas messen durfte.
Auch Runde vier begann mit einem Freilos und dieses fiel dem sichtlich erfreuten Diego del Fuego zu. Runde Fünf dann war vorgesehen für Armato della Pena und einen weiteren Efferdier mit Admentos A’Temelon. Und auch in Runde sechs trafen zwei Personen aufeinander, die sich durchaus schon kannten, denn während der Unterfelser Ernesto Cusorra di Monte Fuori bereits Delphinoccomannschaften während des Alrik-Binder-Pokals betreute, war Avedane saba Festina eine eingeheiratete Gerber aus Efferdas.
Dies wäre Phexter van Kacheleen aus Sewamund als Los vermutlich lieber gewesen, doch bei ihm wurde Los Nummer 14 gezogen, was einen weiteren schwarzen Anwalt bedeutete. Und in der letzten Begegnung vollendeten dann Ippolito Aspoldo aus Urbasi und Baronessa Dalia Ollantur aus Ruthor die Teilnehmerschar.
Sie alle erhielten nun ihre Unterlagen und erhielten eine Stunde Zeit, um sich einzulesen und vorzubereiten. Dazu wurden den Teilnehmern auch jede Menge an Büchern und Gesetzestexten mitgegeben, die für die aktuellen Fälle auch vorbereitet waren, um es nicht völlig unmöglich zu machen. Anderseits, es ging hier eh nicht um juristische Feinheiten. Es ging darum, überzeugend zu sein.
Was konnte man nun von dem Aufeinandertreffen erwarten? Im ersten Achtelfinale trat mit Niando Gezetti immerhin ein erfahrener Advocatus vor die Signora. Sein langer, weißer Bart und seine Glatze verlieh ihm ebenso eine patriachalische Würde wie sein kräftiger Körperbau. Gute Voraussetzungen also, um bei der Gastgeberin Eindruck zu erwecken. Ihm gegenüber offenbarte sich nun aber auch der schwarze Anwalt. Oder genauer die Anwältin. Thalia ter Broock, die Verwalterin des Hauses der Handelsreisenden zu Grangor. Damit eine bekannte Börsenfachfrau. Kein einfaches los.
Ihr Thema: Ein Schiff des Handelshauses Cortesinio hat Waren aus Brabak im Hafen von Sewamund entladen. Allerdings passierte das Schiff eine Zolllinie nachts, ohne die vorgeschriebenen Kaiserlichen Auftrags-Dokumente vorzulegen. Diese seien angeblich in einem Sturm über Bord gegangen, was auch der Grund war, warum man dem Zolloffizier nicht vorstellig werden konnte. War dies nun ein Notfall auf See oder kalkulierter Zollschmuggel, um die Luxussteuer zu umgehen?
Niando Gezetti argumentierte mit der Unverletzlichkeit des kaiserlichen Zollrechtes. „Kaiserliche Dokumente hätten ein kaiserliches Siegel. Wer ein Siegel bricht, bricht das Gesetz. Wenn ein Sturm eine Entschuldigung für Steuerhinterziehung wird, segelt bald jedes Schiff im Dunkeln!“ Thalia ter Brook erwiderte, dass das Seerecht auch an Zollstationen gelte, es seit jeher eine Flexibilität im Handel gäbe und dass man sich vor Efferd geschworen hätte, Mensch und Ladung zu schützen und daher es besser gewesen wäre, ein Dokument im Sturm zu verlieren denn das ganze Schiff. „Soll ein Kapitän Schiff und Mannschaft opfern, nur um auf einen Zollbeamten zu warten? Hier wird Ehrbarkeit als Gier gebrandmarkt!“ war ihre Reaktion im Wortlaut. Die Signora hörte sich beide Plädoyers aufmerksam an, befand dann aber, dass Niando Gezettis Argumentation zu sehr auf einem Dammbruchargument fuße und daher einen Hauch zu viel Polemik für ihren Geschmack enthalte. Tatsächlich war Niando anzumerken, dass er sich bei diesem Thema irgendwie unwohl fühlte. Vielleicht war das Unwohlsein aber auch die Reaktion auf das ausschweifende Fest am Vortag, wie auch immer, die Signora Pamminka entschied sich für die Verteidigung und ließ somit Thalia ter Brook eine Runde weiterkommen.
