Haus des Flussvogtes

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Das Haus des Flussvogts am Sewakufer

Das Haus des Flussvogts, kurz Flussamt genannt, ist die Verwaltungsbehörde für den Sewak und die anderen Binnenwasserstraßen Sewamunds (sprich: Kanäle). Das Gebäude liegt unmittelbar südlich der Sewakbrücke östlich des Brückenkopfes, gegenüber dem Zollamt. Von hier aus überwacht der Brückenvogt den Verkehr auf dem Fluss, die Brücke, Fähren, die Einhaltung der städtischen Wasserrechte und – leider auch – die Qualität des Flusswassers. Gemeinsam mit dem Zollamt bildet das Flussamt das Tor Sewamunds für alle Reisenden, die über den Sewak oder die Landstraße in die Stadt gelangen.

Besondere Bedeutung gewann die Behörde nach der Verseuchung des Sewaks durch Gurondaii 1019 BF. Über viele Jahre koordinierte sie Sperrgebiete, Wasserproben und bemühte sich um die Reinigung einzelner Flussabschnitte. Auch nach der Sturmflut des Travia 1046 BF leitete sie die Wiederherstellung von Deichen, Brücken und Uferbefestigungen an. Die Behörde gilt als eine der technisch anspruchsvollsten Sewamunds.

Der zweigeschossige Bau wurde bewusst in der Nähe des Wassers errichtet. Das Erdgeschoss beherbergt die Schalterhalle, Kartenzimmer, Pegelstube und Lagerräume für Vermessungsgeräte und Signaltafeln. Daneben befindet sich ein Bootsschuppen, worin die Dienstboote liegen. Im Obergeschoss befinden sich die Amtsräume, das Archiv, Unterkünfte für Flusswächter und eine Sammlung historischer Flusskarten. Der Turm in der Ecke der Stadtmauer bietet freien Blick auf die Sewakbrücke und den Schiffverkehr.

Das Amt führt regelmäßig Vermessungen des Flussbettes durch, da sich Sandbänke und Untiefen nach jedem stärkeren Hochwasser verändern können. Das Herzstück des Hauses bildet die Pegelstube. Hier laufen täglich Meldungen über Wasserstände, Niederschläge und Strömungsverhältnisse zusammen. Wandtafeln zeigen den aktuellen Pegel des Sewaks und die Entwicklung der vergangenen Monde.

Dem Amt unterstehen mehrere Wächter. Sie patrouillieren mit ihren Booten auf dem Sewak, kontrollieren den Zustand der Brücke und Fischereirechte, überwachen den Verkehr und helfen bei Havarien oder Überschwemmungen. Im Volksmund heißen sie Sewakläufer.

Jeder vorbeifahrende Schiffer ist verpflichtet, auf Verlangen des Flussamtes seine Schiffspapiere vorzulegen. Darüber hinaus besitzt das Amt das Recht, die Brücke und bei Hochwasser Schleusen zu schließen und den Verkehr einzustellen.

Außerdem besitzt das Amt eine umfangreiche Sammlung ungewöhnlicher Gegenstände, die im Laufe der Jahre aus dem Sewak geborgen wurden. Dazu gehören ein bronzener bosparanischer Helm, ein Fass voller unversehrter Äpfel, ein ausgestopftes Krokodil aus unbekannter Herkunft, drei Glocken – und erstaunlicherweise gleich sieben hölzerne Brückenmauttafeln, die angeblich alle „versehentlich“ in den Fluss gefallen sein sollen.

Volkes Stimme

„Der Hafenmeister beherrscht das Meer. Der Flussvogt beherrscht den Sewak.“
— Redensart der Schiffer

„Gegen Efferd hilft kein Gesetz. Aber ein guter Deich schadet nie.“
— Beschäftigte im Flussamt

„Im Flussamt weiß man schon morgens, was der Sewak am Abend vorhat.“
— Fischer aus Trafiume

„Wenn der Flussvogt nervös wird, sollte man sein Boot besser festmachen.“
— Hafenlotsin