Pension Marina
Die Pension Marina ist ein Gästehaus in der Neustadt von Sewamund. Sie liegt an der Badstraße zwischen der Piazza Nodo, dem ehemaligen Gelände der Harena Nobilis und dem Stadtteil Periferia. Aufgrund ihrer Lage und der unmittelbaren Nähe zum neuen Hafen ist sie eine beliebte Unterkunft für Reisende, Seeoffiziere und Angehörige des niederen Adels.

Die Pension gilt als bodenständigere Alternative zum altehrwürdigen Hotel Sewakblick in der Altstadt. Sie entstand als Gästehaus während der letzten Blütezeit der Sewamunder Badekultur. Damals führte die Badstraße direkt zur Harena Nobilis, dem vornehmen Strandbad des Adels. Besucher suchten eine Unterkunft, die zwar komfortabel, aber weniger kostspielig war als die Villen und Sommerpaläste des Seebades.
Nach dem Niedergang des Kurbetriebes und insbesondere nach der Sturmflut des Travia 1046 BF, die den endgültigen Wandel des ehemaligen Strandgeländes zum heutigen neuen Hafen einleitete, verlor die Pension ihre ursprüngliche Funktion aber nicht. Statt Badegäste beherbergt sie heute Offiziere der Phecadischen Flotte, Besucher des Herzog-Cusimo-Collegs und Kaufleute und Beamte, die Geschäfte in der Neustadt erledigen.
Die Pension ist ein zweigeschossiger Bau in typisch nordhorasischem Stil mit ziegelgedecktem Walmdach und heller Putzfassade. Hinter dem Haus befindet sich ein gepflegter Garten mit schattigen Sitzgelegenheiten. Die Einrichtung ist geschmackvoll, ohne übermäßigen Luxus zur Schau zu stellen. Helle Hölzer, maritime Gemälde und großformatige Seekarten prägen das Erscheinungsbild. Da viele Gäste mehrere Wochen oder sogar Monate bleiben, herrscht eine beinahe familiäre Atmosphäre. Das Abendessen gilt als gesellschaftlicher Mittelpunkt. Anders als in den Hotels sitzen Gäste verschiedener Herkunft an einer Tafel zusammen. Nicht selten ergeben sich dabei Gespräche zwischen Kapitänen, Geweihten, Gelehrten und anderen Reisenden. Die Wirtin achtet darauf, dass politische Streitigkeiten spätestens zum Dessert ruhen und stattdessen Geschichten erzählt werden.
Volkes Stimme und Gerüchte
„Im Sewakblick logieren die alten Familien. In der Marina wohnt die Zukunft.“
— Kaufmann aus Bethana
Ein Gerücht besagt, dass sich auf dem Dachboden noch alte Badeutensilien aus der Zeit der Harena Nobilis befinden sollen: Sonnensegel, Strandmöbel und bemalte Kabinenwände, die an die glanzvollen Tage des Seebades erinnern.