Die Horasschule ist die öffentliche Grundschule der Stadt Sewamund. Sie befindet sich in der Altstadt in der Hauptstraße. Seit ihrer Gründung vermittelt sie Kindern aller Stände Lesen, Schreiben, Rechnen und Grundkenntnisse der horasischen Geschichte und Staatskunde.

Die Sewamunder Horasschule

Die Schule ist sichtbarer Ausdruck des Bildungsprogramms der Königin Amene, die im Zuge ihrer Reformen ab 1000 BF die Einrichtung öffentlicher Schulen im Reich förderte. Die Horasschule wurde kurz nach dem Hesinde-Edikt gegründet. Mit der Gründung des Herzog-Cusimo-Collegs 1048 BF gewann die Horasschule an Bedeutung, begabte Schüler haben nun die Möglichkeit, an diese weiterführende Lehranstalt zur Kadettenausbildung zu wechseln.

Für Kinder aus Hafen- und Kaufmannsfamilien werden erste Kenntnisse der Navigation, des Maß- und Gewichtswesens und des Seehandels vermittelt. Die Lehrer legen Wert auf saubere Handschrift und höfliches Auftreten. Sie öffnet sich für Kinder einfacher Handwerker, Fischer und Hafenarbeiter. Die Finanzierung erfolgt durch den Lilienrat, mehrere Patrizierfamilien und Stiftungen des Travia- und Perainetempels.

Die Schule besteht aus einem geräumigen Backsteinbau. Große Rundbogenfenster sorgen für helle Unterrichtsräume. Im Erdgeschoss befinden sich die Unterrichtssäle der jüngeren Jahrgänge, eine kleine Bibliothek und der Rechensaal, in dem mit Rechenbrettern, Waagen und Kaufmannsgewichten gearbeitet wird. Das Obergeschoss beherbergt die Klassen der älteren Schüler, das Lehrerzimmer und einen Kartenraum mit Landkarten des Horasreichs und Seekarten der Grangorer Bucht.

Vor dem Eingang der Schule befindet sich ein flacher Findling, der Eselsstein genannt wird. Wer seine Hausaufgaben vergessen hat, muss sich dort während der Pause niederlassen und laut den Anfang eines Gedichts aufsagen. Da dies meist mehr Gelächter als Scham hervorruft, hat die Strafe eher symbolischen Charakter.

Die Horasschule beschäftigt Lehrmeister und wandernde Dozenten. Gelegentlich halten angesehene Bürger Sewamunds Vorträge. So berichtet Quinnia Trebenfurt regelmäßig über Heilkunst, während Vertreter der Halle des Handels kaufmännische Grundlagen erläutern.

In der einigermaßen umfangreichen Bibliothek finden sich neben Fibeln, Rechenbüchern und Geschichtswerken Reiseberichte, Tierbücher, Karten und Abschriften der Lebensgeschichte des Heiligen Stordian. Besonders beliebt ist ein reich bebildertes Werk über all die Wunder des Horasreichs, dessen Seiten schon sichtbar abgegriffen sind.

Volkes Stimme

„Wer lesen kann, wird seltener übers Ohr gehauen.“
— Sewamunder Kaufmann

„Die Horasschule macht aus Fischerkindern keine Patrizier. Aber sie bringt ihnen bei, Verträge zu lesen.“
Gastalde der Fischerzunft

„Erst lernt man Buchstaben. Später lernt man, was zwischen den Zeilen steht.“
— Lehrerweisheit

„Kein Kind verlässt die Schule, ohne wenigstens einmal Tinte verschüttet zu haben.“
— Hausmeister