Es folgte das Duell von Calliopa Grisetti, einer Theaterintendantin, die damit sehr wohl Talent in der Präsentation mit sich brachte, juristisch oder staatstragend überhaupt keine Lorbeeren vorweisen konnte gegen Mythraela Varduccio, von der man eigentlich nur wusste, dass sie charismatisch, aber auch jung und zuvorkommend, gerne aber auch stur war und einem Haus von Olivenöl-Herstellern entstammte.
Ihr Fall sah den Fall eines Kunstmäzen vor, der einer hoch verschuldeten Signorie das alleinige Recht abkaufte, eine Brücke über den Fluss zu bauen und Wegzoll zu erheben. Der Adelige klagt aber nun, der Kunstmäzen möge reich sein, aber nicht adelig und als bürgerlicher dürfe er ein solches Souveränitätsrecht nicht ausüben, da es das Gefüge des Reiches untergraben würde. Für Calliopa war der Fall klar. „Ein Staat, der seine Hoheitsrechte an den meistbietenden verkauft, hört auf, ein Staat zu sein. Bürgerliche handeln mit Tuch, nicht mit Gesetz!“ Mythraela erwiederte, dass Vertrag nun einmal Vertrag wäre und dass die Brücke sehr wohl notwendiges Geld in die Stadt trieb, mehr noch der Fortschritt gerade im Horasreich gezeigt habe, dass eben jene „Stoffverkäufer“ durch ihre Einkäufe und ihre Möglichkeit, in den Kreis der Nobile aufzusteigen eine lohnende Erweiterung für die Prosperität und Verwaltung des Horasreiches dargestellt hätte. „Die Baronie war verarmt, die Brücke eingestürzt. Bürgerliches Kapital hat die Infrastruktur gerettet! Verträge sind eben einzuhalten oder das Reich verliert ihre Glaubwürdigkeit. Pacta sunt servanda!“ Die Signora Richterin musste wirklich lange überlegen, beide Parteien hatten gute Punkte. Doch am Ende half es vermutlich, dass die Richterin eben aus dem Bornland stammte und nicht aus dem Horasreich und daher hier wohl die konservativere Sichtweise auf Adelsprivilegien bevorzugte. Entsprechend erhielt Calliopa Grisetti den Vorzug und durfte sich über den Einzug in die nächste Runde freuen.
Runde 5. Armato della Pena, der charismatische Anführer der Loge der gemeinsamen Freundschaft beider Yaquirien, welcher dieses Amt aber auch eher auf Grund seines talentierten Tanzbeines für sich gewinnen konnte, traf auf Admentos A’Temelon, einen gutaussehenden Mann mit langen, blonden Haaren und viel wichtiger – einem guten Abschluss in Handelswirtschaft. Er hätte sich vermutlich eher ein Handelstechnisches Thema gewünscht, aber vorgelegt wurde doch eher etwas Staatsmännisches.
Es ging um ein Flugblatt, in dem ein Gelehrter der Universität Methumis behauptet, dass die Macht der Krone nicht Gott- oder Göttergegeben ist, sondern auf einem hypotheoretischen „Gesellschaftsvertrag“ mit Bürgern beruht. Die Krone klagte natürlich auf einen versuchten Umsturzversuch und Majestätsbeleidigung. Aber war der Gelehrte überhaupt realistisch in der Lage, mit solch einem Flugblatt einen Umsturz zu wagen oder fiel dies eher in die Kategorie der freien Meinungsäußerung?
Armato ließ keinen Zweifel daran, dass ein solches Flugblatt Nährboden für Aufruhr und Anarchie wäre. „Wer den Ursprung der Macht infrage stellt, sägt an den Säulen des Reiches! Diese Schriften sind Gift für das Volk!“. Admentos entgegnete, dass auch Bildung im Horasreich eine Tradition hätte, ebenso Rhetorik und Reformfähigkeit. „Ein kluger Herrscher misst seine Macht am Wohl des Volkes, nicht an Furcht! Wissenschaft ist kein Verrat, sondern ein Spiegel für die Krone.“ Es war Admentos dabei wohl anzumerken, dass er in diesem Falle lieber die Position der Anklage gehabt hätte und das fiel auch der Richterin auf. Pamminka entschied nach nur kurzer Zeit des Überlegens für den Adeligen aus Urbasi. Armato della Pena war eine Runde weiter.
