Sewamunder Zollamt

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Das Zollamt an der Südseite der Sewakbrücke

Das Zollamt beherbergt die Zollbehörde der Stadt Sewamund. Es befindet sich in Trafiume unmittelbar am südlichen Brückenkopf der Sewakbrücke nördlich der Herberge Am Zollamt. Jeder Reisende, Händler und Fuhrmann, der von Süden über den Landweg nach Sewamund gelangen möchte, passiert das Gelände.

Das Zollamt untersteht dem Landvogt des Lilienrats. Die tägliche Arbeit verrichten vier städtische Zöllner, mehrere Schreiber und Hilfskräfte.

Mit der Errichtung der steinernen Brücke über den Sewak entstand hier eine Zollstation. Anfangs beschränkten sich die Abgaben auf Brückenzoll und Marktgebühren. Mit dem Aufstieg Sewamunds entwickelte sich daraus eine Behörde, die den Warenverkehr über Land via Sewamund überwacht. Es kam regelmäßig zu Streitigkeiten über die Zollrechte zwischen Stadt und Landesherrschaft. Zuletzt schienen im Lilienrat die Zuständigkeiten weitgehend geklärt. Der Baron von Sewamund verzichtete auf Zolleinnahmen innerhalb der Stadt, erhielt dafür aber andere Vorrechte.

Das Zollamt ist ein massiver zweigeschossiger Bau mit hohem Walmdach und einem kleinen Dachreiter, von dem aus die Brücke gut eingesehen werden kann. Im Erdgeschoss befinden sich die Zollhalle, mehrere Schalter, Waagen, Eichmaße und Räume zur Warenkontrolle. Daran schließen sich ein Arrestzimmer und Lagerräume für konfiszierte Güter an. Das Obergeschoss beherbergt Schreibstuben, Archiv und die Diensträume des Zollvorstehers. Nach der Sturmflut 1046 BF wurde das Gebäude umfassend saniert. Vor dem Gebäude liegt ein Hof mit Stallungen und Unterständen für Fuhrwerke. Eine Treppe führt zum Brückenkopf der Sewakbrücke, für die die Zöllner die Befugnis haben, sie zu sperren.

Besonderes Augenmerk gilt Waren, die nicht offen deklariert werden. Schmuggel unverzollter Gewürze, Wein oder Luxusstoffe gehört zum Alltag wie Streitigkeiten über falsch angegebene Warenwerte. Reisende müssen sich auf Nachfrage ausweisen und den Zweck des Aufenthalts nennen. In Zeiten politischer Spannungen werden Fremde sorgfältiger überprüft.

Trotz der Bemühungen gilt das Zollamt unter Schmugglern als eher hinderliches als unüberwindbares Problem. Kanäle, private Bootsanleger und alte Flutgänge unter Sewamund bieten findigen Händlern Möglichkeiten, Waren an den Beamten vorbeizuschaffen. Manchmal gelingt es den Bütteln erst Tage später, verschwundene Fässer oder Ballen wiederzufinden. Daher arbeitet das Zollamt mit den Stadtbütteln, dem Hafenmeister und den Geweihten des Phextempels zusammen.

Die Zöllner genießen einen gemischten Ruf. Einerseits gelten sie als gewissenhafte Beamte, andererseits als Meister darin, jedes Fass dreimal zu zählen und jede Kiste zweimal zu öffnen. Viele Kaufleute behaupten, ein erfahrener Zöllner erkenne am Geräusch eines Fasses, ob darin Wein, Öl oder unverzollter Branntwein verborgen sei. Kein Zöllner widerspricht dem.

Im Zollamt befindet sich eine Sammlung außergewöhnlicher Schmuggelverstecke, wie etwa ein doppelter Fassboden, ein hohler Spazierstock, eine Laute voller Edelsteine, ein präparierter Riesenkürbis und ein ausgestopfter Schwan. Die Beamten behaupten, dies seien Lehrstücke und niemand fragt, weshalb sie einmal tatsächlich beschlagnahmt wurden.

Volkes Stimme

„Der liebe Praios sieht alles. Der Zöllner behauptet das jedenfalls auch.“
— Sprichwort der Fuhrleute

„Es gibt zwei Arten von Kaufleuten: jene, die ihre Zölle zahlen, und jene, die glauben, sie seien schlauer als das Zollamt.“
— alte Zollschreiberin

„Wenn der Wagen besonders laut knarrt, steckt meistens etwas darunter.“
— Zöllnerweisheit

„In Trafiume kennt jeder mindestens drei Wege an den Zöllnern vorbei. Dummerweise kennen die Zöllner inzwischen vier.“
— Gast in der Matrosenkneipe Sewamund Ahoi!