Herberge am Nordeingang
Die Herberge am Nordeingang am Grangorer Tor von Sewamund liegt unmittelbar innerhalb der alten, nördlichen Stadtbefestigung an der Straße nach Grangor. Der Name stammt noch aus der Zeit vor der Stadterweiterung durch die Neustadt. Gemeinsam mit der Herberge Am Zollamt bildet die Herberge am Nordeingang die wichtigste Unterkunft für Reisende, die auf dem Landweg nach Sewamund gelangen.

Während die Herberge am Zollamt vor allem Kaufleute, Händler und Kutscher beherbergt, gilt die Herberge am Nordeingang als ein bevorzugter Rastplatz von Pilgern, Handwerksgesellen auf der Walz und Reisenden aus den nördlichen Reichslanden.
Schon kurz nach Errichtung des Grangorer Tores entstand an dieser Stelle eine kleine Schankwirtschaft, die zunächst Brot, Bier und Stallplätze für Reisende anbot. Mit der zunehmenden Bedeutung Sewamunds als Handels- und Verwaltungszentrum wurde das Haus erweitert.
Die Herberge besteht aus einem langgestreckten dreigeschossigen Backsteinbau mit einem großzügigen Innenhof. Zur Straße hin öffnet sich eine breite Schankstube mit großen Bleiglasfenstern, daneben gibt es Stallungen. Im Inneren dominieren helle Holzbalken, ein Kamin und lange Gemeinschaftstische, an denen Fremde oft schon nach kurzer Zeit miteinander ins Gespräch kommen. Im Obergeschoss befinden sich einfache, aber gepflegte Gästezimmer. Mehrere größere Schlafsäle stehen Reisegesellschaften, Pilgern oder Handwerksgesellen zur Verfügung.
Die Küche orientiert sich an der ländlichen Tradition Phecadiens. Besonders geschätzt wird das kräftige Hausbier Nordtor, das eigens für Fuhrleute gebraut wird und den Ruf besitzt, selbst nach langen Regentagen die Stimmung zu heben. An Markttagen herrscht bereits vor Sonnenaufgang reger Betrieb.
Eine Besonderheit ist der Reisersaal, der zur Schankstube öffnet. An seiner Wand hängen geschnitzte Wegweiser mit Entfernungsangaben zu den wichtigsten Städten des Horasreiches. Darunter befinden sich Karten, Wettertafeln und Hinweise auf den Zustand der Straßen. Der Wirt führt ein Reisebuch, worin Gäste Berichte über Wegverhältnisse, Brückenschäden oder Überfälle eintragen können. Viele Fuhrleute konsultieren dieses Buch noch vor dem Frühstück.
An der Eingangstür befindet sich ein Anschlagbrett. Hier suchen Handwerksmeister neue Gesellen, Bauern Erntehelfer und Bauherren Arbeitskräfte. Auch Stellengesuche und Einladungen zu Zunftfeiern finden sich dort. Nicht selten beginnt hier die Karriere eines jungen Handwerkers.
Volkes Stimme
„Wer von Norden kommt, findet hier ein Bett und dann eine Geschichte.“
— Wirt
„Wenn die Stallungen voll sind, wird morgen auf dem Markt gefeilscht.“
— Händler