Nanduriel ya Satara
Nanduriel ya Satara, geboren 1002 BF, ist Tolmans ältester Sohn und führt inzwischen den größten Teil der Geschäfte des Weinguts. Er ist ruhiger und zugänglicher als sein Vater, ohne dessen Achtung vor den Traditionen der Familie verloren zu haben.
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Nanduriel gilt als sorgfältig, diplomatisch und zuverlässig. Wo Tolman vor allem auf Erfahrung und überlieferte Methoden vertraut, ist Nanduriel bereit, vorsichtig Neues auszuprobieren. Er besitzt ein gutes Gespür für Menschen und versteht sich nicht nur auf Reben und Keller, sondern ebenso auf Verhandlungen mit Händlern, Wirten und anderen Gutsbesitzern.
Er hört geduldig zu, wägt seine Entscheidungen gründlich ab und lässt sich anschließend nur schwer wieder von ihnen abbringen. Manche halten ihn zunächst für zögerlich, doch handelt es sich eher um bedachte Vorsicht als um mangelnde Entschlusskraft. Nanduriel entscheidet selten aus einem plötzlichen Einfall heraus. Hat er eine Sache jedoch gründlich geprüft, verfolgt er sie mit großer Beharrlichkeit.
Die Verbindung zur Familie Omiran hat seinen Blick auf den Weinhandel nachhaltig verändert. Durch seine Ehefrau Aurelia Omiran und deren Bruder Asrabis lernte er, dass ein guter Wein nicht allein durch seine Qualität bekannt wird, sondern auch durch den Ort, an dem er ausgeschenkt wird, und durch die Menschen, die über ihn sprechen. Das Spielhaus der Omiran ist für ihn daher weit mehr als ein gewöhnlicher Abnehmer. Es ist Schankstätte, gesellschaftlicher Treffpunkt und Schaufenster des Weinguts zugleich.
Im Spielhaus werden der Banquiri sowie der rote und der weiße Satarer regelmäßig ausgeschenkt. Besonders gute Jahrgänge gelangen bevorzugt in die privaten Räume und an die Tische wohlhabender Gäste. Kaufleute, Amtsträger, junge Adlige und reisende Geschäftsleute lernen die Weine dort kennen und bestellen später nicht selten selbst Fässer für ihre Häuser, Gaststätten oder Handelskontore. Nanduriel nutzt das Spielhaus zudem, um kleinere Mengen neuer Jahrgänge erproben zu lassen, bevor größere Lieferverträge abgeschlossen werden.
Dabei tritt er selbst nur gelegentlich im Spielhaus auf. Er fühlt sich zwischen Reben, Fässern und Geschäftsbüchern wohler als in einer lauten Gesellschaft. Wenn er jedoch erscheint, begegnet man ihm mit Respekt. Er trinkt wenig, spielt maßvoll und beobachtet sehr genau, wie die Gäste auf einen Wein reagieren. Aurelia erkennt meist schon früher als er, welche Gespräche tatsächlich zu einem Geschäft führen können.
Nanduriel kennt die Arbeiter des Weinguts und ihre Familien persönlich. Er versucht, auch in schlechten Jahren niemanden unnötig fortzuschicken und berücksichtigt Krankheiten, Unglücksfälle und familiäre Sorgen. Seine Fürsorge ist ehrlich, besitzt jedoch bisweilen eine bevormundende Seite, da er häufig glaubt, besser als andere zu wissen, was für sie gut ist.
Mit seinem Bruder Folnor gerät er gelegentlich aneinander. Nanduriel versucht Konflikte möglichst durch Gespräche zu lösen, während Folnor Probleme unmittelbar und mitunter lautstark anspricht. Dennoch ergänzen sie sich gut: Nanduriel glättet die Wogen, die sein Bruder verursacht, während Folnor Schwierigkeiten benennt, die Nanduriel manchmal zu lange vorsichtig umkreist.
Seine Tochter Rahjane betrachtet Nanduriel bereits als mögliche Nachfolgerin. Ihre Pläne zur Modernisierung des Weinguts unterstützt er grundsätzlich, verlangt jedoch sorgfältige Berechnungen und überschaubare Versuche, bevor größere Summen eingesetzt werden. Besonders die geplante Brennerei hält er für aussichtsreich, da sich Tresterbrände und besondere Obstbrände im Spielhaus der Omiran gut einführen ließen. Leomars Ausbildung zum Knappen erfüllt ihn mit Stolz, auch wenn er bedauert, dass sein Sohn dadurch nur selten auf dem Weingut ist.