Runde Sechs. Der Sportfreund Ernesto Cusorra di Monte Fuori, bekanntermaßen ein Experte im Kampf der Worte, dabei aber auch sehr von sich eingenommen ohne dabei wirkliche Talente zu besitzen, traf auf Avedane Gerber, Grangorer Magierin und mit wichtigen Verwaltungsaufgaben im Verwaltungsaparat zu Efferdas betraut. Als solche durchaus geeignet für solch ein Duell. Wettende Zuschauer sahen mit Avedane eine wirkliche Favoritin, um hier die ganze Disziplin für sich zu entscheiden.
Der ihnen zugeteilte Fall behandelte dann auch noch einen Fall von Gilden-Monopole. Efferdas hat einige Gilden in der Stadt, hier kannte sich Avedane also auch bestens aus. Im konkreten fall ging es darum, ob das Gesetz traditionelle Rechte und soziale Stabilität schützt oder es eher Freihandel und technischen Fortschritt fördert. Für Ernesto Cusorra war klar, die Gilde garantiert Qualität, gerechte Preise und Brot für hunderte von Familien. Wenn jeder ohne Lizenz und nach eigenen Regeln produziert, würde die Wirtschaft natürlich zusammenbrechen. Avedane jedoch ließ dies in ihrem Plädoyer nicht gelten. „Monopole lähmen den Geist und verteuern das Leben aller Bürger. Das Recht muss dem Fortschritt dienen, nicht dem Sessel der etablierten Gildenmeister.“ Letztendlich musste Signora Pamminka eingestehen, dass das Pladoyer von Signor Cusorra sie tatsächlich fast ins Wanken gebracht hätte, doch es wären die finalen Worte Avedanes gewesen, die sie ihre Meinung doch noch einmal ändern ließ. So wolle sie das Recht doch dieses Mal in die Hände der Efferdierin legen.
Zwei Duelle fehlten noch. Phexter von Kacheleen, der listige Kaufmann aus Sewamund, über den wenig mehr bekannt war, als dass er immer nur dann in der Strandtaverne Sandbank gesichtet wird, wenn dort auch die Freidenkerloge der Bruderschaft vom Geselligen Leben tagte, sollte endlich erfahren, wer denn sein nächster Gegner würde. Die Tür öffnete sich und „Pexje“ sah sich Bogumil von Suderstein gegenüber, dem Rektor der Phex-Schule zu Methumis. Da musste der Sewamunder erst einmal schlucken.
In ihrem Fall kam es erneut zum Thema Bürgerrecht. Im Beispiel hatte ein einflussreicher, wirklich steinreicher Bankier aus Grangor durch extrem hohe Geldzuwendungen an die Stadtkasse einen Erbadel in einer Nachbarprovinz erkauft. Auf Basis dieses Titels fordert er nun einen Sitz im Großen Rat der Nachbarprovinz. Der Signor der Nachbarprovinz jedoch klagt nun. Ein erkaufter Erbadel möge vielleicht in Grangor oder anderen Republiken einen solchen Einzug ermöglichen, in seiner Provinz jedoch wäre der Sitz des großen Rates immer noch den Vertretern des Altadels überlassen, welche ihren Machtanspruch auf Geburt und Blut fußen, statt auf schnödem Mammon.
Für Phexje von Kacheleen ein klarer Fall. Es gelten die Verträge eines modernen Versorgungsstaates. „Ohne das Gold des Bankiers wären die Stadtmauern verfallen und die Bürger hungrig. Wer die Pflichten des Reiches finanziert, muss auch das Recht haben, dessen Geschicke mitzugestalten.“ Der Rektor der Methumiser Schule entgegnete, dass wenngleich es im Lieblichen Felde zu Auflockerungen gekommen wäre immer noch die Unantastbarkeit des Adelsstandes existiere. „Macht und Verantwortung wachsen aus Tradition, Ahnenreihe und Lehnstreue – nicht aus Münzbeuteln. Wer Ämter feilbietet, entwertet den Staat zur Auktionshalle.“ Die Diskussion hätte im Mittelreich vermutlich ein schnelles Ende zu Gunsten des Rektors gefunden. Aber im Horasreich war Bogumil von Suderstein natürlich auf völlig verlorenem Posten und auch Richterin Pamminka musste mit einem lächeln eingestehen, dass es an diesem Tage Bogumil wohl nicht mehr gelingen werde, das Mittelreich in Praios festen Griff zurück zu führen. Für Phexje van Kacheleen ging es also eine Runde weiter.
