Gasthaus Prinz Kasparbald


Das Gasthaus Prinz Kasparbald ist das zentrale Wirtshaus im Neuen Hafen von Sewamund. Es liegt unweit der Anlegeplätze der Nordmeer-Compagnie zwischen der Alchimisten-Werkstatt Bosvani und der bethanischen Nordmeer-Compagnie-Lagerhäuser. Das Haus richtet sich vor allem an Kapitäne, Entdecker, Kartographen und Reisende, die ihre nächste Fahrt planen oder von vergangenen Expeditionen berichten.
Mit der Gründung des Fremdenquartiers während des Ausbaus des Neuen Hafens nach der Sturmflut von 1046 BF zog das Nostriakontor in die Stadt. Mit diesem wanderte ein nostrischer Wirt ein, dem genehmigt wurde, das Gasthaus zu eröffnen. Den Namen verdankt es dem nostrischen Prinzen Ingvalion Kasparbald Kasmyrin, auch bekannt als Prinz Kasparbald der Seefahrer. Ob der Abenteurer je selbst Sewamund besucht hat, ist unklar. Der Wirt beantwortet entsprechende Fragen mit einem Lächeln. Anders als die Hafenkneipen des alten Hafens ist das Gasthaus ein Treffpunkt für Fernhändler, Kartographen und Weltreisende.
Der zweigeschossige Ziegelbau besitzt eine schmale Front zum Hafen. Kleine Butzenglasfenster schaffen eine heimelige Stimmung im Innenraum. Über dem Eingang hängt ein kunstvoll geschnitztes Wirtshausschild. Es zeigt einen jungen Mann mit Reisemantel, Fernrohr und Schiffskompass, der auf den Horizont blickt. Hinter ihm erhebt sich eine stilisierte Küste, über der zwei Möwen kreisen. Ob das Bildnis Prinz Kasparbald zeigt, mag bezweifelt werden.
Im Obergeschoss liegen die Gästezimmer. An der Wand der Gaststube im Erdgeschoss hängt eine dilettantische Karte Maraskans, Seiten aus Logbüchern, einige exotische Waffen und Gemälde unbekannter (wohl ausgedachter) Küsten. Die Speisekarte ist vielfältig und enthält Gerichte, die Prinz Kasparbald angeblich auf seinen Reisen kennengelernt habe. Darunter sind nostrischer Fischeintopf, maraskanisches Gewürzhuhn, thalusischer Dattelreis, Brabaker Pfefferfleisch und Honigkuchen nach Pernsteiner Art. Dazu werden Gewürzweine, Rum, diverse Bier (darunter das berüchtigte Knat) und mehrere Spirituosen ausgeschenkt. Der bekannteste Trunk heißt Reise ohne Wiederkehr. Der Wirt empfiehlt, danach keine wichtigen Entscheidungen mehr zu treffen.
Eine ganze Wand ist dem nostrischen Prinzen gewidmet. Dort finden sich Abschriften aus Chroniken, Karten seiner angeblichen Reiseroute und Geschichten über sein Leben. Einige Besucher sind daher davon überzeugt, der Prinz habe tatsächlich unerkannt in Sewamund übernachtet. Andere halten sämtliche Berichte zurecht für geschickte Werbung. Im Gästebuch findet sich folgender Eintrag: „Schönes Haus. Das Bett war etwas kurz.“ Darunter steht: — I. K. Ob der Verfasser der verschollene Prinz gewesen sein könnte oder ein humorvoller Gast, darüber herrscht Uneinigkeit. Der Wirt sagt dazu: „Wer auch immer es geschrieben hat, bezahlt hat er ordnungsgemäß.“
Volkes Stimme
„Im Prinz Kasparbald beginnt jede zweite Weltreise – und jede dritte Übertreibung.“
— Kapitänin der Nordmeer-Compagnie
„Wer hier einkehrt, kennt spätestens nach dem zweiten Knat jemanden, der Kasparbald persönlich getroffen haben will.“
— Geron Einhand
„Der Prinz ist wahrscheinlich tot.“ – „Mag sein. Aber seine Geschichten leben länger als manche Könige.“
— Gespräch zweier Seeleute
