Palazzo Wiesen

Der Palazzo Wiesen ist der Stammsitz des Hauses Wiesen, einer alten Patrizierfamilie in Sewamund. Das Anwesen liegt in der Altstadt an der Turmstraße unmittelbar gegenüber dem Palazzo Amarinto und zählt zu den ältesten erhaltenen Bürgerpalästen der Stadt. Bis zur Teilung der beiden Familienzweige in den Ereignissen der Jahre 1046-1048 BF führte es den Namen Palazzo Wiesen-Osthzweyg. Nach den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte verlor die Familie einen Teil ihres Einflusses. Während andere Häuser ihren Besitz erweiterten, konzentrierten sich die Wiesen auf die Verwaltung ihrer Ländereien und die Wahrung des Familienerbes.
Die Ursprünge des Palazzos reichen viele Jahre zurück. Er gehört zu den ältesten Wohnhäusern der Altstadt und entstand über mehrere Bauphasen hinweg. Zur Turmstraße zeigt sich eine schlichte, beinahe wehrhafte Fassade mit hohen Rundbogenfenstern, während sich im Inneren ein Arkadenhof mit Wasserspiel öffnet. Die Fassaden tragen zurückhaltend Schmuck und verzichten auf den Prunk jüngerer Palazzi. Im Erdgeschoss befinden sich Kontorräume, Lagerräume und die Hauskapelle. Die repräsentativen Wohnräume liegen im Obergeschoss und sind über eine breite Freitreppe erreichbar. Besonders bemerkenswert ist der holzvertäfelte Ahnensaal, dessen Wände mit Familienporträts und Landschaftsgemälden der phecadischen Marschen und Wälder geschmückt sind. Der Palazzo besitzt eine beachtliche Familienbibliothek mit Chroniken über die Geschichte Sewamunds und des Reiches. Mehrere Werke befassen sich mit Landvermessung und einigen besonderen Orten der Umgebung und werden gelegentlich vom Baumeister der Stadt eingesehen. In der ungewöhnlich großen Sammlung alter Landkarten der Marschen um Sewamund vermuten manche Gelehrte, befinden sich noch Abschriften bosparanischer Vermessungen.
Volkes Stimme
„Bei den Wiesen wächst sogar das Silber auf den Feldern.“
— Sprichwort
„Die Wiesen reden langsam. Aber wenn sie einmal etwas beschlossen haben, bewegt sie höchstens noch eine Sturmflut.“
— Alwene von Wiesen-Osthzweyg
„Andere Familien zählen Schiffe. Die Wiesen zählen Kühe. Und irgendwie werden trotzdem beide reich.“
— Kaufmann am Marktplatz
„Wenn irgendwo ein Deich repariert werden muss, steht bestimmt schon ein Wiesen daneben und erklärt, wie Großvater das gemacht hätte.“
— Deicharbeiterin