Und damit stand schon die letzte Paarung auf dem Programm. Ippolito Aspoldo, eher erfolgloser Buchhalter und Glücksspieler aus Urbasi gegen die charismatische Baronessa Dalia Ollantur, welche alleine mit ihrem Lächeln ganze Landstriche für sich einnehmen konnte. Viele glauben bis heute ja noch, dass hinter ihrem Lächeln nicht viel vorhanden wäre, doch an diesem Ort wussten vermutlich die meisten, dass die Stadtmeisterin von Ruthor in Wirklichkeit eine Meisterin ihres Faches war und in ein Spiel wie „Das Plädoyer“ bestens hineinpasste.
So war auch der Fall schnell erzählt. Es ging um einen hohen Fürsten der Marvinko, welcher tief in den Schuld des Al’Anfanischen Handelshauses Monetes stehen soll. Die Rückzahlung bleibt aus, weswegen das Handelshaus bewirkt hat, die berühmten Kunstschätze der lokalen Staatsgalerie zu pfänden und abzutransportieren. Nur, steht ein internationales Handelsrecht über dem staatlichen Kulturgut und der Souveränität eines Territoriums?
Ippolito Aspoldo plädierte sofort auf die absolute Verbindlichkeit von Geldgeschäften. „Wer Verträge bricht und Schulden mit der Fürstennase abtut, zerstört das Vertrauen aller Händler in die Krone. Wenn das Gesetz nicht für Fürsten gilt, verfällt der Staat in Gesetzlosigkeit.“ Dalia Ollantur ließ dies als Argumentation aber nicht gelten. „Ein Staat lässt sich nicht wie ein kleiner Krämerladen ausrauben. Das Kulturerbe unseres Volkes ist unveräußerlich und steht über den gewöhnlichen Gläubigeransprüchen.“ Das sah natürlich auch die Richterin so, die für ihre Entscheidung keine Minute brauchte. Entsprechend war die Baroness wenig überraschend eine Runde weiter.
Damit war es nun Zeit für die zweite Runde. Wieder erhielten die verbleibenden Teilnehmer ihre Unterlagen und durften sich eine Stunde vorbereiten. Dann wurden die Kombattanten wieder zusammengerufen und neu gelost. Es gab nun keine Freilose mehr und wer nun sein Plädoyer gewann, hatte automatisch einen Punkt in der Gesamtwertung für sich gewinnen können. Erbarmungslos ratterte wieder die Lostrommel vor sich hin. „Calliopa Grisetti…. gegen Avedane Gerber!“ verkündete die Signora und sorgte damit automatisch für Getuschel. Daran ließ sie sich aber auch nicht stören. Sie zog sofort die nächste Paarung. „Diego del Fuego…“ gegen Armato della Pena.“ Der Almadaner gegen den Almadanerfreund schmunzelten einige. Damit war auch klar, dass der Gewinner dieser Auseinandersetzung im Halbfinale auf eben Calliopa oder Avedane treffen würde. Doch weiter ging es. „Dalia Ollantur trifft auf Thalia ter Brook“. Ein reines Septimana-Duell dachten sich viele und freuten sich. Zur Vollständigkeit wurde dann natürlich noch Phexter van Kachellen und Sanjana ya Malachis gelost. Das Feld war komplett.
Als die erste Paarung den Spielsaal betrat, stellten sie fest, dass der Richter gewechselt hatte. Es saß nun Horakles Kanbassa auf der Richterstuhl, einstiger Senator von Efferdas, dann aber nach Sewamund geflüchtet und dort seitdem auf der Suche nach alter Größe. Ein Mann, der sich mit fiskalem wie mit staatstheoretischem Recht bestens auskannte und auch sofort die Ansage tätigte, dass man bei ihm ein wenig mehr können müsse als nur gut auszusehen.
Eine Aussage, bei der vor allem Calliopa Grisetti etwas schlucken musste, da ihre Vorbereitung wohl eher auf ihren Theaterkenntnissen basierte. Avedane Gerber hingegen wirkte beim Anblick des ehemaligen und eher in Schande gegangenen Efferdasi eher noch motivierter, als wolle sie es dem ehemaligen Senatoren noch eine Nachricht ihres ebenfalls als Senator tätigen Onkels gleich noch eine mitgeben.
