Briefspiel:Zeit des Wandels/Von Schafen und Wolle

Briefspiel in Efferdas
Datiert auf: 1043 BF - 1046 BF Schauplatz: Efferdas Entstehungszeitraum: Sommer 2022 - 2026
Protagonisten: Familien aus Efferdas Autoren/Beteiligte: VivionaYaPirras, Elanor, Silberwind, Vritra, Fürst Federkiel, Gerberstädter
Zyklus: Übersicht · Prolog · Ein neues Oberhaupt · Unter Verdacht · Vertrauen · Ein Kollegiatstreffen · Von Schafen und Wolle ·

Die Inseln des Schweigens · Rückkehr aus Almada · Neue Wege



Von Schafen und Wolle

In den Hallen der Tuchmanufaktur Efferdas Ende Efferd 1045 BF

Nur die Schritte auf dem kalten Hallenboden waren zu hören. Die Webstühle hatten schon Staub angesetzt, waren aber alle soweit in einem guten Zustand. Nach dem Niedergang der Familie Changbari, war die Produktion nach und nach zum Erliegen gekommen. Nun gab es neue Besitzer und diese verschafften sich gerade einen Überblick über das, was sie hier erworben hatten. Valerio ya Pirras war in Begleitung seines Sohnes Icaro, seiner Leibmaga Tharinda della Pena und seiner Base Feodora, welche aus Shenilo angereist war, erschienen. Deren Leibwächterin Sefira saba Karim hielt sich dezent im Hintergrund.
Feodora schritt zwischen den Webstühlen umher, prüfte die Mechanik mal hier und mal dort und wandte sich dann nachdenklich an ihren Cousin. “Stoffe. Bist du dir sicher Valerio?” Dieser antwortete voller Überzeugung. “Nicht nur Stoffe. Feinste Ware, nur für die, die Qualität und Preis zu schätzen wissen. Phraischafwolle von den Zyklopen. Zuerst von dort verschifft und wer weiss, vielleicht bald aus eigenen Beständen. So haben wir endlich auch einen Nutzen für Aureum Ponum”. Feodora nickte. “Die Verträge sind gut. Für die Wolle und die Herde.” “Dafür habe ich dich gebeten zu kommen. Um alles genau in Augenschein zu nehmen. Die phexischen Talente liegen eher bei dir.” “Wie sind die Ventargento einzuschätzen?” “Mach dir ein eigenes Bild von ihnen. Wir haben sie bei dem Aufbau des Schreins zu Ehren des [[[Praios|Gleißenden]] im Leuchtturm unterstützt. Sie stammen aus Urbasi, waren Minenbesitzer. Als diese erschöpft waren, kamen sie hier an die Küste.” “Hm.” “Wir erwarten Ihre Delegation in Kürze hier.”
Valerio war gespannt, wer von den Ventargento hier erscheinen würde. Leise Stimmen hatten ihm zugetragen, dass es innerhalb der Familie Spannungen gab. Dies gefiel ihm nicht, suchten die ya Pirras doch verlässliche Handelspartner.

Irgendwo in dem Gebäude öffnete sich eine Tür und zwei Paar Schritte begannen sich zu nähern zusammen mit einem leisen Monolog, der abrupt zum erliegen kam, als die beiden die Halle betraten. Die letzten Worte waren jedoch noch hörbar: “Und als Ausgleich zum Senatorenposten habe ich jetzt die Weberei bekom- oh, mir scheint sie sind schon da.” Zudra und Eadwin Ventargento hatten den Raum betreten und gingen nun auf die Delegation der ya Pirras zu. Bis sie auf nur noch wenige Schritte heran gekommen waren, hob Zudra grüßend die Hände: “Die Zwölfe und hier wohl besonders Ingerimm zum Gruße. Es ist schön euch wieder zu begegnen.” Sie blickte den aus Efferdas stammenden Teil der Gruppe an. “Und euch kennen zu lernen” Nun begutachtete sie Feodora. “Aber zuerst Zudra und Eadwin Ventargento, zu Euren Diensten”

Auch Feodora musterte die beiden Mitglieder der Familie Ventargento. “Feodora ya Pirras, Handelsmeisterin der Weinhandlung Yaquiria Shenilo und Unterstützerin meines Hauses in geschäftlichen Dingen. Zu Euren Diensten Signora Zudra und Signor Eadwin.” Sie deutete eine knappe Verbeugung an. “Und erschreckt nicht, dort hinten im Halbschatten befindet sich meine Leibwächterin.” In der angedeuteten Richtung konnte man eine kurze Bewegung erahnen, oder auch nicht. “Signora Zudra, mir wurde mitgeteilt, dass ihr federführend bei der Ausarbeitung des gemeinsamen Handelsvertrags wart. Wenn ihr Zeit habt, würde ich noch etwas im Detail besprechen. Die Handelswege zum Beispiel.”

“Dann auch die Zwölfe mit Euch, wollen wir das dann an einen angenehmeren Ort besprechen als in dieser Halle? Ich schlage das Büro des ehemaligen Leiters der Manufaktur vor, es liegt gleich dort am Ende des Ganges.” sagte Zudra nachdem sie erst einen nervösen Blick in Richtung der Leibwächterin geworfen hatte, und dann mit wiedergefundenem Selbstvertrauen den Gang entlang deutete. “Ich kann sogar eine vorzügliche Auswahl an gekühlten Weinen anbieten, ich meinte, dass eine solche Erfrischung uns allen nur zuträglich sein könnte.” Kam es von Eadwin. “Und wenn ich mich recht erinnere, stammt sogar mindestens einer davon von Hängen in der Nähe Shenilos.”

