Taverne Letzter Anker

Die Taverne Letzter Anker ist eine traditionsreiche Hafenkneipe am südwestlichen Rand der Altstadt von Sewamund. Sie liegt in der Röschengasse in Richtung des Strandtores und damit an der Stelle, wo sich Seeleute, Kaufleute und Reisenden trennen: Wer zur See aufbricht, kehrt hier ein letztes Mal ein (daher der Name), wer nach langer Fahrt heimkehrt, macht hier seinen ersten Halt.
Die Ursprünge des Hauses liegen im Dunkeln. In dieser Gegend gab es schon immer derlei Tavernen mit wechselnden Namen und Besitzern, in denen vor allem Matrosen, Fischer und Lotsen verkehrten. Zum Ausschank kommen überwiegend dunkles Bier, Bethaner Weizenbier und Spirituosen, deren Wirkung unter Seeleuten so geschätzt wie gefürchtet wird.
Die Taverne ist ein zweigeschossiger Backsteinbau mit steilem Ziegeldach und einem engen Schankraum. Über dem Eingang schwingt der namensgebende (Holz-) Anker im Wind. Die Kette ist so sehr verrostet, dass immer wieder darüber diskutiert wird, sie zu ersetzen. Im Erdgeschoss dominiert eine lange Eichentheke, hinter der viele bemalte Tonkrüge aufgereiht stehen. Der Kamin an der hinteren Wand wird gern mit Treibholz beheizt und verströmt winters salzigen Duft. Das Obergeschoss beherbergt Zimmer des Wirtes und einfache Gästezimmer, die von Seeleuten (manchmal in Begleitung) genutzt werden, deren Schiffe am nächsten Morgen früh auslaufen.
Volkes Stimme
„Im Letzten Anker wird mehr Abschied genommen als auf jedem Kai.“
— Hafenlotsin
„Zwischen dem ersten Bier und dem letzten Anker liegen manchmal Weltreisen.“
— alte Kapitänin
„Die Hälfte aller Seemannsgeschichten beginnt hier. Die andere Hälfte endet angeblich dort.“
— Chiranor Auenberger
„Der Anker über der Tür hat mehr Stürme überlebt als manche Schiffe im Hafen.“
— Zimmermann
Quelle
- Bardensang und Gaukelspiel, Seite 68