Zum Thema ging es dann um Piraten-Amnestie. Ein gefürchteter Freibäuter-Kapitän kaperte Jahrelang Schiffe Al’Anfas. Irgendwann allerdings auch zwei Handelsschiffe aus Efferdas, angeblich „versehentlich“. Als dann die Schlacht von Phrygaios bevorstand, wurde ihm von der Primesta zu Belhanka eine Begnadigung im Austausch für seine Flotte im Krieg angeboten. Die Kaufmannsfamilie aus Efferdas, welche die beiden Schiffe besaß, klagt nun jedoch gegen diese Amnestie. Kann die Staatsräson das Recht von Bürgern auf Entschädigung und Bestrafung von Verbrechern einfach außer Kraft setzen?
Für Calliopa stand fest, ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen bleibt ein Verbrechen. „Der Staat darf Raubmörder nicht mit Amnestie belohnen, während die Opfer auf dem Schaden sitzen bleiben. Das höhlt den Rechtstaat aus!“ Avedane blieb jedoch in ihrem Vortrag ruhig. „Die Reiche stehen im Krieg. Das Wohl des Staates hat dabei gemäß Salus publica suprema lex oberste Priorität. Der Einsatz des Kapitäns hat das gesamte Reich vor dem Untergang bewahrt, das wiegt schwerer als einzelne Frachtbriefe.“ Dagegen konnte auch Richter Kanbassa wenig sagen und ließ so die Efferdierin ins Halbfinale weiterziehen.
Im zweiten Viertelfinale kam es dann zum ersten auftreten von Diego del Fuego. Und schnell musste man erkennen, dass auch sein Plädoyer vor allem auf gutem Aussehen fußte, womit sein Rivale ihm zugegeben in nicht viel nachstand. In diesem Falle ging es um eine Schmutzwasser-Manufaktur. Die profitable Gerberei leitete ihre Abfälle direkt in den Fluss ab, welcher flussabwärts von Fischern einer anderen Gemeinde genutzt wurde. Das Vieh starb, die Fischer verarmten und die Gemeinde klagte nun auf Stilllegung der Gerberei. Bei der Frage, was vor ginge, das Recht auf Gewerbefreiheit und Steuereinnahmen oder der Schutz von Eigentum und Lebensgrundlage, hielten daraufhin beide interessante Plädoyers, welche bei Horakles Kanbassa aber eher dazu führten, dass er verzweifelt sein Gesicht hinter seinen Händen vergrub. Diego del Fuego argumentierte, dass ein Betrieb, der den Reichtum des Einzelnen auf dem Elend hunderter Bürger aufbaut kein Segen für das Reich sei, sondern ein Parasit. „Eigentum verpflichtet zum Schutz der Gemeinschaft!“. Armato widersprach, dass „die Tuchmanifaktur der größte Steuerzahler der Region ist und hunderte von Arbeitsplätzen sichern würde. Wer Innovation und Industrie bremst, nur weil der Fluss nicht mehr wie ein Bergbach riecht, treibt die Stadt im globalen Handel in den Ruin!“ Mit einem tiefen Seufzen entschied Richter Horakles dann, dass der Herre della Pena sein Glück noch einmal versuchen dürfe. Aber irgendwie wirkte er bereits etwas genervt.
In Runde drei dann hieß es Dalia Ollantur gegen Thalia ter Brook. Wer wäre die Stimme des Rechts der Septimana? Die Aufgabe widmete sich einer doppelten Staatsbürgerschaft. Genauer hätte ein einflussreicher Kaufmann Anwesen und Handelshäuser im Horasreich sowie auch im Windhag. Als zwischen beiden Mächten ein Handelsembargo verhängt wird, treibt er über Strohmänner weiterhin Geschäfte mit beiden Seiten. Nun klagt ihn die Krone wegen Landesverrats an. Doch schuldet ein Bürger dem Staat uneingeschränkte Loyalität in Kriegszeiten oder ist der freie Händler als „Derenbürger“ nur seinen Verträgen verpflichtet?
Für Daria Ollantur war die Antwort darauf ganz klar. „Man kann nicht zwei Herren dienen! Wer mit dem Feind Gold tauscht, während unsere Soldaten ihr Blut vergießen, der hat sein Recht verwirkt, sich Horasbürger zu nennen!“ Thalia ter Brook hielt entgegen „Handel zieht keine Grenzen und kennt keinen Hass. Der Mandant erhält Diplomatie und Versorgungswege aufrecht, wo Politiker nur verbrannte Erde hinterlassen. Handel ist Frieden, kein Verrat!“ Eine Aussage, die der Grangorerin keine Sympathie einbrachte. Zumindest nicht bei Horakles Kanbassa, der fast sofort für die Baroness entschied. Damit zog die Ruthorerin in die nächste Runde ein.