“So, so.”, murmelte Feodora. Langsam schritt sie Seite an Seite mit Zudra durch den Gang zum Büro. “Nun, wie und vor allen Dingen von wem wollen wir unsere Rohstoffe beziehen? Wir benötigen hochwertige Wolle für ebenso hochwertige Waren, wollen wir nicht nur den hiesigen Adel versorgen, sondern auch in größeren Rahmen denken.” Sie betraten das Büro und hier war im Gegensatz zu der Halle alles bereits vom Staub befreit und sauber. Wie selbstverständlich nahm Feodora an dem großen Schreibtisch Platz und schaute beide Ventargento an. “Nun? Eure Pläne?”

“Nun” Zudra warf Eadwin einen Blick zu “wir haben uns schon um das meiste gekümmert. Eadwin, die Verträge?” “Natürlich, Eliv!” Die Tür öffnete sich und eine Dienerin betrat den Raum. “Die Verträge" Eadwin öffnete seine Hand. “Natürlich.” Sie nickte und verließ den Raum wieder, durch die Tür hörte man eine leise Stimme. “Sie brauchen die Verträge", dann hörte man eine deutlich tiefere Stimme “Natürlich.” Eadwin wandte sich den anderen zu, “Mein Leibwächter.” sagte Eadwin, mit einer starken Betonung auf das Wort mein. Die Tür öffnete sich wieder und die Dienerin und ein dunkel gekleideter, fast zwei Schritt großer Mann, mit einer Schriftrollentasche betraten den Raum. Der Mann öffnete die Lederröhre und zog mehrere Pergamentrollen aus ihr heraus. Zudra breitete sie nacheinander auf dem Tisch aus und beschwerte die Enden der Rollen, währenddessen erklärt sie. “Diese zwei sind Vereinbarungen mit kleinen Inseln, auf ihnen leben eigentlich nur Schäfer, aber um die geht es ja auch.” Dann deutet sie auf eine weitere Rolle “Das ist unser derzeitiger Weg die Wolle aufs Festland zu bringen, dazu verwenden wir die Schiffe der A'Temelon aber der Ladeplatz der uns auf ihren Schiffen zusteht ist eher gering. Deshalb haben wir, wie ihr ja wisst, den Plan, in Kooperation eigene Schiffe zu kaufen. Hier ist dargelegt,” sie deutete auf eine Rolle mit einem Wappen aus Urbasi, "dass wir selbst Schafe auf dem alten Minengebiet meiner Familie und im Umland halten. Das sollte der Kooperation einiges an Transportkosten sparen, aber wie hoch die Wollqualität im Vergleich zu Phraischafen ist, muss noch geprüft werden.” Jetzt trat Eadwin vor “Ihr müsstet also nur noch eure versprochenen Geldmittel dazugeben”

Feodora rückte sich eine Kerze zurecht und studierte die Verträge eingehend. Danach blickte sie auf. “Gut, gut. Dies sieht aus meiner Sicht vernünftig aus. Was die Anschaffung eigener Schiffe angeht, sollten wir durchrechnen, ob dies in den Anfängen überhaupt notwendig ist, oder die Zusammenarbeit mit den A'Temelon ausreicht. Außerdem hatte unser Haus die Möglichkeit, eine Herde Phraischafe zu erwerben. Diese Herde werden wir auf unserem Landgut bei Malur halten und vielleicht haben wir dadurch bald die Möglichkeit, auf irgendwelche Seewege zu verzichten, wodurch die Anschaffung eigener Schiffe in den Hintergrund rücken würde..Wie ist Eure Meinung dazu?”

“Jeder gute Händler weiß das man am besten auf Schiffe verzichtet, die Wahrscheinlichkeit das sie mit samt Ladung untergehen oder gekapert werden ist selbst in den vergleichsweise sicheren Gewässern zwischen hier und den Zyklopeninseln zu hoch, außerdem sind sie im Unterhalt teuer” das Letzte sagte sie an Eadwin gewant.

“Und sollten die Schiffe der A'Temelon nicht ausreichen, könnten wir die Reederei der dylli Garén um Unterstützung bitten.” Feodora hob ihren Kopf. “Also sind wir uns bei dem vorliegenden Vertragswerk einig. Was noch zu besprechen wäre, ist der Zeitraum, wann die ersten Rohstoffe vor Ort sind und wir mit der Herstellung beginnen können. Die Wartung der verstaubten Gerätschaften, das Personal und die Lagerung sollten zeitnah geklärt sein. Was die Lagerung angeht, haben wir uns erlaubt die verwaisten Lagerstätten der Changbari im Hafen zu erwerben. Ich hoffe da war auch in Eurem Sinne.”

“Da habt ihr richtig gehandelt, unsere eigenen Kontore sind ausgelastet.” bestätigte Zudra während Eadwin sich weg drehte und eine Flasche aus einem Kübel mit Eis zog. “Und wir sollten in den nächsten drei Monaten mit den ersten Lieferungen rechnen können. Dann sollten wir auch hier mit der Produktion beginnen.”