Die Schlacht vor Sewamund bezeichnet die Kämpfe um die Stadt Sewamund am Mittag des 16. Rahjas 1019 BF, die den Abschluss der Handlungen gegen den Dämon Gurondaii darstellten, dessen Verderbnis den Sewak und Teile der umliegenden Ländereien verseuchte. Die Schlacht gilt als eines der einschneidendsten Ereignisse der neueren Stadtgeschichte und markiert die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Sewamund.

Der Sieg über Gurondaii wurde teuer erkauft. Gehöfte und Landstriche östlich der Stadt wurden verwüstet. Die Folgen der Verseuchung prägten das Sewaktal über Jahrzehnte hinweg und beeinflussen Politik, Religion und Stadtplanung bis heute.

Seit sich Berichte häuften über ungewöhnliche Krankheiten, verendende Tiere und verdorbene Fischgründe entlang des Sewak, vermuteten die Tempel zunächst natürliche Ursachen, doch bald zeigte sich, dass sich eine dämonische Verderbnis flussabwärts ausbreitete. Mit dem Auftreten Gurondaiis erreichte die Bedrohung eine neue Dimension. Der Dämon vergiftete nicht nur Wasser und Boden, sondern verheerte Höfe und machte den Handelsweg unpassierbar. Während Bewohner des Umlandes nach Sewamund flohen, begann die Stadt fieberhaft mit den Vorbereitungen der Verteidigung. Baron Selchion Garlischgrötz ließ die Bevölkerung der Stadt unter seiner Begleitung nach Norden abziehen. Es wurden Geschütze von der Hafenmauer auf das Schlachtfeld an der Ostseite der Stadt geschafft und Schutzwälle und Verteidigungsgräben errichtet. Landor Gerrano stellte Waffenbalsam für Rotzengeschosse und profane Waffen bereit, Heiltränke und Zaubertränke für die Verteidiger wurden besorgt. Eine Hesindeandacht stärkte die Verstärkung, die am 15. Rahja per Schiff aus Bethana eintraf, am selben Tag und am 16. Rahja erreichten noch Ardariten und Ritter, Hesindegeweihte und Kusliker Antimagier die Stadt. Die Magier legten mit Steinen Schutzkreise aus, zeichneten magische Symbole in den Sand und stellten Hilfsmittel bereit.

Solcherart vorbereitet erwartete den Dämon die erste Verteidigungslinie entlang der Schanzen an den östlichen Zufahrten zur Stadt. Als der Dämon diese Stellung durchbrach, zogen sich die Verteidiger schrittweise zurück. Es kam zur Zerstörung der Sägemühle und zur Verwüstung des Holzplatzes. Auf dem Gelände der Seilerei, vor dem Ingerimm-Tempel, wurde besonders heftig gekämpft: Der Geweihte Rowin von Arivor fiel heldenhaft, Amenes Kavallerie verlor einen Drittel ihrer bereitgestellten Truppe bei einem Sturmangriff. Das Echo der Schreie des Dämons, als sich Waffen in seinen Leib bohrten, erfüllte das ganze untere Sewaktal. Mehrfach gelang es den Verteidigern nur knapp, ein weiteres Eindringen des Dämons in die Stadt zu verhindern. Den entscheidenden Wendepunkt brachte das gemeinsame Vorgehen der Geweihten, Magier und Helden. Ihnen gelang es, mit Hilfe einer Zauberformel des Tharsonius von Bethana Gurondaiis Einfluss zurückzudrängen und den Dämon in einem Pentagramm zu bannen. Mit seinem Untergang endeten die Kämpfe, dabei starb der Magier Torvon Gilindor. Ein bizarrer Klang aus hellen und dumpft grollenden Lauten hallte durch das Sewaktal.

Obwohl Gurondaii besiegt worden war, blieb der Sewak über lange Zeit gezeichnet. Brunnen mussten aufgegeben werden, Felder konnten nicht bestellt werden, Fischer mieden weite Bereiche des Flusses, in denen sich ungewöhnliche Erscheinungen häuften. Die Reinigung des Landes beschäftigt Geweihte und Heilkundige seitdem. Mit der Gründung des Peraine-Tempels St. Meliora begann bald eine systematische Wiedergewinnung der Landschaften.

Genaue Zahlen zu den Gefallenen sind nie überliefert worden. Neben Gardisten, Soldaten und Bauern fielen Angehörige der Patrizierfamilien. Einige Fischer und Bürger kehrten nie zurück. Schmerzlich war der Verlust des Magiers Torvon Gilindor, ebenso im Vorfeld der Tod Meister ya Scarpionts, deren Namen zusammen mit anderen heute auf der Siegessäule der Dämonenbezwinger auf der Piazza Nodo verewigt sind. Auch später gab es noch Verluste bei der Versorgung der Verseuchten und Bergung der Gefallenen zu beklagen.

Die Schlacht veränderte Sewamund für immer. Politisch führte sie zu mehr Zusammenarbeit der Patrizierhäuser. Religiös gewann der Peraine-Kult an Bedeutung. Städtebaulich entstanden Bauten als Folge der Ereignisse, so der Peraine-Tempel St. Meliora, Gehöfte östlich der Stadt, Erweiterungen und Reparaturen der Befestigungen und die großangelegte Erweiterung um die achteckige Neustadt nördlich von Periferia. Historiker sehen die Schlacht daher als Beginn des modernen Sewamunds.

Die Stadt erinnert regelmäßig an die Ereignisse. Auf der Piazza Nodo werden Kränze an der Siegessäule der Dämonenbezwinger niedergelegt, im Ingerimm-Tempel St. Stordian wird der Marlspieker feierlich gezeigt, während im Peraine-Tempel St. Meliora für die Opfer und die Heilung des Landes gebetet wird. Der Boronanger von Sewamund kennt viele Verteidiger der Stadt.

Volkes Stimme

„Vor Gurondaii war Sewamund eine Stadt am Sewak. Danach wurde sie Endpunkt des Dämonenstiegs.“
Geron Einhand

„Die Mauern retteten die Häuser. Der Mut rettete die Stadt.“
— Inschrift im Haupthaus der Stadtbüttel

„Wir haben den Dämon besiegt. Die Angst brauchte etwas länger.“
— Dottora Quinnia Trebenfurt

„Man erzählt Kindern von der Schlacht, damit sie Frieden nicht für selbstverständlich halten.“
— Lehrer der Sewamunder Horasschule

Quellen