Doch auf wen würde sie dort treffen? Auf Phexter van Kacheleen und damit eine weitere Stimme aus der Septimana? Oder doch auf Sanjana ya Malachis, welche bisher noch gar nicht zeigen konnte, aus welchem diplomatischen oder rednerischen Holz sie gestrickt war. Doch immerhin war sie seit anfang des Jahres Gonfaloniera von Urbasi, ein Amt, dass man nicht ohne politisches Geschick, Rechtskunde und Handelsfähigkeiten erreichen konnte. Gespannt warteten die Zuschauer auf das Resultat des letzten Viertelfinals.
Die Diskussion ging um ein gekauftes Offizierspatent. Nach einer schweren Niederlage stellte sich heraus, dass ein junger Kommandant aus adeligem Hause seinen Posten nicht durch militärisches Können, sondern durch eine hohe Spende an das kaiserliche Kriegsministerium erhalten hat. Die Familien der gefallenen Soldaten klagen auf Rückabwicklung des Patents und Verurteilung wegen grober Fahrlässigkeit. Doch ist der Verkauf von Staats- und Militärämtern eine legitime Form der Staatsfinanzierung? Oder doch eine lebensgefährliche Verletzung der Fürsorgepflicht des Staates?
„Blut lässt sich nicht mit Gold aufwiegen! Wenn der Staat Kommandos an den Meistbietenden versteigert, wird das Leben unserer Söhne zur Ware degradiert!“ fand Sanjana da eine klare Meinung zu. Phexeter von Kacheleen antwortete „Das System der Patente sichert seit Jahrhunderten die Ausrüstung unserer Armee ohne erdrückende Steuern für das Volk. Misserfolge im Krieg sind Schicksal, keine Straftat.“ Murmeln im Saal, beide hatten ihre Argumente durchaus glaubwürdig angebracht. Und auch Richter Kanbassa musste lange grübeln. Schließlich entschied er, dass der Tod von Soldaten grundsätzlich eine Tragödie wäre, aber sie sich ihrem Schicksal in der Tat willentlich entgegenstellen würden und daher ein Misserfolg durch welche Gründe auch immer zum Berufsrisiko dazu gehören würden. Volenti non fit iniuria. Leid für sich alleine sei kein ausreichender Strafbestand. Daher wäre für ihn die Argumentation von Phexter van Kacheleen ein Hauch glaubwürdiger gewesen. Unruhe auch im Lager der Urbasierin und mehr als einmal wurde ein Ruf laut, dass es ja nicht verwunderlich sei, dass ein in Sewamund lebender Richter für einen Adelsmann aus Sewamund stimmen würde. Richter Kanbassa warf daraufhin alle aus dem Saal, der eh kein Gericht war. Aus einem unnachvollziehbaren Grund gingen dennoch alle Zuschauer nach draußen und warteten auf die Halbfinals.
Immerhin wurde für diese der Richter erneut ausgetauscht. Aldo Barbieri hatte auf dem Richtstuhl platz genommen und „Der Stier“ sah in seiner Rolle als grimmiger, kräftiger Richter äußerst glaubwürdig aus. Dass der Dockarbeiter aus Nevorten jedoch von Recht und Handel vermutlich keinen blassen Dunst haben würde, sahen viele als gute Chance für die „Blender“ und eher als einen Nachteil für die Rechtswisseden.
So traf Avedane Gerber nun auf Armato della Pena, um folgendes Thema vorzutragen. Die Zwangsenteignung um einen Botendienst. Um das kaiserliche Depeschennetz radikal zu beschleunigen, beschließt der Staat den Bau einer gepflasterten Schnellstraße. Diese führt jedoch mitten durch das ertragreiche Landgut einer alten Adelsfamilie, die sich weigert, ihr Land zu verkaufen. Der Staat enteignet das Grundstück gegen eine Mindestentschädigung. Aber darf der Staat das unantastbare Privateigentum eines Bürgers gegen dessen Willen für das öffentlcihe Interesse opfern?
