Sewamunder Kammerjäger

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Die Werkstatt des Kammerjägers im östlichen Corderia

Der Sewamunder Kammerjäger, offiziell als Werkstatt für Schädlingsabwehr und häusliche Reinigung Lodwerker & Co. geführt, ist ein Handwerksbetrieb im östlichen Corderia von Sewamund. Das kleine Anwesen liegt zwischen kleinen Wohnhäusern und Werkstätten unweit der Seilerei, dem Palazzo Luntfeld, der Torsionswaffen-Manufaktur und des Ingerimm-Tempels St. Stordian.

Der Betrieb beseitigt Ratten, Mäuse, Holzwürmer, Kornkäfer, Motten, Wanzen, Schaben und andere unerwünschte Hausbewohner. Darüber hinaus übernimmt er die Reinigung verseuchter Keller, die Bergung verendeter Tiere und die Untersuchung jener Fälle, in denen ein Hausbesitzer nicht so recht zu sagen vermag, was eigentlich nachts in seinen Wänden kratzt. Auf dem Ladenschild steht in großen Lettern: „Ungeziefer? Spuk? Unerklärliche Geräusche? Wir kommen.“ Darunter ist als Symbol ein roter Bannkreis abgebildet.

Die Werkstatt wurde nach der Verseuchung des Sewaks durch den Dämon Gurondaii im Jahr 1019 BF gegründet. In den feuchten Kellern Corderias, den Lagern der Seilerei und den Holzvorräten der wiederaufgebauten Mühle hatten sich Ratten, Käfer und anderes Getier stark vermehrt. Hinzu kamen Berichte über Krabbeltiere, die kein Naturkundiger bestimmen konnte, und über Nester, deren Bewohner nach ihrer Vernichtung am folgenden Morgen wieder vorhanden gewesen sein sollen. Der damalige Rattenfänger Elgor Lodwerker erwarb das Gebäude im Hinterhof des Viertels, dessen Bewohner vor dem Dämon geflohen und nicht zurückgekehrt waren, und entwickelte aus dem Gewerbe der Schädlingsjagd einen gut organisierten Fachbetrieb. Er verband Fallenkunde, Giftmischerei, Rauchverfahren und genaue Bauuntersuchungen miteinander. Da er wiederholt auch zu Häusern gerufen wurde, in denen die Bewohner einen Geist, Kobold oder Fluch vermuteten, erweiterte er seine Berufsbezeichnung um die „häusliche Reinigung“.

Im Vorderhaus liegen Kontor, Empfangsstube und Materiallager. Ein rotes Schild neben der Tür verkündet: „Wir glauben Euch.“ Am Hof befinden sich Werkstätten, Käfige für eingefangene Tiere, ein Schuppen für Schutzkleidung und ein Ofen zur Verbrennung befallener Gegenstände. Rückwärtig befinden sich Schlafräume der Gesellen und das Lager für Kräuter, Pulver, Fallen und verschließbare Tonbehälter. Auffällig ist der Sperrschuppen, dessen Tür mehrere eiserne Riegel besitzt und die Aufschrift trägt: „Nicht öffnen. Auch nicht, wenn es höflich klopft.“ Auf Fragen nach dem Inhalt antwortet Lodwerker, dort würden bissige Dachsmotten verwahrt.

Der Betrieb beschäftigt vier Kammerjäger und zwei Gehilfen. Elgor Lodwerker ist Naturkundiger, Fallenbauer und Inhaber. Er spricht langsam und beobachtet gründlich. Gegenüber übernatürlichen Erklärungen zeigt er sich weder gläubig noch spöttisch. Er fragt lediglich, welche Spuren gefunden wurden und ob bereits jemand die Wand geöffnet habe. Rayo Stanzari ist für Rauch, Köder und den Umgang mit verängstigten Auftraggebern zuständig. Er begeistert sich für ungewöhnliche Fälle und bezeichnet selbst einen von Ratten zerfressenen Getreidespeicher als „lehrreich“. Piero Vencario führt Kundengespräche und die Bücher, er gilt als charmant, redegewandt und ist in der Lage, einen Gefahrenzuschlag wie persönliches Entgegenkommen erscheinen zu lassen. Winz Eddemar, ein ehemaliger Hafenarbeiter, kümmert sich um Fanggeräte, Maueröffnungen und den Augenblick, in dem eine Untersuchung aus dem Ruder läuft.

Mit dem Ingerimm-Tempel St. Stordian pflegt die Werkstatt gute Beziehungen. Die Geweihten schätzen ihre Sorgfalt beim Schutz von Vorräten, Werkstoffen und Bauwerken. Einige der kupfernen Geräte wurden von Handwerkern des Tempels geprüft und gesegnet. Das Verhältnis zur Praioskirche ist zurückhaltender. Von dort wird beanstandet, die Kammerjäger erweckten den Eindruck, für Geister und dämonische Erscheinungen zuständig zu sein. Lodwerker weist darauf hin, dass er und seine Leute nichts austreiben, sondern lediglich feststellen, ob es sich um Ratten handelt. Falls nicht, berechnen sie einen Gefahrenzuschlag. Die Peraine-Geweihten konsultieren den Betrieb bei Seuchengefahr und größerem Rattenbefall. Das Sewamunder Hospital bezieht von ihm verschließbare Fallen und lässt Krankenzimmer nach Ungeziefer untersuchen. Mit der Phexkirche gibt es dagegen Meinungsverschiedenheiten über verschwundene Köder.

Volkes Stimme

„Wen ruft man, wenn es nachts in der Wand kratzt?“
— bekannte Frage in Corderia

„Erst den Kammerjäger. Wenn der wieder herausläuft, den Tempel.“
— Antwort eines Seilergesellen

„Ich fürchte keine Gespenster. Ratten dagegen übertragen Krankheiten.“
Elgor Lodwerker

„Ein guter Kammerjäger findet das Loch, durch das die Ratte kam. Ein sehr guter fragt, wer es von der anderen Seite geöffnet hat.“
Chiranor Auenberger

„Bei ihnen kostet eine Ratte zwei Heller. Sobald sie einen Namen hat, wird es teuer.“
— Wirt aus dem Hafenviertel

„Sie haben unsere Mäuse beseitigt. Seitdem klopft es nur noch im Keller.“
— Bewohnerin der Altstadt