Die Wäscherei am Kopf der Waschstraße im Wäscherviertel von Sewamund liegt am Ufer des Sewak zwischen Burg Sewakstein und dem Hotel Sewakblick. Einst war sie eine der geschäftigsten Einrichtungen der Stadt, heute erinnert ihr teilweise verlassener Zustand an den Wandel des Flusses und seiner Bedeutung.

Die Wäscherei am Ufer des Sewak

Sie entstand einst an einer Stelle, an der das Wasser des Sewak ruhig genug war, um Kleidung, Segeltuch und Leinen auszuspülen. Über Jahrhunderte war sie unverzichtbarer Bestandteil des städtischen Lebens. Fast jede Patrizierfamilie unterhielt Verträge mit den Waschleuten, ebenso ließen Schiffe hier ihre Segel reinigen und ausbessern.

Mit der Verseuchung des Sewak durch den Dämon Gurondaii im Jahre 1019 BF änderte sich ihre Bedeutung. Immer häufiger traten rätselhafte Hauterkrankungen bei den Waschleuten auf, weiße Stoffe verfärbten sich gräulich oder nahmen einen grünlichen Schimmer an und frisch gewaschene Kleidung begann nach Moder oder Algen zu riechen. Zwar besserten sich die Verhältnisse in den folgenden Jahrzehnten langsam, doch blieb das Misstrauen gegenüber dem Fluss bestehen. Familien mit Geld ließen ihre Wäsche eher mit Brunnenwasser oder auf ihren Landsitzen reinigen. Die Wäscherei verlor einen Großteil ihrer Bedeutung. Nach der Sturmflut im Travia 1046 BF wurde das Gebäude zwar instand gesetzt, doch arbeitet derweil nur ein Bruchteil der früheren Belegschaft hier.

Die Wäscherei ist ein langgestreckter Steinbau mit breitem Satteldach, der unmittelbar auf der steinernen Ufermauer der alten Stadtbefestigung errichtet wurde. Mehrere große Tore öffnen sich zum Fluss hin, sodass Wäschekörbe und Bottiche leicht transportiert werden können. Im Inneren befinden sich Waschtröge aus Stein, Kochkessel für Laugen, Trockenräume und Pressen zum Glätten feiner Stoffe. Hinter dem Gebäude erstreckt sich der Bleichgarten, dessen Leinen zwischen Holzpfosten gespannt werden. Mehrere überdachte Stege reichen an das Wasser heran. Früher schöpften die Waschleute hier Wasser aus dem Sewak, heute wird es nur für grobe Reinigungsarbeiten verwendet. Für feine Stoffe nutzt man das Wasser der Zisternen und Brunnen.

Noch immer beobachten die Wäscher den Zustand des Flusses genau. Gelegentlich treiben tote Fische vorbei oder feiner schwarzer Schlamm sammelt sich am Ufer. Dann stellt die Wäscherei den Betrieb mit Flusswasser ein. Die Perainegeweihten und das Hospital entnehmen regelmäßig Wasserproben, um Veränderungen früh zu erkennen. Unter älteren Wäscherinnen hält sich der Glaube, der Sewak kündige jede Veränderung Tage vorher durch besonderen Geruch an. Die Waschleute behaupten generell scherzhaft, sie könnten am Geruch eines Hemdes erkennen, ob der Besitzer Patrizier, Matrose oder Liebhaber sei. Es heißt, einige der ältesten Waschbottiche stünden auf bosparanischen Fundamenten und begännen in mondlosen Nächten gelegentlich von selbst zu schäumen. Die Waschleute erklären dies mit den Launen des Sewak.

Die Wäscherei wird von Leuten betrieben, deren Familien das Handwerk seit Generationen ausüben. Viele kennen sich nicht nur mit Seifen und Laugen aus, sondern verstehen sich auch auf das Entfernen hartnäckiger Flecken von Wein, Teer, Fischöl oder Blut. Da einst nahezu jede Familie Sewamunds ihre Wäsche hierher brachte, entwickelte sich die Wäscherei über die Jahrhunderte zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für Neuigkeiten und Gerüchte. Manche behaupten, die Waschleute wüssten über die Stadt besser Bescheid als mancher Ratsherr. Gerade deshalb gilt das Wäscherviertel als Treffpunkt für Spitzel, Kuppler und auch Angehörige der Unterwelt.

Volkes Stimme

„Wer in Sewamund etwas wissen will, fragt entweder im Phextempel oder die Wäscher.“
— Sprichwort der Vergangenheit

„Früher machte der Sewak die Wäsche sauber. Heute muss die Wäsche manchmal den Sewak sauber machen.“
— Waschfrau

„Die Flecken gehen meistens raus. Nur die vom Dämon nicht.“
— Leistungsbeschreibung von 1025 BF