Für Avedane war der Fall klar. „Wenn das Eigentum nicht einmal vor der Willkür der Krone sicher ist, verliert jedes Recht im Reich seinen Wert. Enteignung ist Nötigung unter dem Deckmantel des Fortschritts.“ Die Verteidigung von Armato della Pena argumentierte daraufhin „Das Wohl der Gesamtheit steht über dem Eigensinn des Einzelnen. Eine Verstopfte Ader lähmt den gesamten Körper des Reiches – die Botenstraße dient allen Bürgern, nicht nur der Krone!“ Richter Aldo grübelte recht lange. Grundsätzlich war ihm die Aussage von Armato della Pena deutlich lieber, warum nicht auch den reichen Adeligen mal Land entziehen. Aber irgendwie entschied er sich dann doch, lieber der Aussage von Avedane Gerber zuzustimmen. Nicht, dass sich der zwei Schritt sieben Halbfinger große Berg von einem Mann sich einschüchtern lassen konnte, aber es war ihm schon klar, dass das hier kein Kneipengericht war. Und wenn er schon den unparteiischen spielen sollte, dann wollte er die Rolle auch bestenfalls geben.
Das lange Zögern war jedoch auch den Teilnehmern des zweiten Halbfinals nicht entgangen und entsprechend verführerisch lief das Duell zwischen Dalia Ollantur und Phexter van Kacheleen ab. Leider schien das Thema den Richter eher zu langweilen. Im Fall ging es um drei mächtige Handelshäuser, die sich zu einem heimlichen Kartell zusammengeschlossen hatten. Sie haben alle verfügbaren Lotsen und Seekarten für eine lukrative Übersee-handelsroute aufgekauft und verweigern anderen Konkurrenten den Zugang, wodurch diese drohen, Pleite zu gehen. Ein Verband freier Händler klagt nun wegen unlauterem Wettbewerb. Garantiert die Handelsfreiheit denn auch das Recht, Verträge nach Belieben zu schließen? Oder muss der Staat eingreifen um den freien Markt vor Monopolen zu schützen?
Dalia Ollantur argumentierte getreu dem Motto „Freie Fahrt für freie Händler.“ Wenn wenige Giganten das Meer unter sich aufteilen, ersticken sie jeden ehrlichen Wettbewerb und diktieren dem Volk die Preise. Das wäre wohl kaum zu akzeptieren. Eine Argumentation, die erneut bei Aldo Sympathiepunkte zu geben schien. Doch „Phexje“ hielt dagegen „Vertragsfreiheit ist das höchste Gut des Handels. Niemand kann erfolgreiche Kaufleute zwingen, ihr teuer erworbenes Wissen und ihre Ressourcen mit der Konkurrenz zu teilen.“ Ähnlich wie im ersten Halbfinale sah Aldo auch hier durchaus rationale Gründe, die dafürsprachen. Aber dann war da diese eine verführerische Bewegung Dalias zur exakt richtigen Zeit, die Aldo aus der Fassung brachten und so ablenkten, dass er letztendlich doch für die Dame aus Ruthor stimmte. Bevor die Unterstützer des Herren van Kacheleen protestieren konnten, ließ auch Aldo mit sehr lauten Worten den Raum räumen. Dem Aufruf kamen die sich die Ohren zuhaltenden Gäste dann auch lieber nach.
So hieß das Finale Avedane Gerber gegen Dalia Ollantur. Die etwa vierzigjährige betörende, magisch begabte Verwaltungsbeamte aus Efferdas gegen die attraktive und charismatische Baroness aus der Septimana. Die Zuschauer wussten nicht, wem sie größere Chancen einräumen sollten, sehr überzeugend waren beide bisher unterwegs. Sie erhielten ihr Thema und durften sich vorbereiten, beide erwarteten auch Jucho von Dallenthin und Persanzig als finalen Richter für diese Disziplin. Doch stattdessen erwartete sie am Richterstuhl eine Dame, die wohl kaum Gefahr laufen durfte, eventuell eingesetzten weiblichen Reizen nachzugehen. Gilia II. von Nordersteyn, Tempelvorsteherin des Phextempels und Ratsherrin zu Venga, als solche reichsweit anerkannte Autorität in Sachen moderne Buchführung und Bankwesen. Ihre getönte, kreisrunde Brille ließ keinen Zweifel daran, dass sie alles sah und ihr strenger Gesichtsausdruck, dass sie keine Toleranz gegenüber billiger Polemik zeigen würde.
So wurde auch die Rahmenbedingung für das letzte Plädoyer offiziell bekannt gegeben. Ein Fall von Münzverschlechterung. Um den teuren Prunk des Hofes und einen Grenzkonflikt zu finanzieren, hat der kaiserliche Münzmeister auf geheimen Befehl des Schatzmeisters den Silbergehalt der Silbertalerserie halbiert. Als Händler in Grangor dahinterkommen, verweigern sie die Annahme des neuen Geldes oder verlangen astronomische Aufpreise. Die Händlergilde wird wegen Boykotts des kaiserlichen Zahlungsmittels und Untergrabung der Reichswährung angeklagt. Aber ist das Geld eines Reiches nur so viel wert, wie der tatsächliche Edelmetallgehalt? Oder bestimmt allein der Stempel und der Erlass des Herrschers den Wert eines Zahlungsmittels? Gilt also das Recht der Kaufleute auf reele Gegenwerte oder die staatliche Hoheit über die Währung?
Dalia Ollantur schwang sich daher und argumentierte mit staatlicher Währungshoheit und der Treuepflicht. „Der Wert eines kaiserlichen Silbertalers misst sich nicht an den Gramm Silber, die ein Krämer auf seine Wiegschale legt, sondern am Siegel des Horas! Wer das Geld der Krone verweigert, muss sich fragen, welches Geld er denn sonst annehmen wollte? Genau genommen verweigert er dem Reich die Gefolgschaft und treibt die Wirtschaft willentlich in den Ruin! Der Kaiser bestimmt, was Geld ist. Nicht der Markt!“ In der Ruhe einer Bürokratin hielt Avedane entgegen. „Ein Stempel kann kein Silber herbeizaubern! Ein Staat, der seine eigenen Münzen entwertet, stiehlt heimlich das Vermögen seiner Bürger. Wenn wir zulassen, dass wertloses Blech per Gesetz zum Gold erklärt wird, bricht der gesamte internationale Handel zusammen. Das Vertrauen der Händler ist das echte Gold des Reiches!“
Beide Reden erhielten von den Zuschauern Applaus, nur die Richterin ließ keinerlei Regung erkennen. Sie zog sich für ihr Urteil zurück und kam satte zehn Minuten nicht wieder. Dann berichtete sie. Sie danke beiden für ihre wirklich glaubwürdigen Plädoyers, welche sie noch lange verfolgen werden. Doch nach reiflicher und langer Überlegung sei hier ein Recht zu sprechen, dass über die Grenzen des Horasreiches hinaus von Belang wäre. Eine Entwertung per Edikt bindet ausländische Händler nicht. Da die Münze außerhalb unserer Grenzen ihren Sachwert verliert, führt das Verschweigen des geminderten Edelmetallgehalts zwangsläufig zur Entwertung unseres Geldes und damit zum Schaden des gesamten Volkes. Der Kaiser mag das Recht haben, seine Münzen neu zu prägen. Doch die Händler haben das Recht – und im Sinne des ehrlichen Phex-Handels gar die Pflicht –, auf diesen realen Wertverlust zu reagieren. Geld ist im Kern ein stillschweigender Vertrag zwischen Staat und Bürger. Natürlich hätte man wie geschehen argumentieren können, dass Geld kein Rohstoff ist, sondern ein statliches Gesetz und damit Valor Impositus zum Einsatz käme. Aber am Ende bleibt, dass der Staat einen Wert garantiert, für den der Bürger dafür seine Waren abgibt. Das ist eine Einrede des nicht erfüllten Vertrages Exceptio non adimpleti contractuts. Die Anklage wegen Ungehorsams ist somit nichtig; der Aufschlag der Kaufleute war rechtmäßig. Daher stimmen wir Avedane Gerber zu und erklären sie zur Meisterin des Plädoyers!
Der Applaus ließ die Siegerin hochleben.
Endclassement
| Platzierung Gesamt | Teilnehmer |
|---|---|
| 1 | Avedane Gerber |
| 2 | Dalia Ollantur |
| 3 | Armato della Pena |
| 3 | Phexter van Kacheleen |
Gesamtclassement
| Platzierung Gesamt | Teilnehmer | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Tsabella della Carenio | 9 |
| 1 | Eronia Zorgazo | 9 |
| 1 | Avedane Gerber | 9 |
| 4 | Avesio Dalidion | 6 |
| 4 | Dalia Ollantur | 6
|
| 6 | Armato della Pena | 5 |
| 7 | Daria Legari | 4 |
| 8 | Carolus Gerber | 3 |
| 9 | Phexje von Kacheleen | 1 |